FINANZEN: Steuerkritik: Hegglin gibt den Ball zurück

Im Interview mit dem Magazin «Swiss Derivatives Review» kontert der Zuger Regierungsrat und Finanzdirektor Peter Hegglin die Kritik an den tiefen Steuern in der Schweiz und im Kanton Zug: Die schärfsten Kritiker hätten selbst die höchsten Steuern.

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Peter Hegglin. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Peter Hegglin. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Vor allem diejenigen Länder würden die Schweiz wegen niedriger Steuern an den Pranger stellen, welche selbst besonders hohe Steuern hätten: «Mich würde es interessieren, ob Kritiker, die den Begriff 'Steuerparadies' in den Mund nehmen, damit implizieren wollen, dass alle angrenzenden Regionen die 'Hölle' sind, von einem fiskalischen Standpunkt aus gesehen», wird Hegglin zitiert.

Zug «erst» auf Platz 5
Hegglin weise auch darauf hin, dass die Länder mit den absolut tiefsten Unternehmenssteuern in Europa Mitglieder der Europäischen Union sind. So erhebe Bulgarien mit zehn Prozent die tiefsten Unternehmenssteuern Europas, gefolgt von Zypern und Irland. Der Kanton Zug nehme in diesem Vergleich erst europaweit den fünften Platz ein, mit einer Steuerquote von 16.3% im Jahr 2007.

«Die Strategie des Kantons Zug ist es nicht, die absolut tiefsten Steuern zu bieten», ergänzt Hegglin. «Uns geht es vielmehr darum, den Unternehmen ein attraktives Gesamtpaket zu offerieren, wozu ein hoher Ausbildungsstand, gute Infrastruktur und eine hohe Lebensqualität genauso gehören.»

scd