Hagendorn
Wildgehölz-Projekt fördert den Artenschutz und die Biodiversität

In Cham wurden rund 1000 Wildgehölze angepflanzt. Im Gemeindeteil Hagendorn standen 16 Familien im Einsatz.

Martin Mühlebach
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Die Familien an der Arbeit.

Die Familien an der Arbeit.

Bild: Maria Schmid (Hagendorn, 17. April 2021)

Gratis bestellen und abholen: Mit diesen Worten forderte die Gemeinde Cham ihre Einwohnerinnen und Einwohner anfangs dieses Jahres auf, an einer Wildgehölz-Aktion teilzunehmen.

Corinna Adler leitete die Akton.

Corinna Adler leitete die Akton.

Bild: Maria Schmid (Hagendorn, 17. April 2021)

Die in Hagendorn wohnhafte Agronomin Corinna Adler zögerte nicht lange. Sie rief die Familien der Stockwerkeigentümerschaft der Kosthäuser an und bewog sie, sich an der Wildgehölz-Aktion zu beteiligen. Die Idee stiess auf offene Ohren.

Auch die Kleinen packen an.

Auch die Kleinen packen an.

Bild: Maria Schmid (Hagendorn, 17. April 2021)

Freude bei der Arbeit

Am vergangenen Samstag, um 9 Uhr, nahmen 16 Familien mit ihren Kindern 80 Wildgehölze in Empfang. Je fünf angelieferte Gemeine Felsbirnen-, Kornelkirschen-, Pfaffenhütchen-, Sal-Kätzchenweiden-, Hundsrosen-, Schwarzer Holunder-, Traubenkirschen-, Sanddorn-, Schwarzdorn- und Gemeine Heckenkirschentöpfe standen zum Einpflanzen bereit. Corinna Adler teilte die 16 Haushalte in die Gruppen «Goldküste», «Wildgarten» und «Weltenbummler» auf, die sich nach wertvollen Tipps der Agronomin mit sichtlicher Freude und den nötigen Werkzeugen versehen an die Arbeit machten. Bevor Corinna Adler bei den drei Gruppen vorbeischaute, nahm sie sich die Zeit, um unserer Zeitung den Sinn und Zweck der Chamer Wildgehölz-Aktion zu erklären. Sie sagte:

«Es geht darum, der Bevölkerung die Bedeutung der heimischen Wildgehölze für den Artenschutz und die Biodiversität bewusst zu machen.»

Die Wildsträucher böten den Bienen, den Vögeln und kleinen Nagern einen auf sie zugeschnittenen Lebensraum, der ihnen Schutz und Nahrung liefere, so die Agronomin.

Gut ausgerüstet machte man sich an die Arbeit.

Gut ausgerüstet machte man sich an die Arbeit.

Bild: Maria Schmid, Hagendorn, 17. April 2021)

Ein Augenschein bei den sich wacker ins Zeug legenden Gruppen verriet auf Anhieb, dass ihnen das Arbeiten Freude und Spass machte. Corinnas Vater, der vor vier Jahren im aargauischen Oberrüti auf einer Länge von 300 Metern 600 Pflanzen gesetzt hatte, die er vor kurzem mit einer Querverbindung versah, stand der Stockwerkeigentümerschaft der Kosthäuser mit Rat und Tat zur Seite. Der 12-jährige Luc Adler, Sohn der Hagendorner Initiantin, sagte verschmitzt lächelnd: «Das Graben der Löcher, in welche die Pflanzen eingesetzt werden, überlasse ich lieber den Männern, die mehr Kraft haben als ich. Mir macht es mehr Spass, die Löcher zuzudecken und die Pflanzen zu begiessen.»

Sträucher wurden gepflanzt.

Sträucher wurden gepflanzt.

Bild: Maria Schmid (Hagendorn, 17. April 2021)

Im Stile eines Experten schob Luc Adler nach: «Was wir tun, ist eine gute Sache für die Umwelt. Ich freue mich, dass an unserem Wohnort schon bald alles grüner und schöner wird.» Roger Saxer (40) betonte: «Die Wildgehölz-Aktion der Gemeinde Cham erachte ich als äusserst sinnvoll. Sie sensibilisiert schon die Kinder für die Natur, und sie fördert das Zusammengehörigkeitsgefühl, das wie bei der alljährlich zur Durchführung gelangenden Lorzenreinigung permanent gelebt wird.»