Eine zündende Idee von Zugern trägt schneller Früchte als erwartet

Das «Freiruum»-Konzept geht auf Bemühungen einer Zuger Firma zurück. Die Besucherzahlen erreichen sehr gute Werte.

Marco Morosoli
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Ivan Schweizer (links) und Peter Scheiwiller haben den «Freiruum» massgeblich geprägt.Bild: Stefan Kaiser (Zug, 11. November 2019)

Ivan Schweizer (links) und Peter Scheiwiller haben den «Freiruum» massgeblich geprägt.Bild: Stefan Kaiser (Zug, 11. November 2019)

Westlich des Zuger Bahnhofs, auf ehemaligem Gelände des Traditionsbetriebs Landis&Gyr, kann die Stadt noch nach innen wachsen. In naher Zukunft soll hier ein neues Trendquartier entstehen, welches Wohnungen, Büros und Gewerbeflächen beinhalten wird. Bis es so weit ist, wird es jedoch noch einige Jahre dauern. Fünf beteiligte Grundeigentümer werden im kommenden Jahr ein Bebauungsplanverfahren starten.

Noch ist es also für eine Bebauung des Areals zu früh. Die grossen Flächen auf dem Gesamtareal sind teilweise noch bis 2022 vermietet, andere stehen leer und sollen nach Möglichkeit auf einer befristeten Basis wieder vermietet werden.

Die Zwischennutzung als Leuchtturmprojekt

So entstand die Konzeptidee, die bestehende Shedhalle, in welcher im besagten Zeitpunkt noch die Produktion der Siemens Schweiz untergebracht war, zukünftig in Form einer Zwischennutzung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das ursprünglich angedachte Konzept umfasste Food- und Marktstände, Event- und Kulturflächen und ein besonders auf Familien ausgerichtetes Angebot mit einer Indoor-Freizeit-Halle. Auf Basis dieser Konzeptidee führte Ivan Schweizer, Inhaber der Advendis AG diverse Gespräche mit potenziellen Betreibern in der gesamten Deutschschweiz.

Dieser konnte mit Unterstützung von Daniel Schärer von Zug Sports (Zuger Sportfestival, Zuger Seenachtsfest) schlussendlich mit Micha Federle (Pointbreak Events) gefunden werden. Die Zürcher Firma hat nunmehr das heute sichtbare Konzept weiterentwickelt und unter dem Brand «Freiruum» umgesetzt. Seit Anfang August 2019 ist der Freiruum offen und kommt bei seinen Besuchern durchwegs gut an. In den ersten drei Betriebsmonaten haben über 135000 Besucher die Einrichtung besucht.

Peter Scheiwiller von der Advendis Development AG betont, dass die jetzt umgesetzte Zwischennutzung nur dank des Entgegenkommens der Eigentümerschaft möglich gewesen sei. In diesem Fall handelt es sich um die Credit Suisse Funds AG, welche das Entwicklungsareal 2013 erworben hat. Der Freiruum sei deshalb nur aufgrund dieser privaten Initiative möglich gewesen.

Über den Erfolg des Freiruum freuen sich die beiden Zuger Entwickler natürlich. Sie arbeiten aber bereits an der weiteren Zukunft des Areals. «Anfang Jahr wird das Office-Lab als Vermieter von Co-Working-Flächen im Zählerweg einziehen. Und demnächst hoffen wir, noch eine weitere, für Zug einmalige Ansiedlung kommunizieren zu können», sagt Ivan Schweizer.

Es bleibt spannend, mit was für Überraschungen die Zuger in nächster Zeit auf dem LG-Areal noch aufwarten werden. Die Zuger Bevölkerung darf sich schon jetzt darauf freuen. So ergänzt ab kommenden Montag ein Pizzabäcker das Nahrungsangebot im Freiruum.