Frauen an der Macht

Redaktor Christopher Gilb über den steigenden Frauenanteil in der Zuger Politik.

Christopher Gilb
Drucken
Teilen
Autor Christopher Gilb

Autor Christopher Gilb

Seit dieser Woche wird die Hälfte der im Zuger Kantonsrat vertretenen Parteien von einer Frau präsidiert. Mit der Steinhauser Gemeinderätin Carina Brüngger-Ebinger und der Oberägerer Kantonsrätin Laura Dittli haben nun auch FDP und CVP erstmals Frauen an ihrer Spitze; die kantonale SP wird mit der Zuger Kantonsrätin Barbara Gysel bekanntlich schon länger von einer Frau präsidiert.

Das stimmt zuversichtlich. War doch gerade vor den Gesamterneuerungswahlen die Diskussion aufgekommen, wie es um den Anteil von Frauen in politischen Ämtern im Kanton steht. Dies, nachdem die FDP keine Frau für die frei werdenden Sitze im Regierungsrat aufgestellt hatte. Dafür schickte sie Eliane Birchmeier in die Stadtratswahl. In diesem hat sich der Frauenanteil nun wenigstens von 20 auf 40 Prozent verdoppelt. Auch dies macht Hoffnung. Und gerade für Carina Brüngger, die gerne Regierungsrätin geworden wäre, aber dann nicht nominiert wurde, ist es wohl auch eine Genugtuung, nun doch noch entsprechende Wertschätzung ihrer Partei zu erfahren.

Natürlich, insgesamt betrachtet, herrscht noch grosser Verbesserungsbedarf. Gerade, dass im Regierungsrat nur eine Frau sitzt – man muss es so sagen – ist geradezu peinlich in der heutigen Zeit. Leider gibt es aber sogar Kantone, wo das Gremium nur aus Männern besteht, den Kanton Luzern beispielsweise. Doch gerade, dass zwei Parteien, die beim Frauenanteil auch kantonal noch Nachholbedarf haben, nun von einer Frau präsidiert werden, lässt eben hoffen, dass in Zukunft kein Weg mehr an weiblichen Kandidaten für das eine oder andere Amt vorbeiführt. Auch die SVP könnte sich in Zukunft einmal ein Beispiel an FDP und CVP nehmen. Aber auch bei der SVP gibt es ja Positives zu erwähnen. Sie hat wieder eine Kantonsrätin in ihren Reihen. Nachdem dies in der letzten Legislatur nicht der Fall war.

Toll an den Wahlen von letzter Woche ist nicht nur, dass zwei Frauen gewählt wurden, sondern auch, dass jemand Junges den Sprung an die Parteispitze geschafft hat. Laura Dittli, die neue kantonale CVP-Präsidentin, hat Jahrgang 1991. Nicht zu unrecht sagte der nationale CVP-Parteipräsident Gerhard Pfister, dass ihre Wahl ein wichtiges, zukunftsgerichtetes Signal sei. Junge Frauen sind nicht nur in der amerikanischen Politik auf der Überholspur. Die nächste Chance, auch hier auf sie zu setzen, sind die nationalen Wahlen im Herbst.