Freud und Leid bei den Fussballern von Zug 94 nach dem Saisonabbruch

Die Fussballer bleiben zwar in der 1. Liga, die finanzielle Situation spitzt sich aber noch zu.

Michael Wyss
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Der Goalie Mario Pastore wird weiterhin für Zug spielen.

Der Goalie Mario Pastore wird weiterhin für Zug spielen.

Bild: Roger Grütter (Luzern, 16. März 2019)

«Ich hätte gerne die Saison zu Ende gespielt und es allen Pessimisten und Besserwissern gezeigt, zu was wir fähig gewesen wären», sagt Vural Oenen (39). Der Trainer von Zug 94 sagt aber auch: «Das Erreichen des Klassenerhalts wäre eine sehr schwierige Mission gewesen. Die Hypothek von zehn Punkten auf den Ligaerhalt war natürlich schon ein grosses Ding.»

Unlängst gab der Verein die Vertragsverlängerung mit Oenen für die kommende Saison bekannt. «Dass wir nun in der ersten Liga die Zukunft planen können wegen des Meisterschaftsabbruch, ist sicher das Positive aus dem ganzen Negativen der letzten Wochen mit der Coronakrise. Wir werden die Zeit bis zur nächsten Saison nutzen, um ein schlagkräftiges Team zu formen.» Doch es ist ungewiss, welche Spieler ihm in der neuen Spielzeit zur Verfügung stehen werden.

Der Trainer sagt: «Die Gespräche mit Spielern des bestehenden Kaders haben in diesen Tagen begonnen. Das wird eine grosse Herausforderung für mich und Sportchef Besnik Reci. Wir hatten letzte Woche noch eine Sitzung mit den beiden Trainern der A-Junioren und der 3.-Liga-Mannschaft, an der die Zusammenarbeit und der personelle Austausch von Akteuren ein Thema war.»

Ein Torhüter hat bereits zugesagt

Ein Akteur, der Zug 94 erhalten bleibt, ist der Goalie Mario Pastore (33). «Ich stehe nun in meiner zweiten Saison hier in Zug und es gefällt mir sehr gut. Das Schiff zu verlassen, wenn es nicht läuft oder unangenehm wird, ist immer einfach. Ich will dem Verein aber helfen und meine Erfahrung auch an die jungen Akteure weitergeben. Ein Wechsel stand nicht zur Diskussion. Mir dieser Infrastruktur gehört das Fanionteam mindestens in die 1. Liga. Die grosse Nachwuchsabteilung braucht ein Aushängeschild, welches auf diesem Niveau spielt», erklärt er.

Gerne würde Vural Oenen am 22. Juni mit der Vorbereitung auf die neue Saison hin beginnen, die wohl im August beginnen wird. «Das ist mein Wunsch. Momentan haben wir keine Planungssicherheit und wissen nicht, wie es weiter geht wegen der Coronakrise. Trainings machen auch nur dann Sinn, wenn ich als Trainer mit der ganzen Mannschaft trainieren kann», sagt Oenen. Laut dem neusten Bundesrat entscheid vom 29. April ist ab dem 11. Mai ein Training möglich, allerdings darf nur in Kleingruppen mit maximal fünf Personen ohne Körperkontakt trainiert werden.

Loch in der Kasse und Kampf um Sponsoren

Was hat der Meisterschaftsabbruch für finanzielle Konsequenzen für den klammen Verein? Christian Volkart, der Vizepräsident, sagt: «Eine Zahl zu nennen, ist immer schwierig. Wir rechnen mit rund 50000 Franken, die wir nicht erwirtschaften können bis im Sommer.»

Dass man in der ersten Liga verbleibt, sei zwar schön, doch man hätte gerne Fussball gespielt. «Unser geliebtes Hobby fehlt natürlich. Wir konnten keine Antworten auf dem Platz liefern, was sehr schade ist. Für die Region um Zug und unsere Junioren ist es jedoch wichtig, dass wir in der ersten Liga verbleiben», sagt Volkart, um zu ergänzen:

«Wir hätten das allerdings nicht um jeden Preis angestrebt, denn wir müssen auch haushalten mit unseren Finanzen. Priorität geniesst nun, den Verein gesund aufzustellen für die Zukunft.»

Als grosse Herausforderung beziffert Volkart die Suche nach neuen Sponsoren: «Das ist eine grosse Challenge, denn die Coronakrise macht das nicht einfacher. Doch jeder neue Geldgeber kann auch Gutes tun und in den Sport und in die Jugend, unsere Zukunft, investieren.»

Bei Zug 94 spielen derzeit 500 Jugendliche Fussball. «Wir hoffen, dass unsere Partner uns die Treue halten. Wir schätzen diese wertvolle Zusammenarbeit sehr. Sie erhalten unseren Verein letztlich am Leben», zeigt Christian Volkart auf.