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Fortbestand der Guggenmusiken im Kanton Zug ist gesichert

In der fünften Jahreszeit sorgt sie für musikalische Unterhaltung: die Guggenmusik. Eine Umfrage zeigt, dass sich die Gruppen im Kanton noch immer über Mitgliedernachwuchs freuen dürfen.
Vanessa Varisco
Auch am Umzug der Hauptseer Fasnacht sind sie dabei: die Guggenmusiken. (Bild: Maria Schmid (Morgarten, 9. Februar 2019)

Auch am Umzug der Hauptseer Fasnacht sind sie dabei: die Guggenmusiken. (Bild: Maria Schmid (Morgarten, 9. Februar 2019)

Kunterbunt geschminkt und mit einem originellen Gewand marschieren sie traditionell an den Umzügen mit: die Guggenmusiken. Aber auch an zahlreichen Bällen und vorfasnächtlichen Veranstaltungen unterhalten sie das Publikum musikalisch. Während in anderen Kantonen wie beispielsweise in Uri fieberhaft Nachwuchs gesucht wird, freuen sich die hiesigen Gruppen über genügend Neumitglieder. Durchschnittlich haben die angefragten Guggenmusiken 30 bis 40 Mitglieder. «In der Saison 2018/2019 durften wir insgesamt neun Mitglieder willkommen heissen», gibt Präsident der «F’Ägerer» Jonas Iten Auskunft. Zuwachs zu verzeichnen haben auch die «Steischränzer» aus Steinhausen und die «Descampados» aus Zug. «Jedoch ist der Zulauf geringer als noch vor ein paar Jahren. Dafür integrieren sich die neuen Mitglieder umso besser», führt Melia Inglin, Präsidentin der «Descampados», aus.

Mehr Werbung ist nötig

«Profis-Ohrisch» aus Baar hat zudem vor zirka fünf Jahren die Statuten geändert, sodass mit dem Einverständnis der Eltern Jugendliche bereits ab 16 Jahren in den Verein eintreten dürfen. «Mit diesem Sonderstatus konnten wir vermutlich unseren Fortbestand sichern», überlegt Präsidentin Jasmin Übelhart. Miriam Hasenmaile, Präsidentin der Zuger «Los Contineros» erlebt Ähnliches: «Bei uns gibt es klar die Tendenz, dass unsere Neumitglieder jünger sind, plus minus zwanzig Jahre alt.»

Von einem generellen Zu- oder Rücklauf an Mitglieder könne man nicht sprechen, betont Jonas Iten. «Meiner Meinung nach ist der Trend Guggenmusik in den letzten Jahren zurückgegangen. Doch man erlebt immer wieder Jahre mit grossem Zulauf und andere mit praktisch keinem», ergänzt er. Melia Inglin sieht den Grund für weniger Zulauf als in vergangenen Jahren darin, «dass junge Leute sich nicht mehr in einem Verein verpflichten wollen», indem sie beispielsweise ein Wochenende lang in der Industrie 45 verbringen, wenn der eigene Ball veranstaltet wird. Das stellt auch Jasmin Übelhart fest. Aber sie bestärkt: «Es braucht Mitglieder in den Vereinen. Egal, ob in einer Gugge oder einem Fasnachtsverein, alle sind darauf angewiesen. Ansonsten stirbt die Fasnacht früher oder später.»

Für den Zuwachs muss mehr geworben werden als in vergangenen Jahren, weiss Ramona Schönbächler, Präsidentin der «Steischränzer»: «Wir machen beispielsweise Werbung mit Flyern. Aber Mund-zu-Mund Propaganda funktioniert immer noch am besten.» Auch auf Social Media Kanäle setzen die Vereine vermehrt. «Oder wir veranstalten eine öffentliche Probe, sodass potenzielle Neumitglieder auf uns aufmerksam werden», berichtet Melia Inglin. Rahel Canonica, Präsidentin der Baarer «Crescendos» fügt an: «Aktive Werbung wurde bei uns auch schon betrieben, der Zulauf konnte dadurch jedoch nicht vergrössert werden.» Der beste Weg sei noch immer interne Werbung. Vor allem jüngere Mitglieder bringen Freunde und Bekannte mit. «Gewissen Vereinen mangelt es nie an Nachwuchs, während andere kämpfen.» Die Gründe dafür liessen sich schwer festmachen.

Tendenziell stellen die Vereine aber eher wieder eine zunehmende Begeisterung für die Fasnacht fest. Ramona Schönbächler erinnert sich, dass sie mit der Fasnacht aufgewachsen sei. «Für mich ist die Fasnacht so selbstverständlich wie Weihnachten», sagt sie. Sie kann sich aber gut vorstellen, dass es für jemanden, der nicht mit diesem Brauch aufwächst, anders ist. Jonas Iten erklärt, dass die Fasnacht auch von Generation zu Generation weitergegeben werde: «Viele Eltern von unseren Mitgliedern sind bereits durch die Gassen gezogen.»

Zur allgemeinen Begeisterung für die Fasnacht sagt Melia Inglin: «Gerade der riesige Publikumsaufmarsch beim Jubiläum der Chesslete im letzten Jahr zeigt, dass es noch immer viele Leute gibt, die die Fasnacht schätzen.» Jasmin Übelhart fügt an: «Für viele Besucher ist die Fasnacht vermutlich ein Fest wie viele andere Feste. Ich wage die Behauptung, dass der Grundgedanke der Fasnacht nur wenigen bewusst ist.» Und Rahel Canonica ergänzt: «Ich denke, der Trend ändert sich von Jahrgang zu Jahrgang.» Miriam Hasenmaile bringt ein, dass in vielen Dörfern Fasnacht noch ein Kulturgut ist, welches bewahrt wird. «In der Stadt Zug ist es etwas schwierig, da sie halt doch sehr international und gross ist.»

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