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Florian Weber: Kandidatur als nächster logischer Schritt

Mit 37 Jahren strebt der Walchwiler Florian Weber (FDP) Grosses an: Er möchte Regierungsrat werden. Politik bestimmt jetzt schon sein Leben. Dass ein Ausgleich wichtig ist, hat er während des Studiums gelernt.
Carmen Rogenmoser
Volle Konzentration: Regierungsratskandidat Florian Weber trifft die Scheibe. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 11. August 2018))

Volle Konzentration: Regierungsratskandidat Florian Weber trifft die Scheibe. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 11. August 2018))

Ganz ruhig liegt Florian Weber im Schiessstand Choller in Zug, das Gewehr im Anschlag. Er konzentriert sich. Sekunden vergehen. Dann knallt es: Der erste Schuss ist abgegeben. Sofort geht sein Blick zum Monitor: getroffen. Wieder macht er sich bereit. Florian Weber schiesst an jenem Tag ein gutes Ergebnis, 74 Punkte erreicht er – keine einfache Aufgabe, wenn man bedenkt, dass er von der Journalistin, dem Fotografen und Mitgliedern des Militärschiessvereins (MSV) Walchwil beobachtet wird. Es passt aber zu seinem Charakter. Der 37-Jährige hat seine Ziele deutlich vor Augen. Gegenwärtig arbeitet er auf ein ganz Bestimmtes hin: den Einzug in den Zuger Regierungsrat.

Für ihn ist das der nächste logische Schritt. Seit 15 Jahren ist er ein aktives Mitglied der FDP. «Ich habe mich schon in jungen Jahren für Politik interessiert», sagt er. «Am sonntäglichen Familientisch wurde oft politisiert», ergänzt er. Aktiv sei zwar kein Familienmitglied gewesen, aber mitbekommen habe er trotzdem vieles. Kaum Mitglied der Lokalpartei, wurde er in den Vorstand gewählt. Heute ist er Präsident.

«Schöpferisch» tätig sein

2010 gelang ihm zudem der Einstieg in den Kantonsrat, wo er nun auch Fraktionschef ist. Weber debattiert gerne und versteckt sich nicht. «Ich bilde mir meine Meinung selber und setze gerne um», sagt er. Er scheut sich nicht davor, auch einmal gegen seine eigene Partei zu politisieren. «Ich mache keinen grossen Lärm, aber ich mache, was ich sage.» Das würde er auch im Regierungsrat so beibehalten. «Ich mag das Schöpferische in der Politik.» Etwas gestalten und umsetzen, also. Dazu hätte er in der kantonalen Exekutive die Möglichkeit. Einsetzen würde er sich insbesondere für den Erhalt des Standards: «Uns geht es gut und das soll so bleiben.» Ein wichtiges Thema ist da der Nationale Finanzausgleich. «Es ist wichtig, dass Zug unter der Last nicht fast erstickt.» Die kantonale Infrastruktur soll weiter ausgebaut werden. «Viel ist momentan im Tun, etwa die Umfahrung Cham Hünenberg oder der Ausbau der Strasse nach Ägeri.» Er möchte auf die Arbeit seiner Vorgänger aufbauen.

Als «durch und durch bürgerlich» wird Weber auf seiner Website beschrieben. «Das kann ich nicht abstreiten», sagt Weber und lacht laut. «Das Attribut bürgerlich hat oft einen schalen Beigeschmack. Es geht aber darum, wie man es auslegt», erklärt er. Für ihn sei es wichtig, die Menschlichkeit nicht abzulegen. «Die FDP ist eine Wirtschaftspartei. Die Wirtschaft kann sich aber nur entwickeln, wenn die Grundlagen stimmen.» Er lebe nach dem Leitsatz «Freiheit durch Verantwortung». «Übernimmt man Verantwortung, soll man auch Freiheiten haben», glaubt er.

Privates bleibt privat

Die Politik gehört zu Florian Webers Leben. «Persönlich konnte ich von meiner Politkarriere enorm profitieren», sagt er. Der gelernte Elektromonteur bildete sich zum Wirtschaftsinformatiker weiter. Vor gut fünf Jahren hat sich im Bereich Informatik selbstständig gemacht. Schafft er nun den Sprung zum Berufspolitiker, müsste er seine Firma aufgeben. «Ich bin für alle Eventualitäten gewappnet», sagt er.

Zur Person

· Name: Florian Weber
· Partei: FDP
· Wohnort: Zug
· Jahrgang: 1981
· Zivilstand: ledig, kinderlos
· Beruf: Geschäftsführer und Inhaber der Goosetec GmbH
· Hobbys: Schiessen, Wandern, Lesen, Kraftsport
· Ämter: Präsident der FDP Walchwil, Geschäftsleitung FDP Kanton Zug

Der Walchwiler ist unter den zehn Regierungsratskandidaten der wohl unbekannteste. Auch auf den Bisherigen-Bonus kann er nicht zählen. Man kenne ihn als Person kaum, hört man etwa. Darauf angesprochen meint er: «Das muss ja kein Nachteil sein.» Er lacht. Das ist dann wohl Florian Weber, die Privatperson und nicht der Politiker. Wobei, die Unterscheidung ist nicht einfach. All zu viel möchte er von sich nicht preisgeben. Der 37-Jährige ist ledig, er ist in Walchwil aufgewachsen und der Gemeinde treu geblieben. Und er macht gerne Sport. Das brauche er, um runterzukommen. Drei bis vier Mal treibt er wöchentlich Sport. Er geht Joggen, macht Krafttraining oder Krav Maga, eine Kampfsportart. «Ich gehe gerne mit Kollegen in die Höhe, lese statt einer politischen Vorlage ein Buch oder geniesse ein Glas Wein», ergänzt er. Lässt es der volle Terminkalender zu, besucht er seinen Göttibuben, oder er geht eben schiessen. «Der Ausgleich ist wichtig.» Das habe er während seiner Bachelorarbeit gelernt. «Man muss seine Ressourcen einteilen.»

Ergänzt wird das Bild durch den persönlichen Eindruck: Florian Weber ist freundlich und zugänglich. Immer wieder schüttelt er an jenem Morgen im Schiessstand Hände. Hier kennt man ihn. Die Mitgliedschaft im MSV ist eine Familiensache. Auch Webers Vater gehört dem Verein an – und er lauscht dem Gespräch seines Sohnes interessiert, ohne sich einzumischen. «Beim Schiessen kann man richtig abschalten. Man ist mental voll da und ganz auf sich alleine gestellt», erzählt Weber. Aber das Hobby hat auch eine andere Seite: «Das Zusammensitzen mit den Vereinskollegen ist gemütlich. Ich geniesse das.» Die Unterstützung seiner Kameraden ist Florian Weber bestimmt gewiss. Ob er sich am 7. Oktober gegen die Konkurrenz durchsetzen kann, wird sich zeigen. «Das notwendige Rüstzeug bringe ich mit», zeigt er sich selbstbewusst.

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