Diskussion in Baar über mehr Frauenrechte bei der katholischen Kirche

Die Berichte dreier in der katholischen Kirche engagierter Frauen führten in Baar zu einer angeregten Diskussion.

Lena Hausheer
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Podiumsgespräch mit engagierten Kirchenfrauen (von links): Jacqueline Keune (Theologin), Vroni Peterhans (Vizepräsidentin des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes) und Hildegard Aepli (Theologin, Exerzitienleiterin)

Podiumsgespräch mit engagierten Kirchenfrauen (von links): Jacqueline Keune (Theologin), Vroni Peterhans (Vizepräsidentin des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes) und Hildegard Aepli (Theologin, Exerzitienleiterin)

Bild: Stefan Kaiser
(Baar, 18. Februar 2020)

Drei starke Stimmen vertraten Dienstagabend, 18. Februar, die Frauen an der Podiumsdiskussion der Pfarrei St. Martin in Baar. Hildegard Aepli, Theologin und Exerzitienleiterin, Theologin Jacqueline Keune und Vroni Peterhans, Vizepräsidentin des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes, setzen sich für die Rechte der Frau in der katholischen Kirche ein. Es war eine angeregte Diskussion im Rahmen der Reihe «Kirchengerede» über Wünsche und Träume, Erfolge und Enttäuschungen, in welcher die teilweise geteilte Meinung des Publikums nicht aussen vor blieb. Moderiert wurde das Gespräch von der «Sternstunde Religion»-Moderatorin Amira Hafner-Al Jabaji.

«Die Arbeit für die Kirche bereitet mir nach all diesen Jahren immer noch grosse Freude», sagt Jacqueline Keune. «Das sozialpolitische Engagement der Kirche liegt mir besonders am Herzen und macht glaubwürdig.»

Mehr lokales Engagement gefordert

Auch Vroni Peterhans und Hildegard Aepli sind mit viel Freude und Leidenschaft bei der Arbeit. Sie sind sich einig: Es müsse endlich gehandelt werden, denn die Unzufriedenheit steige.

Das weibliche Geschlecht ist in der katholischen Kirche nach wie vor in vielerlei Hinsicht benachteiligt. Ein Wunsch der Gesprächsteilnehmerinnen wäre derjenige nach mehr lokalem Engagement, auch von Seiten der Bischöfe. Diese sollen sich mit Gleichgesinnten zusammentun, aktiver werden und endlich einen mutigen Schritt nach vorne wagen. «Zur Lösung aktueller gesellschaftlicher Probleme hätte die Kirche als Einheit so viel Gutes beizutragen. Stattdessen müssen wir leider immer noch über Probleme innerhalb der Kirche diskutieren», sagt Peterhans. Es werde Zeit, dass die Kirche entsprechenden Zielen geschlossen nachgehe – ohne sich in internen Querelen zu verlieren.

Das gemeinsame Ziel der drei Frauen verfolgen sie auf verschiedene Weisen und mit diversen Projekten. Das Projekt «Gleichberechtigung.Punkt.Amen.» beispielsweise setzt sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in der katholischen Kirche ein und war vergangenen Sommer auch am Frauenstreik vertreten. Frauen marschierten dabei mit Gummistiefeln, um symbolisch aus dem Sumpf der Kirche herauszukommen und in die Zukunft zu blicken.

Publikum diskutiert mit

Die Schilderungen der Gesprächsteilnehmerinnen liessen das Publikum nicht kalt. Die Gäste äusserten ihre Meinung wiederholt durch empörtes Raunen oder zustimmenden Applaus. Als Hafner-Al Jabaji die Diskussion schliesslich für alle Anwesenden öffnete, bestand grosser Rede- und Austauschbedarf. Nebst weiteren Frauen äusserten sich auch diverse Stimmen des männlichen Geschlechts zum Thema und es wurde gemeinsam nach möglichen Lösungsansätzen gesucht.

Trotz einer grösstenteils einheitlichen und mit den Podiumsgästen übereinstimmenden Meinung, gab es auch einige kritische Voten. Daraus resultierte eine hitzige und äusserst angeregte Debatte, bevor die Gespräche bei einem etwas gemütlicheren Apéro weitergeführt werden konnten.