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Frauen sind in Zug massiv untervertreten

Wahlen Seit dem 7. Oktober ist der Frauenanteil in der Zuger Politik etwas höher. Die Frauenzentrale Zug hatte die Kampagne «Es braucht beide» lanciert. Ist das Resultat nun Erfolg genug? Politikerinnen nehmen Stellung.
Cornelia Bisch

Besonders beeindruckend sind die Zahlen zwar nicht, aber immerhin ist auf der ganzen Linie eine minime Erhöhung des Frauenanteils in den Zuger Räten zu verzeichnen. Im Kantonsrat sind neu 23 Frauen vertreten, während es in der letzten Legislatur deren 22 waren. Der Stadtrat wurde von einer auf zwei Frauen aufgestockt. Im Grossen Gemeinderat schliesslich ist der weibliche Anteil um zwei auf 14 Rätinnen angestiegen. Die Erleichterung der Zugerinnen ist zudem gross, mit Silvia Thalmann für die nächste Amtsperiode auch im Regierungsrat mindestens den Status quo erhalten zu können.

Im Vorfeld der Wahlen hatte die Frauenzentrale Zug mit der Kampagne «Es braucht beide» auf den geringen Frauenanteil von nur knapp einem Drittel in den politischen Ämtern des Kantons hingewiesen und die Frauen dazu ermuntert, einen Schritt in diese Richtung zu wagen. Dabei wurde die Männerwelt nicht etwa verteufelt, sondern man wies darauf hin, dass «eine erfolgreiche Politik auf Vielfalt» angewiesen sei. «Frauen haben nicht die besseren, sondern andere Ansätze, zu politisieren», heisst es in einer entsprechenden Medienmitteilung vom 4. September. Führen die Verantwortlichen der Kampagne den Wahlerfolg nun auf ihre Bemühungen zurück? Und was sagen designierte Zuger Politikerinnen zu dieser Frage?

Erfolgreiche Kampagne

«Unsere Kampagne sowie die dadurch angestossene Berichterstattung in den Medien hat sicherlich die Wählenden auf dieses Thema aufmerksam gemacht», erklärt Esther Hauser, Kommunikationsverantwortliche der Frauenzentrale Zug. «Unser Engagement wurde auch von den Kandidatinnen und den Parteien sehr positiv aufgenommen.» Die Gefahr einer reinen Männerdomäne im Zuger Regierungsrat habe abgewendet werden können.

«Wir sind sehr glücklich über diese positive Entwicklung. Die Vorzeichen standen ja eher in die andere Richtung», sagt Hauser. Aber man sei noch lange nicht am Ziel. «Zufrieden sind wir erst, wenn es keine extra Anstrengungen mehr braucht und Frauenkandidaturen sowie eine Politik mit ausgeglichenen Geschlechteranteilen zur Selbstverständlichkeit geworden sind.»

Auch sämtliche befragten Politikerinnen, Birgitt Siegrist, Präsidentin der FDP Frauen Zug, sowie die Kantonsrätinnen Monika Barmet-Schelbert (CVP), Barbara Gysel (SP), Esther Haas (ALG), Nicole Zweifel (GLP) und Brigitte Wenzin Widmer (SVP) werten die Zunahme der Frauenquote in den Reihen der Zuger Räte als positives Zeichen. «Dass es jedoch nur eine Frau im reinen Mitte-rechts-Regierungsrat gibt, ist bedauerlich», so Zweifel. Auch Haas und Gysel schlagen in dieselbe Kerbe: «Wir haben 50,4 Prozent Frauen in der Bevölkerung und nur 14,3 Prozent im Regierungsrat. Dass wir bereits das feiern, stimmt mich nachdenklich», so Gysel. Die Untervertretung der Frauen bezeichnet sie als demokratisches Defizit. Gysel glaubt nicht daran, dass Frauen «andere Prioritäten» setzen würden. «Frauen holen gerade in hoch qualifizierten Tätigkeitsbereichen klar auf. Es ist eine Frage der Demokratie», betont sie.

Frauen trauen es sich oft nicht zu

Frauen würden sich weniger gern exponieren, vermutet Zweifel, während Barmet manchmal etwas frustriert reagiert, wenn sie Absagen von Frauen erhält mit der Begründung, sie würden sich ein solches Amt nicht zutrauen. Auch Wenzin Widmer und Haas wurden schon mit solchen Aussagen konfrontiert. «Frauen müssen oft noch besser abwägen als Männer, ob sie neben Familie und Beruf ein solches Amt übernehmen können», stellt Barmet fest. Denn noch immer liege die Hauptverantwortung für die Betreuung der Familie oft bei den Frauen. «Wenn aber jemand Interesse hat, empfehle ich, zuerst einmal einer Partei beizutreten und in einer Kommission mitzuwirken. So wird man mit den Abläufen vertraut.»

Als neu gewählte Kantonsrätin wird Brigitte Wenzin Widmer die einzige Frau in der SVP-Fraktion sein. Das schreckt sie aber keinesfalls ab: «Bereits in der Feuerwehr hatte ich hauptsächlich mit Männern zu tun. Das war eigentlich nie ein Problem. Ich finde, man muss einfach authentisch sein.»

Sämtliche befragten Politikerinnen betonen, dass die politische Arbeit insgesamt sehr interessant und bereichernd für sie sei. Am weitesten geht Barbara Gysel mit ihrem Geständnis: «Politik ist Passion für mich.» Birgitt Siegrist deckt auch die Schattenseiten auf: «Man muss Einiges aushalten.» Aber das Positive überwiegt auch für sie: «Ich bin stets bestens informiert. Politik bildet.» Dies bestätigt auch Monika Barmet: «Man bekommt Einblick in die verschiedensten Bereiche, mit denen man sonst kaum in Kontakt kommt. Ich möchte die politische Arbeit nicht missen.»

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