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Daniel Gloor, Fischereiverband Zug: «Fischen ist modern»

Im Fischereimuseum Zug fand am Samstag der Tag des Fisches statt. Ein Anliegen des Fischereivereins ist dabei das Sensibilisieren für ökologische Probleme.
Nils Rogenmoser

Seit über 30 Jahren bildet der Tag des Fisches in der Altstadt einen festen Programmpunkt im Zuger Kulturleben. Dass das Fischen in Zug seit Generationen zur Stadt gehört, ist auch heuer zu spüren. Das Interesse der Bevölkerung ist gross – trotz garstigen Wetters haben zahlreiche Besucher den Weg ins Fischereimuseum gefunden. Für den kulinarischen Höhepunkt sorgen zudem frische Felchen-Knusperli.

«Tag des Fisches» im Fischereimuseum Zug: Rolf Krieg (rechts), Ehrenpräsident erklärt Ruedi Keiser das Langstrombecken.(Bilder: Roger Zbinden, Zug, 27. April 2019)

«Tag des Fisches» im Fischereimuseum Zug: Rolf Krieg (rechts), Ehrenpräsident erklärt Ruedi Keiser das Langstrombecken.(Bilder: Roger Zbinden, Zug, 27. April 2019)

Am Eingang des Fischereimuseums nimmt Peter Marty, seit gut 20 Jahren Mitarbeiter der Schaubrutanlage, die Besucher herzlich in Empfang: «Mein Ziel ist es, die Leute mit Freude abzuholen, sodass ihnen am Ende des Tages etwas Wissenswertes hängenbleibt.» Unter dem Jahr sei er für die Aufzucht verschiedener Fischarten zuständig. Die Aufzucht der Seeforelle und des Rötels beginne im November, da diese Fische kaltes Wasser mögen, die der Felche sei das erst im Januar der Fall und der Hecht werde gegenwärtig aufgezogen, erklärt er.

Lebende Objekte und historische Zeugnisse

Neugierig werden die Aquarien mit den typischen Speisefischen aus dem Zugersee wie dem Egli, Zuger Rötel, Hecht, der Felche oder der Trüsche betrachtet. Kompetent geben die Experten Auskunft zu den Fischen und den Tieren, die mit ihnen im Ökosystem verbunden sind. Die Aufzucht der Jungfische erfolgt mithilfe der praktischen Methode des Zuger Glases – winzige rote Styroporkugeln werden in ein Glas mit Eiern, das ständig mit Frischwasser umströmt ist, gefüllt. Wenn die Fischchen schlüpfen, schwimmen sie obenauf und fallen in einen Trog, wo man sich weiter um sie kümmert.

Im oberen Geschoss des Museums sind spannende Zeitdokumente von grossem historischen Wert ausgestellt. Von alten Köchern über Bilder von Zuger Fischen aus dem 19. Jahrhundert bis hin zu Haken aus Muscheln, aus Papua Neuguinea stammend, kann man sich ein Bild zur Zuger sowie zur internationalen Fischereigeschichte machen, wobei alles akribisch dokumentiert ist.

Der Verein kann auf viel Erfahrung zählen

Daniel Gloor ist Präsident des 1888 gegründeten Fischereivereins Zug und spricht von einem spannenden und abwechslungsreichen Vereinsleben: «Viele erfahrene Fischer sind Mitglied in unserem Verein.» Daneben fördere man gezielt die Ausbildung von Jungfischern, mit regelmässigen Fischerausflügen etwa. «Das Interesse der jungen Generation stimmt mich positiv – Fischen ist definitiv modern und im Trend», freut sich der Präsident.

«Das Interesse der jungen Generation stimmt mich positiv.»

Oft werde die Komplexität des Fischens verkannt, so Gloor weiter: «Das Auseinandersetzen mit dem Ökosystem Wasser und das geduldige Beobachten der Natur sind das Nonplusultra.» Leider sei die Wasserverschmutzung hoch und es gebe vermehrt Nutzungskonflikte mit der Industrie und der Energiegewinnung. «Künstliche Verbauungen sind für das Ökosystem verheerend und führen dazu, dass Wanderfische wie Aale oder Forellen Mühe haben, sich fortzupflanzen.» Aus diesen Gründen setze man sich auch vermehrt politisch für den Lebensraum des Fisches ein, so Gloor kämpferisch. Übrigens: Besonders im Fokus stand am Samstag der Egli – er wurde 2018 zum Fisch des Jahres ausgezeichnet.

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