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Fuchsräude breitet sich in Nachbarkantonen von Zug aus

In Zug wurden dieses Jahr noch keine befallenen Füchse gesichtet. In umliegenden Kantonen dafür umso mehr.
Laura Sibold
Dieser an Fuchsräude erkrankte Fuchs wurde Mitte März in Luzern gesichtet und fotografiert. (Bild: PD)

Dieser an Fuchsräude erkrankte Fuchs wurde Mitte März in Luzern gesichtet und fotografiert. (Bild: PD)

Die durch Milben ausgelöste Hautkrankheit Fuchsräude ist für Füchse und Hunde hoch ansteckend. Waren die Zahlen der an Fuchsräude erkrankten Tiere mehrere Jahre lang tief, breitet sich die Krankheit nun wieder aus. Laut Meldung der «Neuen Zürcher Zeitung» sind in Teilen des Kantons Zürich, im Weinland, im Knonauer Amt, in der Region Winterthur und in der Agglomeration kranke Füchse gesichtet worden. Auch im Aargau und in Luzern nehmen die Krankheitsfälle laut Meldung der Wildhüter teilweise zu.

Und im Kanton Zug? Roman Keller, Abteilungsleiter Fischerei und Jagd des Amtes für Wald und Wild, weiss Genaueres. Im aktuellen Jahr sei bisher noch kein erkrankter Fuchs gesichtet oder erlegt worden. «Von einem Problem kann im Kanton Zug bis jetzt nicht gesprochen werden. Sollte sich die Fuchsräude in den umliegenden Kantonen jedoch weiter ausbreiten, könnten die Fallzahlen auch in Zug plötzlich ansteigen», erklärt Keller. Der Abteilungsleiter Fischerei und Jagd betont, dass diese Aussagen mit Vorsicht zu geniessen seien.

Der Parasit hält die
Population in Schach

«Anhand von Zufallssichtungen, Fallwildzahlen und geschossenen Füchsen können wir zwar einzelne Befunde feststellen. Da keine Meldepflicht für Fuchsräude-Fälle besteht und nicht jedes erkrankte Tier gefunden wird, kann aber nur eine Tendenz über den Verlauf der Krankheit aufgezeigt werden.» Im Jahr 2012 gab es in Zug einen Höhepunkt an erkrankten Füchsen. Damals wurden so viele Fälle gemeldet wie selten, zwölf an der Zahl. Auch in den Folgejahren 2013 und 2014 blieben die Zahlen hoch. Danach ist der Wert im Kanton Zug wieder auf ein stabil tiefes Niveau mit lediglich einer Handvoll Fälle gesunken. Ein weiterer Aspekt, der nun neben dem Befall von Füchsen in anderen Kantonen zu einem Anstieg der Fuchsräude in Zug führen könnte, ist die Anzahl der Tiere. «Wir haben den Eindruck, dass die Fuchspopulation im Kanton Zug in diesem Jahr wieder etwas gewachsen ist. Da die Räude ein Parasit ist, der die Populationsdichte in einem gewissen Rahmen hält, könnte sich die Fuchsräude auch in Zug ausbreiten», resümiert Keller.

Bei befallenen Füchsen löst die Fuchsräude ein Ekzem aus, das juckt, blutet und zu einem bakteriellen Infekt führt. In der Folge erleiden die Tiere einen qualvollen Tod. Sichtbar ist die Fuchsräude vor allem durch Haarausfall sowie ein auffälliges Verhalten wie vermehrte Tagaktivität oder fehlende Scheu. Neben Füchsen können sich auch Hunde und Katzen mit der Krankheit anstecken. Das Risiko einer Infektion lasse sich allerdings massiv verhindern, wenn man den Hund an die Leine nehme, weiss Roman Keller. Vorsicht ist auch in Städten und Gärten geboten, wo Füchse vermehrt unterwegs sind. «Es braucht keinen direkten Kontakt vom Fuchs zum Hund. Die Milben können auch indirekt durch Hautschuppen oder Haare übertragen werden.» Daher lohnt es sich, kein Futter für Haustiere oder offene Speisereste nach draussen zu stellen und Distanz zu Füchsen zu wahren.

Haustiere können gut
behandelt werden

Weisen Hunde oder Katzen auffällige Hautveränderungen auf oder kratzen sich stark, sollte man einen Tierarzt aufsuchen. Bei Haustieren ist die Krankheit zudem mit Medikamenten gut behandelbar. Theoretisch könnte man auch Füchse heilen, weiss Roman Keller vom Amt für Wald und Wild. Da es jedoch schwierig sei, das Medikament kontrolliert zu verabreichen, die Behandlung viel koste und im Kanton Zug seit Jahren nur Einzelfälle von Fuchsräude auftreten, lohne sich der hohe Aufwand bei Füchsen kaum.

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