Die Galerie in der Baarer Goldschmiede bleibt

Man kann es geradezu einen Abtausch nennen: Cina Felicitas LuFràn führt das bewährte Atelier-Galerie-Konzept an der Dorftrasse 27 in Baar fort. Kunstschaffende finden auch bei ihr eine Plattform.

Monika Wegmann
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Goldschmiedehandwerk und Malerei: Cina Felicitas LuFràn und Karin Brunner im Baarer Atelier. (Bild: Maria Schmid, 15. November 2019)

Goldschmiedehandwerk und Malerei: Cina Felicitas LuFràn und Karin Brunner im Baarer Atelier. (Bild: Maria Schmid, 15. November 2019)

Es braucht Mut, eine Portion Optimismus und Durchhaltewillen, als junger Mensch den Weg in die Selbstständigkeit zu wagen. Dennoch hat Cina Felicitas LuFràn (24) den Schritt unternommen und per 1. September quasi die Nachfolge von Brigitte Moser angetreten, die viele Jahre an der Dorfstrasse 27 in Baar das Goldschmieden mit einem Galeriebetrieb verbunden hat. Und wie es der Zufall will: Cina Felicitas LuFràn hat sich vorher jahrelang im Atelier 63 an der Hofstrasse mit Schmuck und Malerei befasst, während Brigitte Moser jetzt dort eine ruhigere Wirkungsstätte gefunden hat. Die Zeit im Atelier 63 hat Cina LuFràn sehr geschätzt: «Dort konnte ich verschiedene Materialien ausprobieren.»

Der Start in «ihrem» Geschäft in Baar sei gut verlaufen. «Ich bin zuversichtlich und baue mir sukzessive einen Kundenkreis auf. Es gibt bereits viele Aufträge», sagt voll motiviert Cina Felicitas LuFràn mit schwarzer Kappe über dem blonden Zopf und Piercings. In Luzern hat sie ihre Goldschmiedelehre absolviert. Im kleinen Laden in Baar will sie neben der Präsentation ihrer Kreationen weiterhin viermal im Jahr Kunstschaffenden eine sechswöchige Plattform anbieten. «Deren Werke müssen mir persönlich gefallen», sagt sie. So wie derzeit die Bilder der Chamerin

Karin Brunner. «Sie sind lieblich, kindlich und spielerisch zugleich», so Cina Felicitas LuFràn an der Vernissage am Samstag, 16. November. Und so werden die Besucher von zwei strahlenden Frauen erwartet: der Ladeninhaberin, die ihren Schmuck zeigt und der Künstlerin mit den fantasievollen Bildern.

«Holz lässt mehr zu»

So manch ein Besucher geht ganz nahe an die zumeist quadratischen Bilder heran, denn als kleine Sujets tummeln sich darauf langstielige Blumen, Häuser, Vögel und Luftballons, scheinbar flatternd im Wind. Karin Brunner (64) hat alles mit pastelligen Acrylfarben auf Leinwand oder Holz gemalt, manchmal benützt sie auch Gesso gespachtelt oder gemalt. Als Bildgrund wähle sie mehrheitlich Holz, sagt sie. «Es lässt mehr zu, hier kann ich Schicht um Schicht auftragen. Denn die Sujets male ich nicht über der Grundierung, sondern lasse sie von innen heraus entstehen, intuitiv und spontan. Oft werde ich überrascht.» Die Motive widerspiegeln ihren Eindruck von der Natur. Dabei lasse sie ihre Fantasie sprechen – «wie ich das empfinde».

«Meinen Stil habe ich lange ausprobiert, und es ist schön, wenn ich meine Werke in einem solchen Rahmen zeigen darf. So helfen wir uns beiden.» Karin Brunner, die bis vor kurzem in Hünenberg als Kindergärtnerin gearbeitet hat, und daneben seit vielen Jahren regelmässig an Ausstellungen vertreten ist, freut sich auf die Freiheit, die ihr die Pensionierung jetzt schenkt: «Das eröffnet mir neue Perspektiven.»

Hinweis
Die Ausstellung von Karin Brunner läuft bis 19. Dezember in der Goldschmiede LuFràn, Dorfstrasse 27, Baar, jeweils Di–Fr, 14–18 Uhr. Am 1. Dezember offener Galerie-Sonntag von 14–18 Uhr.