Für die Erweiterung des EVZ-Stadions wird mehrere Jahre geplant

Von mehr Zuschauerplätzen in der Bossard-Arena spricht man schon länger. Nun befasst sich die Stadt Zug mit dem Thema.

Vanessa Varisco
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7200 Zuschauer haben im Normalfall im Zuger Stadion Platz.

7200 Zuschauer haben im Normalfall im Zuger Stadion Platz.

Bild: Christian H. Hildebrand (Zug, 11. September 2020)

Sofakartoffeln vor der Flimmerkiste statt fahnenschwingenden Fans im Stadion: Dass es in der bevorstehenden Hockeysaison nicht genug Platz für alle Fans des EVZ in der Bossard-Arena hat, wurde kürzlich kommuniziert. Auf Homeoffice und Homeschooling folgt damit Homehockey. Denn bekanntlich werden maximal 3800 Personen in das Stadion eingelassen, welches unter normalen Bedingungen rund 4500 Sitz- und 2700 Stehplätze fasst.

Aber schon vor Corona erreichte das Heimstadion des Zuger Hockeyvereins damit seine Kapazitätsgrenze, weshalb der Stadtrat in einer Interpellationsantwort unlängst verlauten liess, die Stadt würde nun gemeinsam mit den Hauptakteuren – dem EVZ und der Kunsteisbahn (KEB) Zug – prüfen, ob eine Aufstockung der Plätze realisierbar sei.

Aufstockung ist für den EVZ wichtig

Von einer Prüfung der Kapazitätserhöhung war schon länger die Rede, nun ist zumindest klar, in welchem Zeitraum das geschehen soll. «Innerhalb von zwei Jahren soll geklärt werden, was sinnvoll und realisierbar ist und wie eine mögliche neue Trägerschaft aussieht», erläutert der Vorsteher des Stadtzuger Finanzdepartements, André Wicki.

Die Bau- und Planungskommission sowie die Geschäftsprüfungskommission wurden Anfang März darüber informiert, betont er. Vor Corona. Es sei deshalb wichtig, hervorzuheben, dass den Akteuren bewusst sei, dass der Sport neben vielen anderen kulturellen Aktivitäten gelitten habe. Oberste Priorität sei deshalb, dass man die Pandemie in den Griff bekomme und der Spielbetrieb wieder vor vollen Rängen ausgetragen werden könne.

Würde sich eine Erhöhung denn trotz der Coronasituation lohnen? «Aus heutiger Sicht sicher nicht», sagt Wicki. Doch man denke langfristig. Wicki spricht von einem Planungszeitraum zwischen fünf und sieben Jahren. Das Augenmerk soll auf die Anzahl Zuschauerplätze gelegt werden, da die Bossard­Arena an sechster Stelle steht im nationalen Ligavergleich. Der Gastrobereich schneidet noch schlechter ab: Hier steht man vergleichsweise an zehnter Stelle.

Kostenhöhe ist noch unklar

Inwiefern würde die Stadt von einer Aufstockung profitieren? «Die Stadt- und Kantonsbevölkerung würde sicherlich davon profitieren, wenn genug Zuschauerplätze vorhanden sind», fährt er fort. «Wir werden unter anderem einen Baurechtsvertrag mit dem EVZ prüfen, womit die Aufstockung und der betriebliche Unterhalt vom EVZ übernommen würden.»

Corona werde zeigen, wohin der Weg führe. Wolle der EVZ weiterhin vorne mitspielen, müsse man die Erweiterung nicht nur denken, sondern vor allem prüfen. Situationsbedingt scheint noch vieles unklar. «Die Hauptherausforderung besteht darin, dass die Liga wieder auf starken Beinen stehen muss, bevor man über Erweiterungen konkret reden kann.» Um sagen zu können, wie das architektonisch umgesetzt werde, sei es noch viel zu früh.

Ebenso kann Wicki die Frage nicht beantworten, wie hoch die Kosten ausfallen würden oder wie viel die Stadt Zug investieren wollen würde. Sobald es spruchreif sei, werde das Projekt im Gesamtstadtrat besprochen, danach den beiden Kommissionen zur Prüfung vorgestellt und dem Grossen Gemeinderat anschliessend zum Entscheid unterbreitet.

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