Leserbrief

Forschungsstand verbietet eigentlich die 5G-Einführung

«5G-Ausbau von Vandalen gebremst», Ausgabe vom 25. April

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Ende Februar 2020 veröffentlichte Metas – unser Bundesinstitut für Metrologie – einen 25-seitigen Bericht in englischer Sprache, wie 5G-Mobilfunkantennen eigentlich zu berechnen und zu messen wären. Verstanden hat diesen mit mathematischen und physikalischen Abhandlungen und Dutzenden von Formeln vollgepackten Bericht praktisch niemand, mit absoluter Sicherheit weder unsere Bundesrichter noch unsere Bundesräte, noch unsere Verwaltungsrichter, noch unsere Regierungsräte und schon gar nicht im Entferntesten unsere Gemeinderäte und Bauverwaltungen!

Physiker und Ingenieure sind sich einig: Die Verantwortlichen der Kantone und der Gemeinden haben keine Chance mehr, die Schwachstellen zu beurteilen und zu erkennen. So gibt man sich auf den Gemeindeämtern oft mit einem Kopfnicken zu verstehen, dass sicher alles in Ordnung ist und die Antenne wird bewilligt.

Bisherige Antennen erzeugen nur einen Beam, sprich Scheinwerferkegel, welcher leicht abwärts gerichtet nach 150 bis 250 Meter Bodenberührung bekommt. Bei adaptiven, das heisst echten 5G-Antennen ist das ganz anders. Diese bestehen schon mal, je nach Antennentyp aus 32, 64 oder 81 kleinen Antennchen, welche zwei verschiedene Arten von sehr zahlreichen Strahlenkeulen formen. Diese sind nicht mehr fix, sondern tanzen wie wild dreidimensional von links nach rechts, von oben nach unten und finden die Endgeräte sprich unsere Mobiltelefone. Das sind die Organisations- oder Pilotkanäle. Diese Signale sind noch zu erfassen. Anders die zweite Art der Beams. Diese dünnen Strahlenkegel sind so schnell, dass 80 bis 90 Prozent der Strahlung einer 5G-Antenne nicht gemessen werden kann. Nun wird versucht, von diesen ausgehend auf die gesamthaft auf einen Ort empfindlicher Nutzung (OMEN) einwirkende Strahlung hochzurechnen. Streitpunkt bleibt natürlich dieser Hochrechnungsfaktor. Denn auch dieser ist nicht fix, sondern ändert sich stetig.

Die Antennendiagramme, welche die Mobilfunkbetreiber heute den Standortdatenblättern beilegen und die zur Berechnung der Strahlungsprognosen an Orten empfindlicher Nutzung dienen, sind grundfalsch. Kommunikations- und Datenkanäle können bis zu 60 Grad aus der Horizontalen abgesenkt werden.

Die Mobilfunkbetreiber pochen auf die Erhöhung der Schweizer Grenzwerte von 5 auf 20V/m, sonst sei die Einführung von 5G innerhalb von drei Jahren gar nicht möglich. Eine Erhöhung um das 4-fache in V/m erlaubt den Betreibern, bis 16-mal stärkere Sender zu bauen, was zu massiven Grenzwertüberschreitungen bis auf Distanzen von 220 Metern führt.

Aufgrund des Forschungsstandes darf 5G-Mobilfunk nicht eingeführt werden, bis deren Auswirkungen auf die Gesundheit, die Umwelt und die Natur eindeutig erforscht sind! Wirtschaftliche Interessen dürfen nicht die Gesundheit unserer Bevölkerung und diejenige unserer nachkommenden Generationen gefährden. Mehr Infos unter www.gigaherz.ch oder Verein Schutz vor Strahlung.

Robert Klauser, Hünenberg See