Leserbrief

Flächendeckende Tests sind nötig

«Der oberste Kantonsarzt wurde überrascht», Ausgabe vom 28. November

Drucken
Teilen

In diesem Bericht ist zu lesen, Kantonsarzt Rudolf Hauri beschäftige besonders, dass sich die Leute nicht mehr testen lassen. «Scheuen Sie den Test nicht», sagt er einmal. Wie soll man sich testen lassen, wenn man in den Testzentren ohne Symptome abgewiesen wird? Da wird uns suggeriert, dass wir für die niedrigen Testzahlen verantwortlich seien. Dabei hätte es der Kantonsarzt in der Hand, zum Beispiel systematisch die Altersheime durchzutesten. Denn ein infizierter Mitarbeiter ohne Symptome ist ein Albtraum für jeden Altersheimleiter. Dass es diese versteckten Virusträger gibt, haben die systematischen Tests in einem Basler Altersheim gezeigt. Also, Herr Hauri, bitte keine Schuldzuweisungen oder lieben Aufmunterungen, sondern handeln Sie und ordnen Sie bei Institutionen, in denen viele Leute zusammenkommen, die Tests flächendeckend an. Er sagt weiter, dass es eine Analyse brauche, wenn das alles vorbei sei. Ein Krisenmanager muss meiner Meinung nach nicht erst nach der Krise eine Analyse machen, sondern ständig, und seine Schlussfolgerungen aus der Analyse sofort umsetzen. Wenn man feststellt, dass das BAG im Mittel 4,5 Tage braucht, um den Code für die Covid-App eines Infizierten herauszugeben, dann muss man schleunigst die Abläufe überdenken, denn in diesen 4,5 Tagen sind Kontaktpersonen bereits selber schon wieder ansteckend. Auf diese Art kann man einen exponentiellen Anstieg der Fallzahlen nicht verhindern. Soll die Covid-App ihre Wirkung entfalten, dann muss ein solcher Warn-Code innert Minuten verfügbar sein und eingegeben werden können. Herr Hauri, nutzen Sie Ihre Position bei der Taskforce und in Bern und pochen Sie darauf, dass das Contact-Tracing und die SwissCovid-App endlich ihre Funktionen erfüllen.

Josef Wüest, Steinhausen