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FLÜCHTLINGSTAG: Mit Tanzen Brücken bauen

Junge Flüchtlinge haben ein Kunstwerk mit 281 Füssen geschaffen. Es ist nur noch kurz zu sehen. Auch in einem anderen Projekt haben sie sich kreativ betätigt. Das Ergebnis ist gestern vorgestellt worden.
Marco Morosoli
Die Tschetschenin Emilia (links) und die Tibeterin Dekyi (rechts) mit dem Choreografen Karwan Omar beim Tanz. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 20. Juni 2017))

Die Tschetschenin Emilia (links) und die Tibeterin Dekyi (rechts) mit dem Choreografen Karwan Omar beim Tanz. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 20. Juni 2017))

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

Sie stammen aus Afghanistan, Eritrea, Somalia, Irak oder einem anderen Land in Afrika oder Asien. Was ihnen gemeinsam ist: Sie sind jung. In der Behördensprache werden sie als unbegleitete minderjährige Asylsuchende bezeichnet und wohnen im ehemaligen Altersheim Waldheim in Zug. In den letzten Monaten haben rund 30 von ihnen ein Projekt auf die Beine gestellt, das auf den ersten Blick simpel scheint, aber viel über ihr Daherkommen aussagt. Die jungen Menschen haben 281 Fussabdrücke hergestellt. Jeder von einem anderen Individuum mit einer eigenen Geschichte.

Bei der Präsentation am gestrigen Flüchtlingstag im Pfarreiheim St. Michael sind nur drei Beispiele präsentiert worden. Das eigentliche Kunstprojekt «Unterwegs» ist noch bis am Samstag im vielleicht geheimsten Garten in der Stadt zu sehen. Dieser liegt bei der ehemaligen Villa Lauried am Lüssiweg 19 in Zug.

Füsse sind miteinander unterwegs

«Alle von ihnen sind unterwegs. Jeder auf seine Art», sagt Carole Kambli. Sie ist Sammlungskuratorin der Stadt Zug. Die jungen Flüchtlinge seien im Verlauf des Projektes «zu Spezialisten geworden». Einer der Füsse gehört zum Beispiel dem Zuger Stadtpräsidenten Dolfi Müller. Die Füsse seien miteinander unterwegs, will Kambli noch erwähnt haben. Das Ergebnis bezeichnet Kambli als «Grossartig». Noch ist nicht klar, wohin die Austellung nach der Finissage am nächsten Samstag «wandern» wird.

In einem anderen Projekt hat die gebürtige Polin Sylwia Stronska mit jungen Flüchtlingen gemalt. Stronska sagt: «Kreativität verbindet Menschen und überwindet Grenzen.» Die Künstlerin findet, dass die Sprache gar nicht so wichtig sei, Malen überwinde alle Barrieren.

Herausgekommen ist ein buntes Allerlei verschiedenster Stilrichtungen und Maltechniken. Malen sei, so Stronska, eine gute Art, um Geschichten zu erzählen.

In einem Bild hat einer ein Schweizer Kreuz mit der Fahne von Afghanistan kombiniert. Ein anderer wiederum hat seine Botschaft in Kreisformen verpackt. Sylwia Stronska ist mit ihrem Malatelier inzwischen mobil und im ganzen Kanton unterwegs. Malen versteht sie auch als Therapie. Und sie erzählt, dass auch sie bei diesen Malkursen etwas gelernt habe.

Andere Flüchtlinge wiederum haben ihren Beitrag zum gestrigen Weltflüchtlingstag tanzend dargebracht. Auch dies eine Ausdrucksform, die ohne Sprache auskommt.

Am Schluss der Veranstaltung bleibt noch genügend Zeit für Gespräche und Köstlichkeiten. Barrieren abbauen ist auch hier der Leitspruch.

Hinweis

Mehr zur Ausstellung in der Villa Lauried am Lüssiweg 19 finden Sie im Internet auf www.stadtzug.ch/ausstellungen.

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