Das Siegerprojekt für die neue Turnhalle in Baar heisst «Flow»

Bei der Schulraumplanung geht es voran: Das Siegerprojekt für die Dreifachhalle Sternmatt 2 steht fest. Läuft alles nach Plan, könnte der Baustart Ende 2021 erfolgen.

Rahel Hug
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Innenansicht der neuen Turnhalle, wie sie die Wiederkehr Krummenacher Architekten planen. (Visualisierung: PD)

Innenansicht der neuen Turnhalle, wie sie die Wiederkehr Krummenacher Architekten planen. (Visualisierung: PD)

Nicht erst seit der letzten Gemeindeversammlung ist es in Baar ein drängendes Thema: Die Turnhallen-Situation. Bekanntlich verzeichnet Baar steigende Schülerzahlen, und viele Vereine klagen, sie hätten zu wenig Trainingsmöglichkeiten in den gemeindlichen Sporthallen.

Nun soll die bestehende Turnhalle auf dem Areal der Schule Sternmatt 2 durch eine Dreifachturnhalle ersetzt werden. Am 1. Juli haben der Baarer Bauvorsteher Jost Arnold, weitere Vertreter der Gemeinde und der Schule, des siegreichen Architektenteams und des Beurteilungsgremiums das Siegerprojekt «Flow» des Architekturbüros Wiederkehr Krummenacher aus Zug vorgestellt.

Anspruchsvolle Einordnung in die Umgebung

Vorgesehen ist, die bestehende Turnhalle zurückzubauen und die neue Halle zwischen dem bestehenden Schulhaus Sternmatt 2 und der Zivilschutzanlage zu positionieren. Die siegenden Architekten ordnen die Halle quer zum bestehenden Schulhaus an. «Eine Sporthalle zu entwerfen, ist keine wahnsinnige Herausforderung», sagte Peter Ess, Vorsitzender des Fachpreisgerichts. «Aber die Einordnung in die Umgebung ist sehr wichtig.» Dies sei dem Architektenteam besonders gut gelungen, ergänzte der Baarer Rektor Urban Bossard. «Die Abfolge, wenn man auch das Areal Sternmatt 1 betrachtet, ist schlüssig.» Der sorgfältige Umgang mit der Aussenraumsituation und die «schnörkellose, leicht herabgesetzte Architektur» habe überzeugt.

Die Visualisierung zeigt die neue Halle von aussen, links ist das bestehende Schulhaus Sternmatt 2 zu sehen. (Visualisierung: PD)

Die Visualisierung zeigt die neue Halle von aussen, links ist das bestehende Schulhaus Sternmatt 2 zu sehen. (Visualisierung: PD)

Im Bericht des Preisgerichts heisst es: «Dem qualitätsvollen Schulhaus Sternmatt 2 wird mit Respekt begegnet. Es behält seine Strahlkraft nahezu uneingeschränkt.» Überzeugend sei auch die Anbindung der Aula über die Verknüpfung der Vorbereiche von Turnhalle und Aula. «Die schwierige Höhendifferenz wird genutzt, um mit auslaufenden Sitzstufen einen verbindenden, gemeinsamen Vorbereich zu schaffen.» Die Aula könne optimal als ergänzende Infrastruktur bei grösseren Sportveranstaltungen genutzt werden. Sie werde stärker ein Teil der Schulanlage.

Etwa die Hälfte der Halle wird im Untergrund zu stehen kommen, bis in zirka 4,5 Meter Tiefe. Der Bau ist oberirdisch ungefähr 7 Meter hoch. Das Raumprogramm basiert auf den Vorgaben des Bundesamtes für Sport.

Speziell ist, dass beim anonym durchgeführten Projektwettbewerb jene Architekten gewonnen haben, deren Büro damals bereits die Schulhäuser Sternmatt 1 (gebaut 1957) und Sternmatt 2 (1977) geplant hat. Das Architekturbüro besteht bereits seit über 70 Jahren und hat seit dem 1. Juli einen neuen Namen: Wiederkehr Antosch Architekten. Es wird in Zukunft von Wolfgang Antosch und Alphons Wiederkehr als Inhaber und Geschäftsleitung geführt.

Abstimmung über Baukredit im Frühjahr 2021

Laut Erwin Grob, Leiter Hochbau bei der Gemeinde Baar, wird nun mit dieser Grundlage weiter geplant. Zum Baukredit soll es voraussichtlich im Frühling 2021 eine Urnenabstimmung geben. Geht alles nach Plan, könnte der Baustart Ende 2021/Anfang 2022 erfolgen. Bis die Halle in Betrieb genommen werden kann, können die Schülerinnen und Schüler sowie die Vereine die bestehende, alte Halle nutzen. Die Kosten für den Bau der Dreifachturnhalle werden auf 13 bis 15 Millionen Franken geschätzt.

Die Ausstellung der Architekturprojekte im Erdgeschoss der Turnhalle Sternmatt 1 ist bis am Freitag, 5. Juli, von 15 bis 19 Uhr, und am Samstag, 6. Juli, von 10 bis 15 Uhr geöffnet.