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Freiamt-Mitte: Drei Feuerwehren fusionieren auf Anfang 2020

Bünzen inszeniert ihre letzte eigenständige Hauptübung auf ganz spezielle Weise.
Eddy Schambron
Bereits beim Brand einer Lagerhalle der Wiederkehr AG in Bünzen im Jahr 2006 arbeiteten die Feuerwehren zusammen. (Bild: Alois Felber)

Bereits beim Brand einer Lagerhalle der Wiederkehr AG in Bünzen im Jahr 2006 arbeiteten die Feuerwehren zusammen. (Bild: Alois Felber)

Kallern hat vor der Fusion mit den Feuerwehren Boswil und Bünzen zur Feuerwehr Freiamt-Mitte am 1. Januar 2020 bereits im August nochmals tüchtig gefeiert. Bünzen inszeniert am 28. September eine sehr spezielle Schlussübung. Boswils Hauptübung am Abend zuvor, am 27. September, beim Löwen, wird dafür klassisch ausfallen, wie Kommandant Rolf Furrer erklärt. «Und danach treffen wir uns zu einem guten Essen», lacht er.

Die Fusion der Feuerwehren Boswil, Bünzen und Kallern auf Beginn des nächsten Jahres kam mit entsprechenden Gemeindeversammlungsbeschlüssen im Herbst 2018 zu Stande. Die Bünzer Frau Gemeindeammann Marlise Müller sprach an der Gemeindeversammlung sogar von einer historischen Entscheidung: «Vor Jahren war die Feuerwehr noch eine heilige Kuh.» Das ist vorbei: «Natürlich verlieren die Feuerwehren ihre Eigenständigkeit», sagt Rolf Furrer, Kommandant in Boswil, «aber sie gewinnen auch viel: anspruchsvolle Arbeit, ein grösseres Gebiet, mehr Verantwortung.» Er freut sich, dass die Vorbereitungen zur Feuerwehr Freiamt-Mitte sehr gut ablaufen und alle mit viel Engagement mitarbeiten.

Abgänge wegen der Fusion gab es kaum. «Gegenwärtig hat die neue Feuerwehr einen Bestand von 128 Personen.» Auch musste nicht viel zusätzliches Material beschafft werden. Ein neues Fahrzeug wäre ohnehin notwendig geworden.

Einsatz wie anno dazumal

Die Feuerwehr Bünzen inszeniert ihre letzte eigenständige Hauptübung am 28. September auf ganz spezielle Weise. «Wir werden beim Restaurant Hirschen ab 14 Uhr eine Art Zeitraffer präsentieren, ein Einsatz mit Material von 1821 bis heute», unterstreicht Kommandant Andreas Müller. «So kann man die Feuerwehr von früher nochmals live erleben.» Seine Feuerwehr hat tatsächlich noch Material aus der Gründerzeit. 1811 teilte der Bezirksamtmann mit, dass die Gemeinde Bünzen mit der Gemeinde Besenbüren und Waldhäusern eine Feuerspritze anzuschaffen habe. 1813 wurde diesem Verbund auch noch Kallern zugeteilt. Es dauerte dann allerdings bis 1821, bis die Gemeinde mit einem Gemeindeversammlungsbeschluss diesem Gebot nachkam und eine «Feuerspritze der mittleren Preisklasse» anschaffte. Das erste Feuerspritzenhaus kam 1857 auf dem alten Schulhausplatz an der Waldhäusernstrasse, 1919 ein neues beim Schulhaus an der Besenbürenstrasse. Am 13. Mai 1971 fiel übrigens das Feuerwehrlokal beim Schulhaus selbst einem Feuer zum Opfer. 1980 wurde das neue Feuerwehrlokal beim Freienhof eingeweiht.

Diese erste Feuerspritze blieb nach ihrem Ersatz vorerst verschwunden. 1978 entdeckte Eduard Kuhn-Wyss, ein in Matten bei Interlaken wohnhafter Bünzer Bürger, bei einem Kollegen eine alte Feuerspritze, die sich bei genauerem Hinsehen als die Bünzer Feuerspritze von 1822 entpuppte. Jahre später konnte er diese kaufen und 1990 der Gemeinde Bünzen als Geschenk überreichen.

Geschichte nochmals aufrollen

Für Feuerwehrkommandant Andreas Müller und seine Leute wird die letzte eigenständige Hauptübung ein Höhepunkt besonderer Art werden. «Wir sind dafür schon länger an der Arbeit», macht er deutlich, dass die Vorbereitungen einen grossen Aufwand bedeuten. Aber die Möglichkeit, die Geschichte der Feuerwehr Bünzen «nochmals aufzurollen», ist den Einsatz wert. Für die Einwohnerinnen und Einwohner von Bünzen und Waldhäusern wird ein spannendes Programm zum Erleben und Geniessen des Feuerwehrhandwerks zusammengestellt, das am Vormittag bereits ab 10 Uhr mit verschiedenen Posten auf dem Schulhausareal beginnt.

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