Das Gartenstadt-Projekt in der Stadt Zug hat Gegenwind

In der ehemaligen Arbeitersiedlung der Landis & Gyr sollen 13 Mehrfamilienhäuser abgerissen werden und Neubauten entstehen. Gegen das entsprechende Projekt sind nun mehrere Einsprachen eingegangen.

Zoe Gwerder
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Die Bauprofile in der Gartenstadt reichen bis an die Hertistrasse. (Bild: Maria Schmid (Zug, 5. Februar 2019))

Die Bauprofile in der Gartenstadt reichen bis an die Hertistrasse. (Bild: Maria Schmid (Zug, 5. Februar 2019))

«Bei diesem Projekt ist der Charakter der Gartenstadt nicht mehr erkennbar.» Dieser Meinung sind Astrid Estermann und ihr Verein Pro Gartenstadt. Dieser hat eine umfassende Einsprache eingereicht. Hinzu kommen weitere vier Einsprachen, wie die Stadt Zug auf Anfrage bekanntgibt.

Der Verein Pro Gartenstadt bemängelt insbesondere, dass optisch vieles nicht mehr so aussehen wird, wie im Rest der Gartenstadt. «Zum Teil sehen die Dächer ziemlich anders aus. Auch das dunkle rot entspricht nicht den Hausfarben der Gartenstadt und die Bauten sind länger und haben Anbauten, was es hier sonst gar nicht gibt», so Estermann.

Wie Estermann sagt, wäre dem Verein der Erhalt der bisherigen Häuser an der Aabach- und Hertistrasse am liebsten. «Wir wissen von zwei ähnlichen Häusern etwas weiter vorne, bei denen die Eigentümer nun angekündigt haben, diese zu renovieren. Es scheint also möglich zu sein.» Der Verein verlangt denn auch Einsicht in die Studie, die gemäss den Bauherren besagt, dass sich Renovieren nicht lohne.

Eine Einsprache richtet sich gegen die neue Baulinie

Eine weitere der fünf Einsprachen kommt von den Wohnungsbesitzern der neueren Häuser an der Hertistrasse 47 und 49. Diesen Häusern stehen die neu geplanten Häuser gleich vis-à-vis. Für die Eigentümer spricht der Zuger Alt-Stadtrat Eusebius Spescha. Er besitzt selber eine dieser Wohnungen. Die Einsprache richtet sich insbesondere gegen die neue Baulinie. «Wir wussten im Voraus nicht, dass eine Spezialbaulinie erlassen werden muss und die Grenzabstände nicht mehr eingehalten werden.» Gemäss Spescha bedeutet das nun, dass die Gebäude teilweise bis an die Strasse herankommen und entsprechend nur noch sehr wenig Abstand zu ihren beiden Häusern haben. «Es geht uns nicht um den finanziellen Wert, den wir bei unseren Wohnungen einbüssen könnten. Es geht uns um den Wohnwert.» Dieser werde durch die neuen Gebäude, die nur noch wenige Meter von ihren Häusern entfernt stehen, gemindert.

Projekt sei besser aber noch nicht gut

Der Verein Pro Gartenstadt verlangt nun als Erstes eine gemeinsame Begehung vor Ort. «Wir wollen verstehen, wieso das Projekt so gemacht wurde, wie es nun im Baugesuch steht», so Astrid Estermann. Das aktuelle Projekt sei schon deutlich besser, als jenes, das 2015 ursprünglich vorgestellt worden war. Bei diesem hatte die Stadt von der Bauherrschaft verlangt, es nochmals zu überarbeiten.

Noch unklar, ob es vor Gericht kommt

Wie es nach der Behandlung der Einsprachen weitergeht, lässt Estermann noch offen. «Wir werden dann schauen, in welchen Punkten Anpassungen gemacht werden. Erst dann werden wir über einen Weiterzug entscheiden.»

Das Projekt der Gebäudeversicherung Zug und der Baugenossenschaft Familia Zug umfasst den Abriss von 13 Mehrfamilienhäusern an der Aabach- und Hertistrasse. Es sollen 13 Reiheneinfamilienhäuser und 6 Mehrfamilienhäuser entstehen. Bei der Gebäudeversicherung Zug ist man über die Einsprachen noch nicht informiert. «Obwohl es an der Informationsveranstaltung ruhig war, gingen wir davon aus, dass es Einsprachen gibt», sagt der stellvertretende Direktor Andreas Borer. «Sobald wir diese von der Stadt Zug erhalten, werden wir sie studieren und Stellung nehmen.»

Bei der Baugenossenschaft Familia Zug war am Dienstag niemand zu erreichen.

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