GASTKANTON ST. GALLEN: Textilland präsentiert seine vielen Spitzen

St. Gallen ist dieses Jahr Gastkanton an der Zuger Messe. Die Sonderschau «St. Galler Zeitung» widerspiegelt die Vielfalt des Ostschweizer Kantons.

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Einblicke in das St. Galler Textilmuseum. (Bild: pd)

Einblicke in das St. Galler Textilmuseum. (Bild: pd)

«Mit Schlagzeilen erobert man Leserinnen und Leser, mit Informationen behält man sie.» Dieser Ausspruch des ehemaligen «Times»-Verlegers Alfred Harmsworth bringt die Absichten des St. Galler Auftritts an der Zuger Messe auf den Punkt. Vielen nicht bekannt ist: Die mutmasslich älteste Zeitung des deutschsprachigen Raums, vielleicht sogar der Welt, wurde 1597 in Rorschach auf dem Gebiet der damaligen Fürstabtei St. Gallen gedruckt und später dann allerdings wieder eingestellt.

Eine abwechslungsreiche Sonderschau zum Begreifen

Auf überdimensionalen, bis zu drei Meter grossen Zeitungsseiten informiert der Kanton die Besucherinnen und Besucher über Themen wie Wirtschaft, Tourismus, textile Innovationen oder St. Galler Künstler. Das Layout und die Typografie der Zeitung, sowohl im klassischen als auch im Grossformat, wurden von der Schule für Gestaltung am Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrum St. Gallen entwickelt.

Der Besuch des St. Galler Gastkantonsauftritts ist ein Erlebnis für alle Sinne. Vielerorts wird zum aktiven Mitmachen eingeladen. In Zusammenarbeit mit «Textilland St. Gallen» und verschiedenen Firmen aus dem Kanton ist eine Ausstellung zum Anfassen und Begreifen entstanden. Innovationen sind für die St. Galler Textilindustrie das Lebenselixier. Dies war schon vor 200 Jahren so und ist auch heute noch der entscheidende Erfolgsfaktor. An der Ausstellung kann das feinste Gewebe der Welt, welches aus Polyesterfaden hergestellt wird, bestaunt werden. Edle Stickereien dürfen angefasst und auf dem Kipppaillettenstoff ein Muster gezeichnet werden. Wozu sich ein Faden mit Strom leitenden Eigenschaften eignet, auch das können Besucherinnen und Besucher erleben.

Es gibt bekannte Orte und geheime Perlen zu entdecken

Das Bild auf der Zeitungsseite der Tourismusregionen St. Gallen-Bodensee und Heidiland entpuppt sich als interaktives Memoryspiel. Auf einem überdimensional grossen Spielfeld mit Touchscreen sind die Mitspielenden gefordert, ihre Schnelligkeit und ihr gutes Gedächtnis unter Beweis zu stellen. Neben bekannten Sehenswürdigkeiten wie der St. Galler Stiftsbibliothek mit Stiftsbezirk (Unesco-Weltkulturerbe) gilt es auch, Bilder mit einigen touristischen Geheimtipps aufzudecken.

Die Sicht in die Ferne schweifen, ein eindrückliches Panorama auf sich wirken zu lassen, dafür können sich viele begeistern. Das Toggenburg bringt seine einmalige Landschaft mit an die Zuger Messe, und dies in Form eines digitalen Panoramabilds. Gross und Klein können mittels Blick durch einen Feldstecher das 360-Grad-Panorama des wildromantischen Toggenburgs erleben.

Im Kanton St. Gallen gedeiht eine vielfältige Festivalkultur. Im Sommer bietet sich den Musikliebhabenden ein breites Repertoire an Genres und Konzertreihen an. Eine Auswahl der namhaftesten Festivals wird in der «St. Galler Zeitung» vorgestellt: das Openair St. Gallen, die St. Galler Festspiele, die Walensee-Bühne, das Schlager-Open-Air Flumserberg, das Festival «Next Generation» in Bad Ragaz, die Jazztage Lichtensteig und das St. Galler Tattoo.

Ebenso prägend für die St. Galler Kulturszene sind die im Kanton wirkenden Künstler. Eine Auswahl national bekannter Namen kann in der Sonderschau wiederentdeckt werden. So gehört Joachim Rittmeyer zum Urgestein der nationalen Kabarettszene. Er tourte mit seinem 19. Bühnenprogramm «Zwischensaft» durch die Schweiz. Und Eveline Hasler dürfte bei vielen Kindheitserinnerungen wecken. Die Schriftstellerin schrieb zahlreiche bekannte Kinderbücher wie beispielsweise «Pepino der kleine Esel». Der internationale Durchbruch gelang ihr mit dem Roman «Anna Göldin, letzte Hexe». Manuel Stahlberger ist Mundartpoet, Musiker, Sänger und Comiczeichner zugleich. Zu Beginn seiner Kulturkarriere machte sich der St. Galler gemeinsam mit seinen Duos «Mölä & Stahli» und «Stahlbergerheuss» sowie als Preisträger des «Salzburger Stiers» einen
Namen. Der Filmemacher Kuno Bont gehört zu den etablierten Regisseuren der Schweiz. Das Werk «Die Rheinholzer» trug ihm den St. Galler Kulturpreis ein. Für seinen Film «Das Deckelbad» erhielt er den Rhybrugg-Förderpreis. Der Bevölkerung der Stadt St. Gallen ist Pipilotti Rist vor allem wegen dem «Roten
Platz» bekannt. Zusammen mit Architekt Carlos Martinez gestaltete sie die Stadtlounge: Ein roter Teppich, der Strassen, Sitzgelegenheiten, ja sogar Autos überzieht, schafft eine wohnliche Zone inmitten der Stadt. «Die beste Kunst ist diejenige, die man gar nicht als Kunst wahrnimmt und die zu einem Teil der Gesellschaft wird», so das Credo des Zwillingspaars Frank und Patrik Riklin. Innovative Projekte zeichnen ihr Wirken aus: so
zum Beispiel der Brunnen in Zürich Leutschenbach, aus dem statt Wasser an 233 Tagen Schokolade, Bouillon oder Tee fliessen sollte. In einem anderen Projekt namens «Big Nik» hat sich das Duo zum Ziel gesetzt, durch das Zusammennähen von weissen und roten, je 1,4 auf 1,4 Meter grossen Tüchern ein gigantisches Picknicktuch für die Bevölkerung der Region zu nähen. Der momentane Umfang des «Big Nik» misst über vier Fussballfelder.

Ostschweizer Bratwurst wiegt stolze 230 Gramm

Dass St. Gallen für seine Bratwurst bekannt ist, weiss jedes Kind. St. Gallerinnen und St. Galler kennen drei Grössen ihrer Bratwurst: Die Kleine wiegt 120 Gramm, die Olma-Bratwurst ist mit ihren 160 Gramm Gewicht die richtige Portion für den normalen Hunger. Und: An dem alle drei Jahre stattfindenden Kinderfest kann es nur eine Kinderfest-Bratwurst sein. Sie bringt stolze 230 Gramm auf die Waage. Ob kleine, Olma- oder Kinderfest- Bratwurst – eines haben sie gemeinsam: Ein St. Galler geniesst sie ohne Senf. Dass auch die meisten in der Schweiz konsumierten Produkte der Käseveredelungen aus St. Gallen stammen, überrascht. All diese Spitzen gilt es, in der «St. Galler Zeitung» zu entdecken.

HINWEIS: Gastkanton St. Gallen, Halle B5, Stand B5.22

pd