Für einmal stehen «nur» Frauen im Fokus

Am Internationalen Frauentag vom Sonntag, 8. März, finden auch im Kanton Zug verschiedene Anlässe statt.

Laura Sibold
Drucken
Teilen
Bereits vor zwei Jahren wurde der Frauentag bei der Jugendanimation Zug mit musikalischen Darbietungen und Texten gefeiert.

Bereits vor zwei Jahren wurde der Frauentag bei der Jugendanimation Zug mit musikalischen Darbietungen und Texten gefeiert.

Bild: Maria Schmid (Zug, 8. März 2018)

«Was Frauen alles können»: Unter diesem Motto steht der diesjährige Aktionstag der Jugendanimation Zug (Jaz) zum Internationalen Frauentag am Sonntag, 8. März. «Der Frauentag hat für uns eine lange Tradition. Unser Ziel ist es, Frauen gezielt in die Programmgestaltung einzubeziehen, damit ihre Anliegen und Ideen behandelt und umgesetzt werden können», erklärt Lisa Palak-Otzoup, Leiterin der Jugendanimation Zug.

Aus diesem Grund sei bereits im November 2019 ein Projektteam zum Internationalen Frauentag gegründet worden. Sechs Frauen im Alter von 14 bis 55 Jahren aus verschiedenen Ecken der Welt trafen sich im Lade für Soziokultur und erarbeiteten gemeinsam ein buntes Programm ausgewählter Aktivitäten, um den Frauentag 2020 gebührend zu begehen. Entsprechend sollen am Frauentag die Frauen mit ihren Fähigkeiten, ihren Geschichten und ihrer Lust, sich auszudrücken, im Mittelpunkt stehen, betont Lisa Palak. Das Rahmenprogramm bilden verschiedene Aktionen zum Anregen und Ausprobieren und eine Bar mit feinen Häppchen im Foyer des Burgbachkellers.

Theater, Geschichten und kleine Häppchen

In einem Schreib- und Bild-Labor dürfen Geschichten erfunden und Selbstverständlichkeiten kritisch hinterfragt werden. In selber gestalteten «Fanzines» – kleinen, aus einem Blatt Papier hergestellten Büchlein – können die Frauen ihre Geschichten festhalten. «Die selbst gemachten, aber äusserst raffinierten Büchlein bilden das Sprachrohr für die gesammelten Bilder und Gedanken», erklärt Palak.

Im Theater des Burgbachkellers können sich die Frauen am Nachmittag unter der Leitung zweier angehender Theaterpädagoginnen auf die Spuren ihrer gesellschaftlichen Rolle als Frau begeben. In zwei Workshops à je 10 bis 12 Personen sollen sich die Teilnehmerinnen während einer Stunde über verschiedene Formen wie Improtheater, Bewegung oder Tanz mit der Thematik «Frau sein» auseinandersetzen. Zum Abschluss texten die Teilnehmerinnen mit der Musikerin Saida ein Lied, welches gemeinsam eingeübt und gesungen wird.

Das Programm der Jugendanimation Zug

Ab 13 Uhr: Kuchenbuffet und Getränke aller Art im Foyer des Burgbachkellers
13.30 Uhr: Kreativstube mit basteln, Geschichten schreiben im Lade für Soziokultur. Theaterworkshop «Wettsch Theater, chasch haa» im Theaterraum Burgbachkeller
15 Uhr: Zweiter Theaterworkshop im Theaterraum Burgbachkeller, Anmeldung vor Ort
16.30 Uhr: Musizieren und geniessen im Theaterraum Burgbachkeller
18 Uhr: Barbetrieb mit feinen Häppchen im Foyer Burgbachkeller

Am Programm der Jugendanimation Zug beteiligt sich auch das Zuger Frauenstreikkomitee. «Wir wollen unsere Botschaft aber auch nach aussen tragen und werden daher am 8. März im öffentlichen Raum eine Aktion durchführen», sagt Julia Küng vom Frauenstreikkomitee. Konkreter will die Zugerin nicht werden, sie verrät allerdings, dass die bekannten Forderungen zur Gleichberechtigung wiederholt werden sollen und man zur nächsten Frauenstreikdemo am 14. Juni 2020 aufrufen wolle.

Zwei Märsche nach Zürich sind geplant

Pläne haben auch die katholische Kirche Zug und die Frauenzentrale Zug – allerdings beide in Zürich. Die katholische Kirche Zug beteiligt sich am Sonntag am Sternenmarsch für Gleichberechtigung, der von vier Orten zur Kirche St.Felix und Regula in Zürich führt. Zugerinnen und Zuger, die daran teilnehmen möchten, können sich am Bahnhof Zug um 12.20 Uhr treffen, mit der S5 geht die Fahrt um 12.35 Uhr nach Birmensdorf. Von dort wird bei gutem Wetter nach Zürich gepilgert. Weitere Auskünfte erteilt Theologin Regula Grünenfelder (kontakt@regulagruenenfelder.ch).

Die Frauenzentrale Zug und das Frauennetz Kanton Schwyz veranstalten einen gemeinsamen Marsch nach Zürich, um in Gedenken an die Frauenrechtlerin Emilie Lieberherr ein erneutes Zeichen für die Gleichstellung der Frau in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft zu setzen. Um 10 Uhr ist Treffpunkt am Zürcher Hauptbahnhof, wonach der Marsch zum Zentrum Karl der Grosse mit anschliessender Matinee zum Tag der Frau stattfindet. Autorin Trudi von Fellenberg-Bitzi liest aus der Biografie von Emilie Lieberherr, danach steht ein gemeinsamer Austausch zwischen Vertreterinnen aus der Zentralschweiz an. Wer daran teilnehmen möchte, kann sich per E-Mail an info@frauenzentralezug.ch anmelden.

Neuer Anlauf für ein Zuger Gleichstellungsbüro

2010 schaffte der Kantonsrat die Kommission für die Gleichstellung von Mann und Frau ab. Seither versuchten Politiker eher linker Kreise immer wieder, mehr für die Gleichberechtigung zu tun. Nun liegt ein neuer «alter» Vorstoss auf dem Tisch.
Laura Sibold