Freche Fragen an die Kandidaten in Oberägeri

Organisiert von den Ortsparteien, fand am Montag ein Podium zu den Wahlen statt. Der Moderator Jürg Rother, aber auch die 16 anwesenden Kandidaten sorgten für einen spannenden Abend.

Rahel Hug
Drucken
Teilen
Welche fünf Politiker werden ab 2019 im Oberägerer Gemeindehaus politisieren? Dies werden die Wähler und Wählerinnen am 7. Oktober entscheiden. (Bild: Werner Schelbert (Oberägeri, 9. August 2018))

Welche fünf Politiker werden ab 2019 im Oberägerer Gemeindehaus politisieren? Dies werden die Wähler und Wählerinnen am 7. Oktober entscheiden. (Bild: Werner Schelbert (Oberägeri, 9. August 2018))

Kreativ, pointiert und mit der nötigen Prise Humor – bei der Vorbereitung seiner Fragen für das Wahl-Podium vom Montagabend in Oberägeri hat der Moderator Jürg Rother ganze Arbeit geleistet. Der reformierte Pfarrer horchte im Hofmatt-Foyer während fast zwei Stunden die Kandidaten für den Gemeinde- und den Kantonsrat aus. Das Publikum erschien zahlreich.

Die Moderation der von den Ortsparteien organisierten Fragerunde ist für Jürg Rother «Teil des Dienstes an der Gemeinschaft», wie er erklärte. «Ausserdem finde ich es ‹sackspannend›, den Kandidaten auf den Zahn zu fühlen», so der wortgewandte Pfarrer. Insgesamt 16 Kandidaten standen Red und Antwort – alle 7 Gemeinderatskandidaten sowie 9 der 13 Anwärter für einen Kantonsratssitz.

Von der Wasserversorgung bis zur Denkmalpflege

In einem ersten Teil war der Gemeinderat an der Reihe. Vom Gemeindepräsidenten Pius Meier (FDP) wollte Rother wissen, was der «tiefere Grund» für sein langjähriges Engagement sei. «Ich möchte einen Beitrag leisten für das Wohl der Gemeinde. Ich bringe Erfahrung mit und eine pragmatische Art», legte Meier dar. Den Vorsteher Bau und Infrastruktur, Andreas Meier (SVP), befragte Rother unter anderem zum Thema Wasserversorgung. «Das Seewasserwerk in Oberägeri ist ein grosses Plus, das hat sich in diesem heissen Sommer gezeigt», sagte Meier, «doch wir müssen der Wasserversorgung Sorge tragen.» Dem Bildungsvorsteher Marcel Güntert gab Rother das Stichwort «Sparen bei der Schule». Der FDP-Gemeinderat betonte, das Geld in der Bildung müsse «sinnvoll» ausgegeben werden. «Also so, dass es direkt etwas bringt, zum Beispiel für neuen Schulraum.» Wenn die Gemeinde Oberägeri das Schulhaus Hofmatt 4 bauen könne, habe man den Bedarf an Schulraum mittelfristig gedeckt.

Wo der Reiz an seinem Amt als Sozialvorsteher liege, wollte der Moderator von Paul Iten (Forum) wissen. Dieser antwortete: «Auch Leute mit weniger Geld sollen in Oberägeri Platz haben. Ich finde es spannend, diesen Personen zu helfen.» Eine der grössten Herausforderungen der Zukunft ist für Iten die Bereitstellung von genügend Pflegebetten für die ältere Generation.

Auch über die neuen Kandidaten für den Gemeinderat – Evelyn Rust und Beat Wyss (CVP) sowie Thomas Müller (SVP) – erfuhren die Anwesenden mehr. Das Ziel von Rust ist es, «dass wir es in Oberägeri gut miteinander haben», sie setzt sich ausserdem für Verbesserungen beispielsweise bei der Verkehrssituation und Treffpunkte für Jugendliche ein. Müller möchte «sich einbringen für das Wohl der Bürger» und sagt von sich, eine pragmatische Einstellung sowie Kompromissbereitschaft mitzubringen. Beat Wyss habe «ein gutes Wissen in Sachen Denkmalpflege», wie er ausführte. «Hier könnte ich einen Anstoss geben. Die Studenhütte auf Vordermann zu bringen, das würde mir Freude machen». Wyss sieht auch Potenzial auf dem ZVB-Areal. «Dort könnte man neue Arbeitsplätze ansiedeln.»

Es war eine grosse Themenvielfalt, die Jürg Rother an diesem Abend ansprach. Die Gemeinderatskandidaten äusserten sich weiter zur Siedlungsentwicklung, zum preisgünstigen Wohnungsbau, zur Bevölkerungsstruktur, zu den «Aussenstationen Morgarten und Alosen» (Rother) oder zum Vereinsleben, um nur einige Stichworte zu nennen. Einig sind sich die sieben bei folgendem Punkt: Es braucht in Oberägeri Platz für alle – und öffentliche Begegnungsorte, die den Dialog und die soziale Durchmischung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen, der Zuzüger und der «Alteingesessenen», fördern.

Junge Kandidaten stellen sich zur Wahl

Im zweiten Teil lernten die Besucher die Kantonsratskandidaten näher kennen. Alle auf dieser halben Zeitungsseite zu Wort kommen zu lassen, würde den Rahmen sprengen. Auch hier hatte der Podiumsleiter für jeden Kandidaten persönliche, direkte und freche Fragen parat. Ein Umstand, den Jürg Rother besonders freute, ist der Altersdurchschnitt: «Viele Junge sind bereit, sich zu exponieren. Das finde ich toll.»