FREIZEIT: Zugerberg Trail beschäftigt Feuerwehr und Rettungsdienst

Auf der Mountainbike-Strecke ist es seit der Eröffnung zu acht Unfällen gekommen. Das Einsatzkonzept, das die Trailmacher zusammen mit den Rettern dazu ausgearbeitet haben, hat sich dabei bewährt.

Samantha Taylor
Drucken
Teilen
Rund 30 000 Fahrten gab es auf dem Zugerberg Trail seit seiner Eröffnung. (Bild: Roger Zbinden (14. Mai 2016))

Rund 30 000 Fahrten gab es auf dem Zugerberg Trail seit seiner Eröffnung. (Bild: Roger Zbinden (14. Mai 2016))

Wer seine Freizeit gerne auf dem Bike verbringt, der ist seit über einem Jahr in Zug gut bedient. Seit Frühling 2016 gibt es den Zugerberg Trail. Dieser beschert dabei allerdings nicht nur den Bikern ein neues Freizeitvergnügen, sondern auch der Feuerwehr und dem Rettungsdienst etwas mehr Arbeit. So titelt die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Zug (FFZ) in der aktuellen Ausgabe ihres Magazins «Strahlrohr»: «Zugerberg Trail – viele Einsätze». Achtmal – einmal im letzten und siebenmal in diesem Jahr – mussten die FFZ und ein Rettungsdienst zum Trail ausrücken, um eine verunfallte Person zu bergen. «Als der Trail eröffnet wurde, war klar, dass es Einsätze geben wird», sagt Andreas Müller, Leiter des Rettungsdienstes Zug (RDZ). Sowohl die FFZ wie auch der RDZ können sich aber nicht dazu äussern, ob man im Vorfeld mit mehr oder weniger Einsätzen gerechnet habe. «Da es etwas Neues ist, war das schwierig abzuschätzen», so Müller.

Auch die Verantwortlichen des Zugerberg Trails, die IG Mountainbike, haben im Vorfeld keine Prognosen gestellt. «Es gibt dazu zu wenig verlässliche Daten. Darum ist das sehr schwierig», sagt Präsident Christoph Jans. Natürlich habe man gehofft, dass es so wenige wie möglich seien. Die acht Einsätze würden aber im Rahmen liegen. «Wir hatten bisher rund 30 000 Fahrten. Jeder Unfall ist einer zu viel. Aber im Verhältnis waren es sehr wenige», betont Jans. Man habe zudem auf der Strecke keinen Unfallschwerpunkt festgestellt. «Die Unfälle haben sich an unterschiedlichen Orten ereignet», sagt Jans.

Feuerwehr mit zehn Mann im Einsatz

Für die Feuerwehr und den Rettungsdienst stellen die Einsätze am Zugerberg eine Herausforderung dar. Vor allem die Bergung sei aufgrund des unwägbaren Geländes oft schwierig, heisst es beim RDZ. Aus diesem Grund wird auch bei jedem Einsatz die FFZ mit aufgeboten. Sie ist dafür zuständig, die verunfallte Person, sofern diese nicht mehr selbst gehen kann, zum Rettungsauto zu bringen. «Wir wurden zusammen mit dem RDZ schon in der Entstehungsphase des Trails mit einbezogen. Es wurde ein Einsatzkonzept entwickelt, das sich bisher sehr bewährt hat», sagt Daniel Jauch, Kommandant der FFZ. Zu diesem Konzept zählt unter anderem die Unterteilung des Trails in Sektoren. Verunfallt eine Person, kann sie leicht feststellen, in welchem Sektor sie sich befindet und diese bei ihrem Notruf angeben. Die FFZ rückt dann mit zehn Personen aus. «Wir wissen, bis wohin man in welchem Bereich fahren kann und ab wann wir zu Fuss gehen müssen», sagt Jauch. Die FFZ sei für die Einsätze jeweils so aufgestellt, dass sie eine verunfallte Person mit einer Seilwinde und einer Wanne aus dem Gelände bergen könne, sofern der Unfallort nicht anders zugänglich ist. «Dieses Szenario haben wir trainiert, zum Einsatz gekommen ist es zum Glück aber noch nie», sagt Jauch.

Kosten sollen neu verrechnet werden

Die Kosten für einen Einsatz des RDZ belaufen sich auf 900 Franken, jene der FFZ auf 1100 Franken. Bisher verrechnet die FFZ diese Kosten nicht. Ab 2018 könnte sich dies ändern. «Es wird derzeit geprüft, ob die Kosten dem Verunfallten ab 2018 verrechnet werden sollen», sagt Jauch.

Ein Unfall könnte einen Biker also künftig teuer zu stehen kommen. Denn die Versicherung bezahlt nur einen Teil dieser Summe. «Es hängt davon ab, ob es sich um einen Transport oder eine Rettung handelt», sagt Peter Odermatt, Leiter Leistung beim Zuger Krankenversicherer Klug. Von einem Transport spreche man, wenn ein Verunfallter nicht lebensbedrohlich verletzt sei. In diesem Fall übernimmt die Versicherung 50 Prozent der Kosten und jährlich maximal 500 Franken. Ist eine Person lebensbedrohlich verletzt, wird dies als Rettung eingestuft. In diesem Fall übernimmt sie ebenfalls 50 Prozent der Kosten und jährlich maximal 5000 Franken. Für weitere Leistungen braucht es eine Zusatzversicherung. Odermatt weiss allerdings: «Die Leistungen bei der Zusatzversicherung können von Versicherer zu Versicherer verschieden sein. Es gibt immer wieder Uneinigkeiten zwischen Versicherern und Leistungserbringern.»

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch