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Freiämter strahlen auf Kaffeerähmchen

30 Bauern, die Milch mit guter Qualität produzieren, sind auf 
den Kaffeerahm-Deckeli von Emmi abgebildet. Drei davon kommen aus dem Freiamt.
Johanna Lippuner
Sie sind seit November auf Kafferahmdeckeln zu sehen (von links): Leo und Benno Nietlispach. Bilder: Johanna Lippunter

Sie sind seit November auf Kafferahmdeckeln zu sehen (von links): Leo und Benno Nietlispach. Bilder: Johanna Lippunter

Ein Morgen ohne Kaffee – für viele Leute unvorstellbar, denn ohne den bitteren Wachmacher wären sie erst gar nicht ansprechbar. Je nach Geschmack dürfen dabei Zucker und ein oder vielleicht sogar zwei Kaffeerähmchen auf keinen Fall fehlen. Von den Deckeln genau dieser Rähmchen strahlen den Kaffeetrinkern seit vergangenem November die freundlich lächelnden Gesichter von 30 Milchbauern entgegen. Auch drei Bauern aus dem Freiamt lächeln mit: Jakob Wiederkehr aus Jonen sowie die Beinwiler Brüder Leo und Benno Nietlispach. «Beste Milch» ist auf einem Schriftzug neben ihren Köpfen zu lesen. Darunter sticht das Logo von Emmi ins Auge.

Auch Jakob Wiederkehr ziert einen Kafferahmdeckel.

Auch Jakob Wiederkehr ziert einen Kafferahmdeckel.

Milchqualität wird 
unangemeldet getestet

Sich selber auf den Kaffeerahm-Deckeli zu sehen, ist für die Landwirte aussergewöhnlich. «Man wird ja nicht jeden Tag über eine Million mal gedruckt», lacht Benno Nietlispach. Die Reaktionen von Freunden und Bekannten seien sehr positiv gewesen. «Mir hat immer wieder jemand geschrieben: ‹Hey, ich hab dich heute auf meinem Kaffeerähmchen gesehen›», erzählt Jakob Wiederkehr erfreut. Die Brüder Nietlispach haben auf dem Grodhof in Beinwil rund 50 Kühe, die jährlich 400000 Liter Milch geben. Wiederkehr produziert auf dem Waldhof in Jonen mit seinen 25 Kühen ungefähr 200000 Liter Milch im Jahr. 160000 Liter liefert er an Emmi, den Rest bekommen die Mastkälber. Jedes Jahr vergibt Emmi den Qualitäts-Award an die Milchlieferanten, die die beste Milchqualität liefern. Mit den Fotos auf den Kaffeerähmchen ehrt die Milchverarbeiterin 30 Bauern aus der ganzen Schweiz, die in den vergangenen fünf Jahren die beste Milch produziert haben.

Die Qualität der Milch wird zweimal im Monat unangemeldet getestet. Dabei wird vor allem auf niedrige Keim- und Zellzahlen und einen Gefrierpunkt unter –0,515 Grad geachtet. Faktoren, die Bauern durch saubere Geräte, hygienisches Arbeiten und gesunde Kühe beeinflussen können. «Wir waren selber erstaunt», sagt Benno Nietlispach über den erhaltenen Award. «Bei uns stimmen einfach die Puzzleteile. Wir machen nichts Spezielles.» Er überlegt kurz und ergänzt: «Ausser, dass wir Stiere aussuchen, die eine gute Eutergesundheit weitergeben.» Sein Bruder stimmt zu: «Wir haben immer auf gute Werte geachtet, schlecht ist man schnell.» Gross beeindruckt scheinen die drei Freiämter von dem Qualitäts-Award und ihren Abbildungen auf den Kaffeerähmchen allerdings nicht zu sein. «Es ist schon eine Anerkennung», sagt Leo Nietlispach. Aber: «Das ist einfach Werbung für Emmi», so Benno Nietlispach.

Die Konsumenten sind 
entscheidend

Auf die Frage, ob er für die Milch einen fairen Preis erhalte, muss Wiederkehr lauthals loslachen. «Der Milchpreis ist schlecht. Aber das ist überall so.» Pro Liter erhalten die Bauern von Emmi rund 60 Rappen. Für gute Qualität gibt es einen Zustupf von 0,5 Rappen. «Für einen Produzenten ist das wenig», erklärt der Joner. Benno Nietlispach sagt: «Wir hoffen, dass der Milchpreis bald wieder steigt.» Es seien aber nicht nur Konzerne schuld. «Der Konsument entscheidet über Sein oder Nichtsein der Landwirtschaft. Die Schweizer wollen zwar eine heile Welt, sind aber nicht bereit, mehr zu bezahlen. Zumindest die Mehrheit nicht.

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