Schulhaus Oberwil: Gasheizung sorgt für hitzige Voten

Dank dem Ja des Stadtparlaments zum Baukredit kann das in den Jahren 1912/13 erbaute Schulhaus Oberwil saniert werden. Doch bevor es so weit war, wurde gestritten.

Charly Keiser
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Das über 100 Jahre alte Schulhaus Oberwil soll saniert werden. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 21. Juni 2019)

Das über 100 Jahre alte Schulhaus Oberwil soll saniert werden. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 21. Juni 2019)

Mit 11 zu 0 beziehungsweise 5 zu 0 Stimmen beantragten die Bau- und Planungskommission (BPK) und die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Grossen Gemeinderats der Stadt Zug (GGR), den Antrag zum Baukredit von 4,63 Millionen Franken für die Sanierung des Schulhauses Oberwil zu bewilligen.

Entsprechend wohlwollend und positiv waren die Voten an der Sitzung des GGR vom Dienstagabend zu Gunsten des Kredits zu erwarten, in dem der im August 2018 vom Parlament bewilligte Projektierungskredit in der Höhe von 300000 Franken enthalten ist.

Rückweisung beantragt

Doch bereits BPK-Präsident Richard Rüegg (CVP) und GPK-Präsident Philip C. Brunner (SVP) wiesen auf die Gasheizung hin, die weiterhin wohlige Wärme in die Räume des Schulhauses bringen soll und die in den Kommissionen für Diskussionen gesorgt habe. Ignaz Voser legte nach und verlangte im Namen der ALG-CSP-Fraktion die Rückweisung der Vorlage an den Stadtrat. Dieser solle diverse Fragen rund um die Heizung beantworten und entsprechende zusätzliche Abklärungen vornehmen, verlangte er.

Bauchefin Eliane Birchmeier las in der Folge eine E-Mail vor, die am Vortag spätabends an ausgewählte Parlamentarier versandt wurde. Darin werden einige Fragen beantwortet und nochmals und wie schon in den Kommissionsberichten wird betont, dass die bestehende Gasheizung das alte Schulhaus, die Sporthalle und die Zivilschutzanlage beheizt. Die erforderlichen hohen Heiztemperaturen und die Vorlauftemperatur sprächen gegen eine Wärmepumpe, heisst es da. Birchmeier erklärte, dass in Oberwil möglichst mit Biogas geheizt werde und dies dem Energielabel und Konzept der Stadt gut anstehe. «Die WWZ hat uns versprochen, 100 Prozent Biogas zu liefern.»

Redemarathon und deutlicher Entscheid

In der Folge entwickelte sich ein Pingpong-Redemarathon um die Gasheizung. Stefan Huber (GLP) wandte sich an die Adresse der Linken, die für eine Rückweisung votierten: «Ich wundere mich schon sehr, warum all eure Kommissionsmitglieder dem Geschäft zugestimmt haben und ihr nun hier eine Rückweisung beantragt? Warum habt ihr diese Frage nicht in der Kommission gestellt?»

Immer gehässiger wurde um das Thema gerungen, obwohl eigentlich nur die Rückweisung zur Diskussion stand. Christoph Iten (CVP) verlangte nach fast einer Stunde den Abbruch der Diskussion, den der Rat mit 19 zu 15 Stimmen verfügte.

Nach zwei positiven Fraktionsvoten für das Sanierungsprojekt wurden noch einmal zwei, drei gehässige Voten ausgetauscht, bevor der Grosse Gemeinderat zur Wahl schritt. Er nahm besagten Kredit mit 24 zu 8 Stimmen bei 2 Enthaltungen deutlich an.