Fussball
Zug 94 ist weiter sieglos, es besteht aber Hoffnung

Das Team von Trainer Vural Oenen erkämpft sich gegen den Co-Leader Höngg ein 1:1 in der 1. Liga.

Michael Wyss
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Die Zuger (Fabian Simic, vorn) legten im Verlauf der Partie gegen Höngg (Raphael von Thiessen) zu.

Die Zuger (Fabian Simic, vorn) legten im Verlauf der Partie gegen Höngg (Raphael von Thiessen) zu.

Bild: Roger Zbinden (Zug, 11. September)

Zugs Ronny Mazenauer sagte nach der Partie gegen Höngg offen: «Was soll ich sagen. Es sind gemischte Gefühle. Den Punktgewinn nehmen wir, doch der Sieg wäre auch möglich gewesen. Wir haben viel Charakter gezeigt.» Dem vormaligen Baarer Spieler war es vergönnt, im spannenden Spiel den Treffer zum 1:1 zu erzielen. Jener fiel spät (89.), war aber nicht unverdient.

Die knapp 200 Fans sahen ein Zuger Team, das zu Beginn der Partie allerdings das Glück des Tüchtigen beanspruchen musste. Höngg, mit dem Punktemaximum nach drei Partien nach Zug gereist, hatte nach 22 Minuten einen Pfostenschuss zu beklagen. Und nach 33 Minuten scheiterte der in der Zentralschweiz bestens bekannte, frühere Chamer Akteur Dalibor Stojanov mittels Foulpenalty am glänzend agierenden Zuger Goalie Lukas Winzap. Er sagte nach der Begegnung:

«Dass ich den Penalty hielt, war wichtig. Das war in einer Phase, wo wir noch nicht unser Spiel zeigen konnten.»

Der Konter, der zur Penaltyszene führte, war übrigens umstritten, denn die Zürcher starteten diesen Angriff aus offsideverdächtigter Position. Die kleinlich pfeifende Schiedsrichterin Simona Ghisletta und ihr Duo an der Seitenlinie waren nicht immer auf der Höhe des Geschehens.

Schwächen in der ersten Halbzeit

Zug 94 zeigte lange Zeit nicht sein wahres Gesicht, wirkte zu Beginn der Partie zu fehlerhaft, einmal mehr zehrten die individuellen Fehler im Spielaufbau an den Kräften. «Wir machten uns das Leben wieder selber schwer und liessen Höngg sehr viel Freiraum», zeigte sich Trainer Vural Oenen in der Pause enttäuscht. Sein Frust war berechtigt. In der 41. Minute bejubelte Uchenna Anioke sein Tor für die Zürcher. Die Führung hatte sich abgezeichnet.

Doch die Zuger zeigten nach dem Seitenwechsel grosses Kämpferherz und läuteten die beste Phase der Partie in der 70. Minute ein. Der Ausgleich lag in der Luft. Mato Marinovic (75.), Leonardo Würmli (76.) und Geoffrey Le Bigonsan (84.) scheiterten an Hönggs Schlussmann Leon Merkas. Schliesslich wurde das Anrennen belohnt. Mazenauer machte mit dem 1:1 in der 89. Minute den Punktgewinn zur erfreulichen Tatsache. Allerdings brauchte es bis dahin Nerven: Eine Minute vor dem Ausgleich scheiterte Hönggs Anioke mittels Lattenknaller. Vural Oenen sagte:

«Wir hatten viel Dusel in dieser Szene. Das 2:0 hätte unsere Hoffnung auf ein Remis genommen. Das Unentschieden nehmen wir, doch es wäre auch mehr möglich gewesen in diesem Spiel.»

Zug ist in einer Findungsphase

Nach dem vierten Spieltag steht Zug 94 auf Platz 12 der Tabelle, doch aus dem jüngsten Auftritt ziehen die Spieler Hoffnung. «Was uns fehlt, ist ein Erfolgserlebnis», sagt Ronny Mazenauer und führt aus: «Wir müssen mutiger spielen und konstanter werden. 20 oder 30 Minuten Fussball spielen genügen nicht. Spielerisch können wir in dieser Liga bestehen, jetzt müssen wir auch über neunzig Minuten unsere Leistung abrufen.»

Weiter geht es für Zug 94 mit dem Auswärtsspiel am 18. September beim U21-Team des FC Luzern. Gegen Höngg sass dessen Assistenztrainer Roman Wipfli auf der Zuger Tribüne, machte sich eifrig Notizen und hielt einige Spielszenen auf Video fest.

Mehr zur 1.-Liga-Meisterschaft finden Sie hier.

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