Kunst: Frische Luft für Josephine Hopper

Ein Zuger Kunstliebhaber hatte die Idee, auf einem bekannten Gemälde ein Fenster zu öffnen - symbolhaft für Zeiten wie diese.

Andreas Faessler
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Nun steht das Fenster für Jo Hopper offen.

Nun steht das Fenster für Jo Hopper offen.

Bild: Fredy Rickenbacher

Aktuell ist zu Hause bleiben für Menschen rund um den Erdball höchstes Gebot, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Da wird das bekannte Gemälde «Cape Cod Morning» des bedeutenden US-Künstlers Edward Hopper fast schon zu einem Sinnbild: Eine Frau schaut aus ihrem Haus durchs verschlossene Fenster in die von der Morgensonne erleuchtete Natur. Bei der Dame handelt es sich um Hoppers Gattin Josephine, die für fast alle seine Gemälde mit Frauenfiguren Modell gestanden hat.

Beim Haus Bohlstrasse 14 in Zug kriegt Frau Hopper nun frische Luft: Auf dem dortigen Plakat beim Parkplatz mit der Abbildung des Gemäldes steht das Fenster weit offen – im Gegensatz zum Original. Die kleine «Manipulation» hat Fredy Rickenbacher vorgenommen, der kunstinteressierte Eigentümer des Grundstückes und Betreiber der privat unterhaltenen Plakatwand. Von einigen Schweizer Kunsthäusern – darunter auch von der Fondation Beyeler in Riehen, wo er und seine Frau fleissige Besucher sind – erhält er jeweils Ausstellungsplakate für seine Schauwand zur Verfügung gestellt. Gemäss Rickenbacher stossen diese bei Passanten auf Interesse. Warum also nicht bei Gelegenheit der Bohlstrasse entlang spazieren – das ist ja unter Einhaltung der Distanzregeln erlaubt – und gemeinsam mit Frau Hopper frische Luft schnappen...