Kolumne

Freiheit trotz Auflagen

Redaktorin Vanessa Varisco beschreibt, wie sich die Massnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus auf ihren Alltag auswirken.

Vanessa Varisco
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Vanessa Varisco

Vanessa Varisco

Bild: Werner Schelbert

Priorität hat derzeit die Eindämmung des Virus. Das ist wichtig und richtig. Nichtsdestotrotz schadet ein bisschen Normalität in diesen wilden Zeiten nicht. Und zu meinem Alltag gehört der Sport. Joggen ist kein Problem, der Wald läuft mir nicht davon und ist kein Sperrgebiet. Mehr Kreativität ist gefragt, wenn es um Fitnessübungen geht. Die Studios sind bekanntermassen geschlossen. Und ohne falsche Bescheidenheit kann ich sagen: Ich werde zu McGyver, geht es darum, zu Hause Fitnessgeräte zu basteln. Aus einer Kugelschreibermine und einer Krawatte baue ich Gebilde, von denen manche Studios träumen. Überspitzt gesagt natürlich. Stets mit von der Partie sind meine persönlichen Fitnesscoaches und Mitbewohner: Bob und Küde.

Trainiert wird auch in den eigenen vier Wänden – zur Abwechslung auf dem Vitaparcours – bis zum Umfallen. Selbstredend, dass ich danach eine Stärkung brauche. Doch da alle Restaurants und damit auch Eiweissbars, die missratene Kreationen wie Himbeer-Lavendel-Leberli-Smoothies anbieten, geschlossen haben, greift hier das «Do it yourself»-Prinzip. Ich begnüge mich mit einem Thonsalat – wahlweise aufgewärmt.

Ein Work-out, dass ich Jung und Alt empfehlen kann, ist aber das Tanzen. Ehrlich! Und das geht zu Hause wunderbar. Fast täglich wird der Kronleuchter in meinem Wohnzimmer zur Discokugel umfunktioniert, was mir ein irres Grinsen ins Gesicht zaubert. Scheppert «September» von Earth, Wind & Fire durch meine Kopfhörer, gibt es kein Halten mehr: Ich packe Groovemoves aus, auf die John Travolta neidisch wäre. Und fühle mich trotz der Beschränkung auf die eigenen vier Wände unglaublich frei.

Um diese Freiheit geht es letztlich. Denn obgleich wir in unserer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind, schlimmer wäre, wir fühlten uns in uns selbst gefangen. Vermieden werden kann dies durch das In-Sich-Hineinhören. Deshalb: Bleiben Sie in Bewegung. Und viel entscheidender: Bleiben Sie in den stillen Momenten bei sich selbst.

Hinweis: In dieser Kolumne beschreiben Mitarbeiter unserer Zeitung, wie sich die Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus auf ihren Alltag auswirken.