Fünf gegen einen Volksentscheid

Eine Handvoll Politiker fast jeder Färbung wollen, dass die Oberwil Rebells im Exil in der Herti bleiben. Sie stellen sich gegen eine Urnenabstimmung.

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Werden die Rebells je wieder in Oberwil trainieren?  Unser Bild entstand auf dem Provisorium im Jahr 2008. (Bild: Christoph Borner-Keller/Neue ZZ)

Werden die Rebells je wieder in Oberwil trainieren? Unser Bild entstand auf dem Provisorium im Jahr 2008. (Bild: Christoph Borner-Keller/Neue ZZ)

Seit 2007 hat die Stadt Zug einen Auftrag: Sie soll auf dem Gebiet Oberwil-Gimenen einen Streethockeyplatz mitsamt Infrastruktur errichten. So haben es die Zuger Stimmbürger damals mit einem Ja-Anteil von 58 Prozent beschlossen. Bis zum 1. Januar 2012, also vor Jahresfrist, sollte dieser Platz in Betrieb genommen werden. Doch der Dominator der Nationalliga A hat seinen eigenen Sportplatz noch nicht erhalten – zumindest nicht seinen definitiven.

«Beste Bedingungen»

Was in der Volksabstimmung angenommen wurde, soll nun wieder aufgehoben werden. Fünf Politiker, quer durch die politischen Färbungen, wollen dies mit einer Einzelinitiative erreichen. Der Vorstoss trägt die Unterschriften von Michèle Kottelat (GLP), Christina Huber Keiser (SP) Susanne Giger (parteilos), Isabelle Reinhart (CVP) und Willi Vollenweider (SVP). Sie finden, die damalige Initiative für einen Streethockeyplatz sei zwar nicht umgesetzt worden, habe aber dazu geführt, dass der Stadtrat die Oberwil Rebells immer nach Kräften unterstützt habe. Der Weg des Oberwiler Clubs ins Exil führte zuerst über einen provisorischen Platz zwischen der Trainings- und der Sporthalle des EVZ in der Herti und schliesslich, trotz anfänglicher Gegenwehr der Anwohner und über 50 Einsprachen, auf den heutigen Streethockeyplatz in der Herti Nord, angrenzend an die Fussballfelder. Dort fänden die Rebells beste Bedingungen für Trainings und Wettkämpfe vor, argumentieren die Unterzeichner. Das Gebiet sei mit dem ÖV bestens erschlossen, und es gebe Parkplätze.

«Automatisch eine Halle?»

Im Kern sehen die fünf Politiker aber, dass sich seit der Abstimmung von 2007 die Ausgangslage «komplett verändert» habe. In der Nachbarschaft Oberwil-Gimmenen, wo gemäss Volksentscheid die zukünftige Anlage zu stehen kommen sollte, ist nördlich des Mülimattwegs eine Zone für öffentliche Nutzung ausgeschieden. Aus lärmtechnischer Sicht lasse sich ein zweckdienlicher Streethockeyplatz dort nur in einer geschlossenen Halle realisieren, die jedoch mit 6 bis 7 Millionen Franken das Doppelte dessen kosten würde, was man ursprünglich für die Anlage der Rebells gerechnet hatte. Die Initianten stossen sich daran, dass aus dem Auftrag für einen Sportplatz automatisch der Anspruch auf den Bau einer viel teureren Sporthalle abgeleitet werden soll.

Christian Volken

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