FISCHZUCHT: Der Zuger Rötel entwickelt sich prächtig

Das Amt für Fischerei und Jagd der Direktion des Innern betreibt für das Fischereikonkordat Zugersee die Fischbrutanlage Walchwil. Dieses Jahr ist die Erbrütung und Aufzucht der Zuger Rötel besonders erfolgreich verlaufen.

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Regierungsrätin Manuela Weichelt-Picard beim Einsatz der letzten 30'000 Rötel- Vorsömmerlinge. (Bild pd)

Regierungsrätin Manuela Weichelt-Picard beim Einsatz der letzten 30'000 Rötel- Vorsömmerlinge. (Bild pd)

In diesen Tagen werden die letzten Rötel-Vorsömmerlinge, so nennt man die aussatzfähigen Jungfische, in den Zugersee freigelassen. Die Fischbrutanlage Walchwil kann auf eine erfolgreiche Brut- und Zuchtsaison 2007/08 zurückblicken: Über 190'000 Jungfische eingesetzt werden. Die Jungfische wurden ausschliesslich mit Plankton aus dem Zugersee gefüttert.

Der Zuger Rötel, auch als Seesaibling bekannt, trägt seinen Namen wegen der roten Färbung während Fortpflanzungszeit. Er gehört zu den lokalen kulinarischen Spezialitäten wie die Zuger Kirschtorte; er ist jedoch die grössere Rarität.

Fisch überlebt nur dank der Zucht
Der Zugersee ist als Lebensraum für den Zuger Rötel in einer ungünstigen Verfassung. Die spezifischen Eigenschaften des Sees, lange Wassererneuerungszeit, schwache Längsdurchströmung des Sees, mächtige «Nährstoffdeponien», Überdüngung resultierend in zu hohem Phosphatgehalt, etc., werden viele Jahrzehnte fordern, bis der See saniert ist. Der Zugersee ist heute schweizweit der am stärksten durch Nährstoffe belastete grössere See. Deshalb kann sich der Rötel seit Jahren nicht mehr natürlich fortpflanzen. Die Erhaltung der Art ist vollkommen von der künstlichen Erbrütung und Aufzucht abhängig.

Mit weit über 100 Jahren Fischzucht-Tradition am Zugersee gilt die Erbrütung und Aufzucht von Fischen beinahe als traditionelles Handwerk der Region. Die künstlich gezüchteten und ausgebrüteten Fischarten stehen nach ihrer Freilassung (Auswilderung) in den Zugersee unter dem Einfluss von Wellen, Wind und Wetter. Sie treffen neu auch auf Fressfeinde. Die Menge und Qualität von Plankton im Wasser, und die Interaktion innerhalb der Fischartengemeinschaften wirken auf die Überlebenschancen der Fische ein. Über den Daumen gepeilt werden etwa 5% der gezüchteten Fische im Zuger See bis zur Fangreife überleben. Jahr für Jahr werden zwischen 7'500 und 10'000 Rötel aus dem Zugersee gefischt.

ana