FUSSBALL
Niederlage gegen Nyonnais: Der SC Cham versagt im Kollektiv

Der SC Cham verliert gegen ein bescheidenes Stade Nyonnais mit 0:2 Toren. Trainer Roland Schwegler spricht Klartext.

Martin Mühlebach
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Der Chamer Célien Wicht (rechts) im Zweikampf mit Nyons Nonga.

Der Chamer Célien Wicht (rechts) im Zweikampf mit Nyons Nonga.

Bild: Christian Herbert Hildebrand (Cham, 8. Mai 2021)

So hat sich der Tabellenzweite SC Cham die Heimpartie gegen das siebtplatzierte Stade Nyonnais nicht vorgestellt: Das Team von Trainer Roland Schwegler kam während der gesamten Spielzeit nie wunschgemäss in die Gänge. Durch das verletzungsbedingte Fehlen der Doppelsechs – Jan Loosli/Joel Miranda – mangelte es an der nötigen Stabilität gegen hinten und an zündenden Ideen, um das Angriffsspiel erfolgversprechend zu lancieren. Roland Schwegler fasste nach dem Schlusspfiff emotionslos zusammen:

«Wir haben nicht gut gespielt. Wir spielten zu kompliziert mit dem Ball am Fuss, wir gewannen zu wenige Zweikämpfe, und wir erarbeiteten fast keine Torchancen.» Bezeichnend sei, dass sein Team zwei völlig unnötige Tore kassiert habe.

Penaltypfiff leitet Niederlage ein

Der vom FC Aarau leihweise übernommene Anthony von Arx, der das Chamer Tor anstelle von Stammkeeper Marco Peterhans hütete, hatte bis zur 29. Spielminute ebenso wenig zu tun, wie sein Antipode im Gehäuse von Stade Nyonnais. Doch in dieser 29. Minute stand Anthony von Arx plötzlich im Zentrum des Geschehens, als Idriz Bega vor ihm auftauchte. Der Chamer Schlussmann griff ein, was Schiedsrichter Fabian Hänggi dazu veranlasste, auf Penalty zu entscheiden. Aus Sicht des Chamer Keepers ein fragwürdiges Urteil. Er meinte nach dem Spiel:

«Ich habe den Ball leicht berührt, den auf mich zulaufenden Bega aber ganz bestimmt nicht.»

Fabio Gomes war’s egal. Er versenkte den Strafstoss zur 1:0-Führung seines Teams.

Wer von Cham eine Reaktion erwartet hatte, wurde enttäuscht. Die Zuger brachten weiterhin nichts Nennenswertes zu Stande. Und so kam es, wie es kommen musste. In der 45. Minute, unmittelbar vor der Halbzeitpause, stand der mit einem Zuckerpass bediente Fabio Gomes plötzlich wenige Meter seitwärts vor dem Chamer Gehäuse. Völlig ungedeckt, völlig allein. Die 2:0-Führung für seine Farben liess sich Gomes nicht mehr nehmen.

Cham konnte Überzahl nicht auszunutzen

Nach dem Pausentee machte es vorerst den Anschein, dass Cham gewillt sei, sofort den Anschlusstreffer erzielen zu wollen. Die Elf vom Eizmoos ging nun vehement in den Angriff über. Aber ausser einem unübersichtlichen Tohuwabohu vor dem Gästetor schaute dabei nichts heraus.

Das änderte sich auch nicht, nachdem der Waadtländer Loïc Ombala in der 66. Minute nach einer Tätlichkeit mit der roten Karte vom Platz gestellt wurde. Auch mit einem Mann mehr auf dem Feld als der Gegner vermochte die Heimmannschaft die gegnerische Abwehr kaum einmal erfolgversprechend in Bedrängnis zu bringen, geschweige denn zu bezwingen. Der SC Cham, der bisher eine ausgezeichnete Saison gespielt hat, hat für einmal im Kollektiv versagt. Da auch Stade Nyonnais nur ansatzweise zu gefallen vermochte, kann festgehalten werden: Nicht das bessere, das weniger schlechte Team hat gewonnen.