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FRAUENFUSSBALL: So schauen Zugerinnen die EM

Seit zehn Tagen läuft die Fussball-Europameisterschaft der Frauen. Am Mittwochabend spielt die Schweiz um den Einzug in den Viertelfinal. Wie verfolgen Zuger Fussballerinnen das Geschehen?
Livio Brandenberg
Die Frauen-Fussballnationalmannschaft im Training. Ganz rechts die Zugerin Sandra Betschart. (Bild: Andy Mueller/Freshfocus (Heelsum, 12. Juli 2017))

Die Frauen-Fussballnationalmannschaft im Training. Ganz rechts die Zugerin Sandra Betschart. (Bild: Andy Mueller/Freshfocus (Heelsum, 12. Juli 2017))

Livio Brandenberg

livio.brandenberg@zugerzeitung.ch

Bevölkerte Gassen, volle Beizen, grosse Leinwände und – streckenweise – lauter Jubel. So kennt man es aus vergangenen Jahren. In den Sommermonaten finden die grossen Fussballturniere statt. Das heisst: die Herren-Fussballturniere. Vor einem Jahr war es die Europameisterschaft in Frankreich, vor drei Jahren die WM in Brasilien – beide Male mit Schweizer Beteiligung.

Aktuell spielen allerdings die Frauen, und zwar um den Europameistertitel. In den Stadien Hollands kämpft auch die Schweizer Frauen-Fussballnationalmannschaft um jeden Ball und jeden Punkt. So auch heute Abend um 20.45 Uhr (auf SRF zwei). Wie wird das Turnier in Zug wahrgenommen? In welchem Rahmen schauen Frauenfussball-Begeisterte die Spiele? Wir haben bei drei Expertinnen aus dem Kanton nachgefragt:

Claudia Moesch, Ressortverantwortliche Frauen und Vorstandsmitglied des FC Baar, schaut die Spiele zu Hause, «meist in einem kleinen Rahmen von frauenfussballbegeisterten Personen». Dass es im FC Baar kein Public Viewing mit grosser Leinwand gibt, erklärt die langjährige Fussballerin und Funktionärin wie folgt: «Für ein professionelles Public Viewing ist der Aufwand extrem hoch. Da müssen Vereine schon bei Herren-EM und -WM gut kalkulieren und entscheiden, ob sich der finanzielle und personelle Aufwand lohnt.» Generell stellt Moesch ein «breites öffentliches Interesse» am laufenden Frauenturnier fest. So werde sie von «nicht Frauenfussball-begeisterten Leuten» darauf angesprochen, «was zeigt, dass der Frauenfussball in der Schweiz immer mehr an Interesse gewinnt». Das sei nicht unberechtigt. Wer sich die Spiele anschaue, stelle eine extreme Entwicklung fest. «Obschon der Frauenfussball rein aus physischer Natur nicht mit dem Herrenfussball verglichen werden sollte, sehen wir doch Spiele mit hohem Tempo, starker Physis und hochstehendem taktischen Verhalten.»

Dass der Frauenfussball bei der breiten Masse noch nicht angekommen ist, liege einerseits an der mangelnden medialen Präsenz, aber auch an den Fussballorganisationen Fifa und Uefa, «die weit weniger in den Frauenfussball investieren als in die Herrenanlässe», sagt Moesch.

Nicole Remund, ehemalige Nationalspielerin und aktuell FCL-Verteidigerin, schaut die Spiele der Schweiz unter Kolleginnen, die auch Fussball spielen. «Am Samstag gegen Island waren wir zu acht daheim.» Es sei schön, wenn man zusammen feiern und diskutieren könne, sagt die Steinhauserin. Bei Partien anderer Nationen schaue sie kurz rein oder lasse den Fernseher im Hintergrund laufen. «Sollte sich die Schweiz für den Viertelfinal qualifizieren, würden wir diesen sicher zusammen schauen – umso mehr, als mit Géraldine Reuteler eine Spielerin aus unserem Verein mit dabei ist», sagt Remund.

Die Stimmung in der Schweiz nimmt sie positiv wahr: «Wenn ich es mit der WM von 2015 in Kanada vergleiche, dann spüre ich aktuell eine grössere Begeisterung. Wohl auch, weil die Medien hier noch mehr berichten.» Sie hofft nun, dass die Berichterstattung nach dem grossen Turnier nicht schnell abflacht, wie das bisher oft der Fall gewesen sei.

Carina Villiger, seit sechs Jahren Captain der Frauenmannschaft des SC Cham, erlebt keinen Hype um die Frauen-EM. «Ein Grund, warum Frauenturniere weniger wahrgenommen werden als die der Herren, dürfte sein, dass Frauen die Spiele wohl schauen, die Männer allerdings kaum.» Sie selbst habe bis jetzt nur die Spiele der Schweizer Nati geschaut, daheim, etwa mit einer Kollegin aus der Mannschaft. Die meisten aus dem Verein seien momentan aber in den Ferien.

Weiter glaubt sie, dass dem Frauenfussball die Starpower fehle. «Bei den Männern spielen die Stars, die man kennt und sehen will. Dies fehlt bei den Frauen noch ein wenig.»

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