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Fliegend rekognoszieren

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Zug verfügt neu über ein Drohnenteam.

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Diese Drohne wird in Zukunft die Einsatzleitung erleichtern.

Diese Drohne wird in Zukunft die Einsatzleitung erleichtern.

Bild: PD

Die Wetterbedingungen sind analysiert, der Notlandeplatz bestimmt: Die Einsatzdrohne surrt, der Pilot und der Bildoperator, der die Bildkamera steuert, sind bereit zum Start. Ziel der Einsatzübung ist es, Bilder einer brennenden Scheune im Stadtgebiet Zug West zu machen. Diese werden der Einsatzleitung auf den Bildschirm des Einsatzleitfahrzeugs übermittelt. Mit einer Leichtigkeit fliegt die Drohne weg. Die Mission ist im Gang.

Die sechs Kursteilnehmer befinden sich auf dem Gelände, auf dem im Jahr 2019 das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest stattgefunden hat. Es sind denn auch die sehr guten Erfahrungen mit Drohneneinsätzen damals, welche die Gebäudeversicherung Zug, die Zuger Polizei und die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Zug (FFZ) in ihrer Funktion als Stützpunktfeuerwehr dazu bewogen haben, neu auch im Einsatz Beobachter aus der Luft einzusetzen, umschreibt Major Daniel Jauch, Kommandant FFZ, den Auslöser des Projekts. In den Bereichen Ausbildung und Einsatz unterstützen sich die Zuger Polizei und die FFZ gegenseitig.

Optimales Bild der Schadenlage

Die 9,5 Kilo wiegende Einsatzdrohne DJI Matrice 300 RTK verfügt über eine hochauflösende optische Kamera, eine Wärmebildkamera, ein Kollisionswarngerät und einen Suchscheinwerfer. Zusätzlich kann es mit einem Megafon ausgerüstet werden. Für den Notfall verfügt sie über einen Fallschirm, der eine sanfte Landung erlaubt. Die beiden kleineren Ausbildungsdrohnen DJI Mavic 2 Enterprise Dual verwenden die gleiche Software und Bedienung.

Mit der Rekognoszierung aus der Luft entsteht ein optimales Bild der Schadenslage, mit dem die Lage und die mögliche Entwicklung des Ereignisses beurteilt werden kann. Ebenso sind Temperaturmessungen möglich. Bei Flächen- und Waldbränden werden mit der Wärmebildkamera Glutnester sichtbar. Die Kamera wird zum Beispiel auch bei der Personensuche in unwegsamem Gelände eingesetzt. Eine Aufgabe der Kursteilnehmer war es, am Ufer des Zugersees eine vermisste Person zu suchen. Bei Gewässerverschmutzungen (Ölteppich) kann das Ausmass erkannt werden und schliesslich hilft der Drohneneinsatz bei der Beurteilung der Gebäudestatik.

Bildübermittlung findet in Echtzeit statt

Für FFZ-Oberleutnant Remo Meyer, Chef Führungsunterstützung und Formationschef Drohne, ist der Drohneneinsatz ein echter Gewinn für die Unterstützung der Einsatzleitung. In Echtzeit verfügt er nun über Bilder oder Videos im Einsatzleitfahrzeug. Er kann für das Instruieren der Piloten auf einen Drohnenkoordinator zählen.

Die Drohnenformation der Stützpunktfeuerwehr kommt automatisch beim Aufgebot «Brand gross» auf Kantonsgebiet zum Einsatz. Bei Einsätzen zu Gunsten der Gemeindefeuerwehren unterstützt das Drohnenteam zusammen mit dem Pikettoffizier den Einsatzleiter vor Ort mit einem Tablet. Die Verbindung zur Drohne funktioniert über einen kabellosen HDMI-Funksender im Steuergerät der Drohne. Das Verwenden der Einsatzbilder und -videos unterliegt den gesetzlichen Datenschutzbestimmungen. Das Bild- und Videomaterial wird nur für interne Zwecke (Einsatzauswertung, Brandermittlung) oder für die Medienarbeit verwendet. Bereits kam die Drohne Ende April bei einer gemeldeten Gewässerverschmutzung auf dem Zugersee zum Einsatz. Dank der Drohnenperspektive konnte schnell festgestellt werden, dass keine Verschmutzung bestand.

Für die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Zug: Olivier Burger