Fussball
Freude in Ägeri und Steinhausen – Ärger andernorts

Auch in der 2. Liga interregional und den regionalen Ligen wird der Ball bald wieder rollen.

Martin Mühlebach
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Der FC Rotkreuz (in Rot-Weiss, im Derby gegen Ägeri) dürfte es schwer haben, den angestrebten Aufstieg noch zu bewerkstelligen.

Der FC Rotkreuz (in Rot-Weiss, im Derby gegen Ägeri) dürfte es schwer haben, den angestrebten Aufstieg noch zu bewerkstelligen.

Bild: Jakob Ineichen (Unterägeri, 11. Oktober 2020)

Der Fussballverband hat entschieden: Die ausstehenden Vorrundenpartien in den unteren Ligen werden ab dem 12. Juni noch ausgetragen, um die Auf- und Absteiger ermitteln zu können. Dann ist die Saison 2020/21 zu Ende. Die Zuger Vereine zeigen Verständnis für diese Entscheidung, aber restlos glücklich sind sie nicht.

Der FC Rotkreuz, der in der Gruppe 5 der 2. Liga interregional hinter Lachen/Altendorf, Freienbach und Zofingen im 4.Tabellenplatz liegt, bedauert, dass die Rückrunde nicht mehr ausgetragen wird. René von Euw, der Teammanager, sagt: «Unser Ziel ist der Aufstieg in die 1. Liga. Ich bin überzeugt, dass wir gute Chancen gehabt hätten, dieses Ziel zu erreichen, wenn die Rückrunde noch ausgetragen würde.» Mit nur noch drei Vorrundenspielen werde es für sein Team fast unmöglich, den Rückstand auf den Leader Lachen/Altendorf noch wettmachen zu können. Zum jetzigen Zeitpunkt sei der Verbandsentscheid aber nachvollziehbar.

Ähnlich wie René von Euw äussert sich auch Dragi Salatic, der Trainer des FC Ägeri. Allerdings aus einem anderen Grund. In der Gruppe 5 der 2. Liga interregional auf dem 10. Tabellenplatz liegend, droht die Abstiegsgefahr. Salatic betont: «Wir haben nun noch drei Partien zu bestreiten, bis endgültig abgerechnet wird. Unser Ziel muss es sein, möglichst rasch noch die nötigen Punkte einzufahren, um den Ligaerhalt zu schaffen.» Die erste Gelegenheit dazu bietet sich Ägeri am 13.  Juni, wenn der FC Zofingen auf der Chruzelen zu Gast ist.

Für Cham II, das in der regionalen 2.Liga auf Rang 10 platziert ist, geht es wie Ägeri. Trainer Pascal Nussbaumer sagt: «Wir hätten die Rückrunde noch gerne bestritten, aber wir müssen den Verbandsentscheid akzeptieren und flexibel bleiben.» Mit einer Differenz von vier Punkten auf den Drittletzten der Tabelle und von sechs Punkten auf den Tabellenvorletzten dürfte Cham ein einziger Sieg genügen, um den angestrebten Ligaerhalt sichern zu können. Pascal Nussbaumer gibt sich mit dieser Einschätzung nicht zufrieden. «Wir wollen alle drei noch ausstehenden Spiele gewinnen», stellt er klar.

Baar hadert mit dem Schicksal

Urs Buob, der Sportchef des FC Baar, der in der Gruppe1 der 3.Liga punktgleich mit dem Leader Sins auf dem 2.Tabellenplatz liegt, sagt klar: «Wir sind die Verlierer des Verbandsentscheids. In der Vorrunde mussten wir in Sins antreten, wo wir verloren. Da die Rückrunde nun nicht mehr ausgetragen wird, werden wir der Chance beraubt, das Rückspiel gegen Sins auf unserem Terrain auszutragen. Und wir werden auch um die durchaus mögliche Qualifikation für die Teilnahme an der Aufstiegsrunde geprellt.» Es sei nicht davon auszugehen, dass Sins – mit weniger Strafpunkten – sich die Butter noch vom Brot nehmen lasse. Da Baar schon in der vergangenen Saison, nach dem Abbruch, die Aufstiegsrunde nicht bestreiten konnte, ist es mehr als nur verständlich, dass Urs Buob mit dem Schicksal hadert.

Martin Kaufmann, der Präsident des auf dem 4. Tabellenplatz liegenden FC Hünenberg, sagt wie René von Euw vom FC Rotkreuz: «Zum jetzigen Zeitpunkt ist der Verbandsentscheid nachvollziehbar.» Kaufmann betont aber: «Wir hätten die Rückrunde gerne gespielt, sozusagen als Standortbestimmung.»

Besnik Reci, der Sportchef von Zug 94, meint: «Unser Ziel ist es, in der zweiten Mannschaft eigene Junioren fürs Fanionteam fit zu machen. Aus diesem Grund hätten wir die Rückrunde noch gerne bestritten. Aber wir müssen akzeptieren, was nicht zu ändern ist.» Im 6. Tabellenplatz liegend, benötigt Zug 94 II noch einen Dreier, um sich jeglicher Abstiegssorgen entledigen zu können. «Das sollte machbar sein», sagt Reci lächelnd.

Weniger entspannt hätte der auf dem 10. Tabellenrang liegende SC Steinhausen dem vorzeitigen Saisonende entgegenblicken können. Hätte, denn dank dem freiwilligen Mannschaftrückzug des Tabellenvorletzten Küssnacht II, gegen den Steinhausen die noch ausstehende Vorrundenpartie hätte bestreiten müssen, steht der Verbleib in der 3. Liga fest. Igor Tadic, der die Eschfeld-Elf in der kommenden Saison als Spielertrainer anführen wird, sagt: «Die Mannschaft wird jetzt noch zwei Trainingspartien absolvieren, die ich mir anschauen werde, um mir ein Bild von meinem zukünftigen Team machen zu können.»