Die Baarer Freestyle-Halle steht in den Startlöchern

Nach dreijähriger Planungsphase können die Mitglieder der IG Freestyle-Halle Zug endlich zum Hammer greifen und mit dem Umbau beginnen. Das Projekt soll im Dezember stehen.

Vanessa Varisco
Drucken
Teilen
Freut sich auf die entstehende Freestyle-Halle: IG-Präsident Marut Kiatprasert. (Bild: Stefan Kaiserm, Baar, 4. Mai 2018)

Freut sich auf die entstehende Freestyle-Halle: IG-Präsident Marut Kiatprasert. (Bild: Stefan Kaiserm, Baar, 4. Mai 2018)

Noch ist die Betonhalle in der Langgasse 40 leer, nur der Eingangsbereich ist bereits eingebaut. Von dem grossen Holzgerüst mit starken, tragenden Pfählen wird in Zukunft die Treppe in die Freestyle-Halle führen. Auf rund 450 Quadratmetern entsteht hier ein Skaterpark sowie eine Parkouranlage. Weiter entsteht dort das hauseigene Café. Ursprünglich war die Eröffnung bereits im Oktober geplant – wegen der Baubewilligung hat sich das Projekt jedoch verzögert, weshalb die Umbauarbeiten erst diese Woche starteten.

«Wir sind nach wie vor unglaublich motiviert», sagt Marut Kiatprasert, Präsident der IG Freestyle-Halle Zug. Nachdem wir lange Zeit Papierkram zu erledigen hatten, halten wir endlich den Schlüssel zur Halle in der Hand.» Das Projekt nehme Form an. «Inzwischen ist es greifbar, man kann sich etwas darunter vorstellen», so Kiatprasert.

Hilfe von vielen Seiten

Damit die Halle bis im Dezember fertiggestellt werden kann, müssen die Freestyler kräftig anpacken. Letzte Woche sei das Holzgerüst im Eingangsbereich von Profis eingebaut worden. Zudem hätten sie den Turm, welcher zurzeit noch in der Halle emporragt, abreissen wollen, dazu fehlte ihnen allerdings das richtige Werkzeug. Ab nächster Woche wollen sie tagtäglich an ihrem Traum von einer Indoor-Sportanlage arbeiten. «Für den Umbau haben wir die Leute im Verein, Freunde und Kollegen angefragt», schildert der Präsident, welcher selber begeisterter Parkour-Athlet ist. Die seien entweder handwerkliche Fachmänner oder könnten bei diversen Arbeiten zur Hand gehen. Um eine flexible Koordination zu gewährleisten, wurde eine Whatsapp-Gruppe eingerichtet, worin die Arbeiten ausgeschrieben würden. Wer Zeit und Lust hat, kann so jederzeit anpacken und die Aufgaben werden schnell aufgeteilt.

«Das Engagement der Helfer ist toll. Bereits jetzt haben sich einige bereiterklärt, direkt nach der Arbeit in die Halle zu kommen», sagt Kiatprasert. Ausserdem sei geplant, an den Wochenenden jeweils ganztags umzubauen. Ziel sei, möglichst effizient zu arbeiten, damit die Halle zügig fertiggestellt werden könne. Noch diese Woche wolle man das Material bestellen, weshalb zurzeit berechnet werde, wie viel man wovon brauche.

Bis zum Beginn der Bauarbeiten war es ein langer Weg. Neben der richtigen Halle musste die Finanzierung sichergestellt werden. Inzwischen seien rund 140 000 Franken zusammengekommen durch Sponsoring, Crowdfunding, Gemeindebeiträge und das Preisgeld von über 50000 Franken aus dem letztjährigen Wettbewerb der Zuger Kantonalbank. Zusätzlich wurde ein Gesuch an den Kanton gerichtet, um finanzielle Unterstützung aus dem Lotteriefonds zu erhalten. «Unseren Finanzplan haben wir so aufgestellt, dass er kostendeckend ist», erklärt Kiatprasert. Nichtsdestotrotz wisse man schliesslich noch nicht, wie viel Besucher tatsächlich kämen – die Besucherzahl einzuschätzen, stelle eine Herausforderung dar. Deshalb müsse man abwarten. «Wir sind optimistisch, dass Freestyler den Weg zu uns finden, da es eine Halle dieser Art noch nicht gibt in der Zentralschweiz», berichtet Kiatprasert.

Halle bietet Flexibilität

Nicht nur die Freestyler sollen von der Halle profitieren, auch anderen Sportarten stehen die Türen offen. «Während Leerzeiten können wir uns gut vorstellen, dass andere Vereine den Raum nutzen», erläutert Kiatprasert. So seien sie beispielsweise mit einer Zumba-Gruppe im Gespräch, die Interesse an der Hallennutzung habe. Für ihr Training könnte dann eine faltbare Spiegelwand aufgestellt werden, die wenig Stauraum beanspruche. Ausserdem ist das Angebot der Halle selber auf verschiedene Altersklassen ausgerichtet. Während im Skaterpark und auf der Parkouranlage vor allem Jugendliche unterwegs sein werden, ist es für den Verein vorstellbar, gewisse Teile der Anlage zeitweise umzufunktionieren. Mit Matten und unter entsprechender Aufsicht könnte der Skaterpark zum «Krabbelpark» werden, sodass auch die Jüngsten sich austoben könnten. Ein bis zwei Mal im Monat sei ein Abend für Freestyle-Sport-Begeisterte ab 35 geplant. «Wir möchten Synergien nutzen und ein breites Spektrum an Nutzungsmöglichkeiten abdecken», hält Kiatprasert fest.