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Frust über Flecken an goldener Fassade in Zug

Zuger ärgern sich über die dreckige Fassade des Pavillons am Zugersee. Die Stadt verspricht eine baldige Reinigung.
Laura Sibold
Der «goldene Kiosk» bei der Schiffsanlegestelle Bahnhofsteg ist an mehreren Seiten stark verschmutzt. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 30. September 2019)

Der «goldene Kiosk» bei der Schiffsanlegestelle Bahnhofsteg ist an mehreren Seiten stark verschmutzt. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 30. September 2019)

Der Lack ist ab beim Pavillon an der Schiffsanlegestelle Zug Bahnhofsteg, der im Volksmund liebevoll «goldiger Kiosk» genannt wird. Denn von einem glänzend goldenen Bauwerk kann keine Rede mehr sein. Am einst goldenen Kiosk prangen Klebespuren, Vogelkot und im unteren Bereich finden sich auch Spuren von Urin.

«Ich bin heute vorbeispaziert und ein weiteres Mal erschrocken, wie schrecklich die Fassade ausschaut. Es ist ein Schandfleck für unsere sonst so hübsche Seepromenade», schreibt eine Stadtzuger Leserin, die lieber anonym bleiben möchte. Sie könne sich noch gut erinnern, dass bei der Eröffnung des Pavillons versprochen worden sei, dass die Fassade mit der Zeit schöner werde.

Architekten sprachen von einer schönen Alterung

Ein Blick ins Zeitungsarchiv bestätigt dies. Die Aussenhülle des Pavillons besteht aus Messing-Kupfer-Platten, die mit der Zeit Patina ansetzen und dunkler werden. Das verspreche eine schöne Alterung, sagte Architekt Norbert Truffer, der das Projekt mit dem Zuger Architekten Riccardo Romano entworfen hatte, im April 2009 anlässlich der Eröffnung. Durch die Verwitterung verliere das Bauwerk seinen Glanz, womit auch die zahlreichen Spuren wie etwa Handabdrücke verschwinden würden.

Heute sind zwar keine Handabdrücke mehr zu sehen. Dennoch ist der «goldige Kiosk» dreckig. Das ist besonders schade vor dem Hintergrund, dass das 1,2-Millionen-Projekt an zentraler Lage steht, wo täglich zig Zuger und Touristen vorbeikommen.

Nicht überall am Bauwerk hat der Verwitterungsprozess das «Gold »vernichtet. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 30. September 2019)

Nicht überall am Bauwerk hat der Verwitterungsprozess das «Gold »vernichtet. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 30. September 2019)

Auch bei der Confiserie Speck, die im Pavillon eine Gelateria betreibt, ist das Thema bekannt. Inhaber Peter Speck bestätigt, dass er immer mal wieder Rückmeldungen von Passanten erhalte, die sich an den Flecken stören. Die negativen und positiven Rückmeldungen zum Bauwerk würden sich allerdings die Waage halten. «Der Bau ist ein Kunstwerk und so wird er auch behandelt. Über Kunst kann man immer geteilter Meinung sein», sagt Peter Speck. Ihm sei wichtig, dass Sauberkeit und Qualität in der Gelateria gewährleistet seien, weil er nur darauf Einfluss nehmen könne. «Als Pächter darf ich die Fassade nämlich gar nicht reinigen, da die Putzstellen zu gut sichtbar wären.»

«Heikle» Fassade ist nur schwer sauber zu kriegen

Christian Weber, Leiter der Stadtzuger Immobilien, betont, dass das Bauwerk eine Herausforderung sei. Mit dem Entscheid, eine Messingfassade zu erstellen, die nach und nach verwittert, müsse man Spuren an den Wänden in Kauf nehmen. «Die Witterungsspuren gehören zum Kunstwerk, das ist von den Architekten so gewollt. Regelmässiges Putzen stört die Verwitterung, respektive führt zu Flecken auf der Fassade», erklärt Weber. Messingwände sind «heikel» – es gilt: Je dunkler die Fassade, desto weniger Flecken sind sichtbar.

Christian Weber räumt angesichts der Vorwürfe allerdings ein, dass der Kiosk an bester Lage durchaus wieder einmal eine Reinigung nötig hätte. Das sei aber nicht ganz einfach, denn jede Bewegung mit einem Lappen hinterlasse auf der Fassade Spuren. Um die Situation nicht noch zu verschlimmern, klärt die Stadt nun ab, wie und mit welchen Mitteln der Pavillon am besten gereinigt werden kann. In Zukunft werde die Abteilung Immobilien ein Augenmerk auf den Pavillon richten und ihn – falls nötig – regelmässig reinigen. Golden glänzen wird die Fassade zwar nie mehr – doch laut Weber soll der «goldige Kiosk» bis Ende Oktober von den grössten Flecken befreit werden.

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