Kommentar

Flacherdler und Endzeitler?

Was, wenn das Licht im Kanton Zug aus- und so schnell nicht mehr anginge? Für einen solchen Fall ist vorzusorgen, sind 20 Kantonsparlamentarier überzeugt – zu Recht, findet Harry Ziegler, Chefredaktor der Zuger Zeitung.

Harry Ziegler
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Harry Ziegler.

Harry Ziegler.

Bild: Stefan Kaiser

20 Kantonsräte aus den Fraktionen von CVP, FDP und SVP möchten, dass der Regierungsrat dafür sorgt, dass der Kanton jederzeit, also auch in einem Krisenfall, zu 100 Prozent mit Strom versorgt ist. Ein chaotisches Endzeitszenario, das wollen nicht nur diese Parlamentarier verhindern.

Die Motion der Kantonsräte kommt unerwartet, aber sicher nicht zu früh. Denn die aktuelle Situation zeigt, wie schnell etwas geschehen kann, das die Menschen in Not bringt. Auch wenn das Coronavirus die Stromversorgung nicht beeinträchtigt, es zeigt doch – weiter gedacht – was in Zukunft geschehen könnte. Fällt in einer solchen Situation die Stromversorgung aus, dann wird’s effektiv schwierig. Lebensmittel vergammeln, weil sie nicht mehr gekühlt werden können. Kommunikationssysteme brechen zusammen und vieles mehr. Es ist daher richtig, wenn sich nicht nur die Politik, sondern die Gesellschaft grundsätzlich mit diesen Szenarien auseinandersetzt und versucht, diesen zu begegnen. Sie alle sind beileibe keine Menschen, die daran glauben, dass die Erde flach und der Weltuntergang nahe sei. Im Gegenteil.

Sie erkennen die Chancen, die sich gegenwärtig durch die rasante Entwicklung der Digitalisierung bieten, sie sehen aber auch die Gefahren, die in Zukunft lauern könnten, wenn es im Kanton Zug strommässig tatsächlich einmal zappenduster würde. Wie sagte doch der US-Zukunftsforscher John Naisbitt: «Der zuverlässigste Weg, in die Zukunft zu sehen, ist das Verstehen der Gegenwart.»