FUSSBALL: Fussball-Altstars verzücken das Publikum

Zug 94 feiert sein 20-Jahr-Jubiläum. Ehemalige regionale und nationale Fussballgrössen gratulieren mit 13 Toren.

Drucken
Teilen
Zug 94 feiert sein Jubiläum in der Herti Paul Wolfisberg, Köbi Kuhn und Martin Andermatt (von links). (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Zug 94 feiert sein Jubiläum in der Herti Paul Wolfisberg, Köbi Kuhn und Martin Andermatt (von links). (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Das im Rahmen der 20-Jahr-Feier von Zug 94 ausgetragene Promispiel zwischen Zug 94 and Friends und Erichs Hüttenteam hat gestern 340 Zuschauer auf die Zuger Herti-Allmend gelockt. Die beiden Platzspeaker, Pascal Ribary und Roger Erni, heizten die Stimmung auf den Rängen schon vor dem Anpfiff gewaltig ein. Richi Bauer, der unter Ottmar Hitzfeld mit dem SC Zug in die Nationalliga aufstieg, sagte kurz vor Spielbeginn: «Es ist ein herrliches Gefühl, an meiner ehemaligen Wirkungsstätte mit Zug 94 and Friends gegen so prominente Spieler wie Kubilay Türkyilmaz, Petar Alexandrov oder Berndt Haas antreten zu dürfen, die von der Basler Fussballlegende Karli Odermatt gecoacht werden.» Der Schweizer Ex-Nati-Trainer Köbi Kuhn, der den Anstoss vollzogen hatte, meinte hingegen: «Natürlich könnte ich auch noch auf dem Platz herumstolpern, aber das überlasse ich lieber den anderen.»

Der ehemalige Nati-Trainer Köbi Kuhn (links) und Ex-FCL-Spieler Hakan Yakin beim Anpfiff. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
16 Bilder
Paul Wolfisberg,Köbi Kuhn und Martin Andermatt (von links). (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Gruppenbild vor dem Match: von links obere Reihe Martin Andermatt, Köbi Kuhn, Paul Wolfisberg, Wädi Hegglin, Heribert Heinzer, Mark Adams, Richi Baur, Bernt Haas, Haken Yakin, Stefan Koller, Markus Aeschbach und Rifet Begovic. untere Reihe: Thomas Schneeberger, Roger Krienbühl, Rene Meier, Claudia Dürger, Mike Waltisphül, Reto Steinmann, Gürkan Sermeter und Werner Metzger. (Bild: Werner Schelbert (Neue ZZ))
Trainer an der Seitenlinie: Karl Odermatt. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Paul Wolfisberg, Karl Odermatt und Wädi Hegglin. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Richi Baur und Petar Alexandrov beim Einmarsch. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Schiedsrichter Rifet Bergovic führt die Truppe an. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Ehemaliger Nati-Coach Paul Wolfisberg. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Karl Odermatt, Köbi Kuhn und Rifet Begovic (von links). (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Wädi Hegglin, Paul Wolfisberg und Martin Andermatt. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Hakan Yakin (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Petar Aleksandrov (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Kubiley Türkylmaz (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Wie einst zu seinen besten Zeiten beim FC Luzern: Hakan Yakin. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Kubiley Türkylmaz (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Köbi Kuhn und Roger Kreienbühl. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Der ehemalige Nati-Trainer Köbi Kuhn (links) und Ex-FCL-Spieler Hakan Yakin beim Anpfiff. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Spass und Wiedersehensfreude

Und gestolpert wurde tatsächlich. Sehr zur Freude des gut gelaunten Publikums. Als Kubilay Türkyilmaz anfänglich den Ball vor dem ausgezeichnet aufspielenden Zuger Hüter Claudio Dürger verschoss, rief Klaus Koch auf der Tribüne: «Das kann passieren.» Sein Bruder Thomas konterte blitzschnell: «Nein, das muss passieren.» Ob er wohl gehört hat, dass sich Coach Karli Odermatt ein torreiches 5:5-Unentschieden gewünscht hat? Das Spiel plätscherte lange Zeit vor sich hin. Urs Stauffer aus Hausen am Albis meinte treffend: «Das Tempo ist überschaubar, da kann man wirklich keine Szene verpassen.» Es schien fast so, als ob es die Protagonisten auf dem Rasen gehört hätten. Das Sturmduo Türkyilmaz/Alexandrov liess seine noch immer vorhandene Klasse nun wiederholt aufblitzen. Als die Seiten beim Stande von 2:0 zu Gunsten des Hüttenteams gewechselt wurden, sagte Paul Wolfisbergs Zuger Trainerassistent Wädi Heggli verschmitzt lachend: «Das Resultat überrascht nicht: Unsere Gegner sind im Schnitt ein halbes Jahr jünger und ein Kilogramm leichter.»

Im Verlauf der 2. Halbzeit zeigte auch das Zuger Sturmduo Hakan Yakin/Gügi Sermeter einige fussballerische Leckerbissen. Und als Yakin einen Freistoss magistral versenkte und Sermeter mittels eines selbst ermogelten Penaltys auf 6:7 verkürzte, riet Speaker Roger Erni den Zuger Coaches: «Wechselt doch einen zwölften Spieler ein, damit ihr ausgleichen könnt Schiedsrichter Rifet Begovic wird es bestimmt nicht ahnden.» Der gut gemeinte Tipp kam zu spät. Am Resultat änderte sich nichts mehr.

Zug-94-Trainer Martin Andermatt, der den Promimatch organisiert hatte, freute sich, dass «so viele ehemalige Koryphäen spontan zugesagt und auf dem Rasen ihr noch immer vorhandenes Können gezeigt haben».

Der Platz wird immer grösser

Dass dem einen oder anderen Spieler nach einem kurzen Sprint die Luft ausging, entschuldigte der ehemalige Zug- 94-Mittelfeldregisseur Dani Wyss mit den Worten: «Ich habe bei meinen Antrittsversuchen nicht gedacht, dass der Platz immer grösser und grösser wird.» Dass das Hüttenteam letztlich einen knappen Sieg zu landen vermochte, ist wohl der Schlitzohrigkeit des Karli Odermatt zu verdanken, der in der Halbzeitpause drohend verkündet hatte: «Wartet nur, jetzt bringen wir dann die Schnellsten, dann fallen die Tore wie reife Früchte.» Diese Worte zeigen, dass der Spass und die Wiedersehensfreude an erster Stelle standen.

Dass nach dem Spiel Erinnerungen an die guten alten Zeiten wachgerufen und die Kameradschaft ausgiebig gepflegt wurden, versteht sich von selbst.