FUSSBALL: Die Zuger betteln um den Ausgleich

Zug 94 spielt in der 1.-Liga-Partie gegen Delémont rund eine Stunde lang wie aus einem Guss. Doch dann verlegt sich die Elf von Trainer Mark Adams nur noch aufs Kontern und wird in der turbulenten Nachspielzeit mit dem Gegentor zum 1:1 dafür bestraft.

Martin Mühlebach
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Der Rückkehrer Petar Ugljesic (links) erzielt den Zuger Treffer und scheitert vom Elfmeterpunkt. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 4. März 2017))

Der Rückkehrer Petar Ugljesic (links) erzielt den Zuger Treffer und scheitert vom Elfmeterpunkt. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 4. März 2017))

Martin Mühlebach

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Zug 94 erwischte im ersten Meisterschaftsspiel nach der Winterpause einen Start nach Mass. Nach nur zehn Minuten liess der Delémont-Keeper Niklas Lindenthal einen hoch zur Mitte getretenen Freistoss von Pasquale Martino aus den Händen gleiten. Der über Cham und Rapperswil-Jona wieder zu Zug 94 zurückgekehrte Stürmer Petar Ugljesic bekundete keine Mühe, den Ball zur 1:0-Führung im Tor der Jurassier zu versenken. In der 23. Minute konnte Ugljesic im gegnerischen Strafraum nur noch durch ein Foul gestoppt werden. Die Ausführung des daraus resultierenden Penaltys übernahm der vor Selbstvertrauen strotzende Angreifer gleich selbst – und scheiterte an Lindenthal, der seinen Fehler aus der 10. Minute wieder gutmachte.

Die Zuger liessen sich dadurch nicht verunsichern. Sie spielten weiterhin keck nach vorne. «Wir hätten zur Halbzeit mit zwei oder gar drei Toren in Rückstand liegen können», gab der Gästetrainer Michael Hoy nach dem Abpfiff ehrlich zu Protokoll.

Zuger lassen sich viel zu weit zurückdrängen

Nach dem Pausentee änderte sich das Spielgeschehen erst nicht. Es waren erneut die Platzherren, die das Geschehen auf dem schwer bespielbaren Rasen bestimmten. Dass die Zuger in dieser Phase kein weiteres Tor zu Stande brachten, war den grossen Abständen zwischen den eigenen Reihen und ihren ungenauen Zuspielen zuzuschreiben. Dazu kam, dass die sogenannten zweiten Bälle zu oft in den Füssen der Gäste landeten, die nach rund einer Stunde das Spieldiktat an sich rissen. Zug 94 liess sich plötzlich viel zu weit zurückdrängen und suchte sein Heil praktisch nur in Kontervorstössen. In der 61. Minute tankte sich Ugljesic auf der rechten Aussenbahn durch. Uneigennützig bediente er den in Stellung gelaufenen Daniel Gygax, der den Ball übers leere Tor schoss. Der Ex-Internationale gestand hinterher: «Ich sah den Ball, schon bevor ich abdrückte, im Netz zappeln. Ich rechnete nicht damit, dass er vor dem Torschuss auf dem holprigen Geläuf noch aufsetzen würde.» In der 73. Minute ereilte den kurz zuvor eingewechselten Atdhe Gashi das gleiche Schicksal. Auch er knallte den Ball, allein vor dem Gästekeeper auftauchend, in die Wolken.

Diese Szene schien den Jurassiern zusätzliche Kräfte zu verleihen und liess sie an einen Punkteerfolg glauben. Die vom neu verpflichteten Abwehrchef Mentor Latifi lange Zeit hervorragend dirigierte Zuger Verteidigung geriet zusehends ins Wanken, sodass der stark aufspielende Torhüter Georgios Marinis mehrmals Kopf und Kragen riskieren musste. In der 90. Minute war auch er machtlos, als Patrick Ferreira aus einem Tohuwabohu heraus den 1:1-Ausgleich erzielte, um den Zug geradezu gebettelt hatte.

In der Nachspielzeit mit «falschem» Goalie

In der Nachspielzeit ging es nochmals drunter und drüber. Für ein Notbremsefoul ausserhalb seines Strafraums wurde der Delémont-Keeper mit der roten Karte bestraft. Weil die Jurassier ihr Wechselkontingent bereits ausgeschöpft hatten, musste der Feldspieler Garry Germann zwischen die Pfosten stehen. Ohne eingreifen zu müssen, denn der aus dem Foulspiel resultierende Freistoss prallte an der Delémont-Mauer ab. Kurz darauf war die Partie zu Ende, die Zug 94 – gemessen am Chancenplus – zu seinen Gunsten hätte entscheiden müssen.

Zug 94 – Delémont 1:1 (1:0)

Herti-Allmend. – 325 Zuschauer. – SR Bannwart. – Tore: 10. Ugljesic 1:0. 92. Rodrigues Ferreira 1:1. – Zug 94: Marinis; Ugljesic, Riedweg, Burkard (66. Gashi), Palatucci; Feuchter; Gygax, Mani (70. Festic), Peter; Martino, Latifi. – Delémont: Lindenthal; Villemin, Jelassi, Frund, Rossé; Evan Stadelmann; Mast (56. Germann), Kalkan (31. Operi), Erard (82. Rodrigues Ferreira), Dionys Stadelmann; Berberat. – Bemerkungen: 23. Lindenthal hält Foulpenalty von Ugljesic. 92. Platzverweis Lindenthal.