Fussball
Der SC Cham kassiert «einfache Tore»

Der SC Cham unterliegt Rapperswil-Jona mit 0:3 Toren. Abwehrchef Mario Bühler und Assistenztrainer Emilio Gesteiro sprechen Klartext.

Martin Mühlebach
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Die Chamer (in Rot) haben beim Tor zum 0:1 das Nachsehen.

Die Chamer (in Rot) haben beim Tor zum 0:1 das Nachsehen.

Bild: Stefan Kaiser (Cham, 22. Mai 2021)

Der Chamer Cheftrainer Roland Schwegler meinte vor der Promotion-League-Partie gegen Rapperswil-Jona: «Dieser Gegner liegt uns. Wir wollen drei Punkte einfahren und den 2. Tabellenrang festigen.» In den ersten 20 Spielminuten machte Cham mächtig Dampf. Rapperswil-Jona kam nur sporadisch aus seiner Platzhälfte heraus. Wegen der ungenauen Zuspiele der Platzherren herrschte aber kaum Torgefahr vor dem Gehäuse der Rosenstädter, die ihrerseits mit einem Pfostenschuss von Arbnor Fejzulahi (23.) aufhorchen liessen.

Von diesem Zeitpunkt an glich sich das Spielgeschehen aus. Mehr noch. Es kippte. In der 31. Minute zog Rapperswil-Jona nach einem Eckball 1:0 in Front, als der von Freund und Feind umringte Chamer Torhüter Marco Peterhans am Ball vorbeisegelte. Der am hinteren Pfosten lauernde Rijad Saliji spedierte den Ball via Torumrandung in die Maschen. Nach der Halbzeitpause dauerte es nur sechs Minuten, bis Saliji allein vor dem Chamer Schlussmann auftauchte und diesen umspielte – aber das leere Tor sträflich verfehlte. Die gleiche Szene wiederholte sich in der 57. Minute. Diesmal tauchte Jordan Youri Gele allein vor Peterhans auf, den er wie zuvor Teamkollege Saliji umkurvte. Gele verpasste das leere Tor nicht. Rapperswil-Jona führte mit 2:0 Toren. In der 65. Minute beendete Saliji, nach einem Zuckerpass von Gele, den St.Galler Torreigen mit dem dritten Treffer in dieser Partie. Cham versuchte zwar noch den Ehrentreffer zu erzwingen – vergeblich.

Schonungslose Analysen

Der Chamer Assistenztrainer Emilio Gesteiro analysierte nach dem Schlusspfiff: «Nach der sehr guten Leistung vor Wochenfrist in Yverdon lieferten wir heute wohl unsere schlechteste Saisonleistung ab. Wir standen zu weit weg von unseren Gegenspielern, wir leisteten uns zu viele einfache Ballverluste – wir haben die 0:3 Niederlage verdient.»

Der Chamer Abwehrchef Mario Bühler nahm ebenfalls kein Blatt vor den Mund. Er befand: «Es war von A bis Z zu wenig, was wir geboten haben. Wir liessen den Gegner zu einfach skoren. Beim 0:1 – nach einem Eckball – sündigten wir im Kollektiv. Beim 0:2 zogen vier Rapperswiler auf unser Gehäuse und umspielten unseren Schlussmann, und beim 0:3 stürmte zwei Rapperswiler gegen zwei Verteidigern von uns.»

Der SC Cham hat sich zum Ziel gesetzt, die Aufstiegsrunde zur Challenge League auf einem der ersten drei Tabellenränge abzuschliessen, was zur Berechtigung zur Teilnahme an der 1. Cup-Hauptrunde führen würde. Cham liegt nach der Niederlage gegen Rapperswil-Jona mit 31 Punkten zwar noch punktegleich hinter Brühl St.Gallen auf dem dritten Tabellenrang, aber die Konkurrenz ist bedrohlich nahe gerückt. Für Cham wird es nun eng: Rapperswil-Jona, Etoile Carouge und Bavois haben nur einen Zähler weniger auf ihrem Konto.