GASTRONOMIE
Ein Restaurant auf dem Suurstoffi-Areal geht zu

Die Bäckerei Creabeck mit Niederlassungen in Sins und Hünenberg-See betrieb während der vergangenen fünf Jahre auch ein Tagesrestaurant im mondänen Ennetsee-Quartier. Wegen Corona wird der Pachtvertrag nicht verlängert.

Cornelia Bisch
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Das Restaurant Creabeck auf dem Areal Suurstoffi in Rotkreuz wird nach dem Lockdown nicht mehr öffnen.

Das Restaurant Creabeck auf dem Areal Suurstoffi in Rotkreuz wird nach dem Lockdown nicht mehr öffnen.

Bild: Stefan Kaiser (06. März 2021)

In seinen ersten vier Betriebsjahren habe das Restaurant Creabeck in der Suurstoffi Rotkreuz erfolgreich gewirtschaftet. «Wir verkauften zirka 200 Mittagsmenus täglich», erzählt Miteigentümer Roman Fähndrich, der gemeinsam mit seiner Schwester Nadine Paa-Fähndrich das Restaurant und die beiden Bäckereien in Hünenberg-See und Sins führt. Allein durch das Tagesgeschäft erzielte der Gastrobetrieb einen so hohen Umsatz, dass auf die Abendküche verzichtet werden konnte. Die Gäste stammten vorwiegend aus dem Quartier. «Es waren vor allem Geschäftsleute und Studierende der Hochschule.» Laufkundschaft habe es wegen der vom Durchgangsverkehr etwas abgeschiedenen Lage weniger gegeben.

Dann kam Corona. «Unser Umsatz brach radikal ein», sagt Fähndrich. Nicht nur die Schliessung des Lokals während der beiden Lockdowns sei dafür verantwortlich gewesen, sondern vor allem auch Homeoffice und Homeschooling. «Auch als wir wieder öffnen durften, war kaum mehr jemand da, der bei uns hätte essen können.» Wegen der isolierten Lage habe sich auch die Umstellung auf einen Take-away-Betrieb nicht angeboten. «Deshalb beschlossen wir, den Pachtvertrag nach fünf Jahren nicht mehr zu verlängern.»

Essen müssen die Leute trotz allem

Mit dem Umsatz der beiden Bäckereien ist der Geschäftsführer zufrieden. «Wir verzeichneten zwar auch einen leichten Rückgang wegen Corona, aber weniger dramatisch, als es in anderen Branchen der Fall war. Essen müssen die Leute ja trotz allem.» Ausserdem hätten sie kleinere Läden bevorzugt und die grossen Zentren eher gemieden. «Wir stellten fest, dass die frustrierende Situation die Kunden vermehrt dazu animierte, sich zwischendurch mal ein feines Törtchen zu gönnen, um sich die Tage zu versüssen.» Auch während der Ferien seien die Verkaufszahlen nicht merklich zurückgegangen.

Im Restaurant in Rotkreuz wurden nur in sehr geringem Mass Backwaren verkauft. «Es gab eine Ecke mit Kleingebäck. Das war aber nicht wirklich ein Umsatzträger», erklärt Fähndrich. Da zurzeit kein Neustart mit einem Gastronomiebetrieb an einem anderen Standort geplant ist, wurde den fünf Angestellten gekündigt. «Leider können wir sie in den beiden Bäckereibetrieben in Sins und Hünenberg-See nicht weiter beschäftigen», bedauert Fähndrich. Er sei zwar schon interessiert an einem guten Lokal an guter Lage, das müsse aber nicht sofort sein. «Es gibt immer wieder Möglichkeiten, die meist sogar an uns herangetragen werden.»

Ein Nachfolger wird gesucht

Eigentümerin des Gastrolokals ist die Zug Estates AG. «Wir finden es schade, dass ‹Creabeck› das Suurstoffi-Areal verlässt. Andererseits bieten Wechsel auch immer wieder Chancen für etwas Neues», sagt Mediensprecher Philipp Hodel. «Der Prozess, um einen Nachfolgemieter zu finden, ist eingeleitet.» Wie die Fläche künftig genutzt werden soll, sei noch nicht festgelegt. «Wir streben keinen Eins-zu-eins-Ersatz des ‹Creabecks› an und sind offen für verschiedene Ideen und Konzepte.» Es bestehe ja bereits ein recht breites Gastronomieangebot auf dem Areal der Suurstoffi Rotkreuz. «Es gibt das ‹Hello World› sowie die letztes Jahr eröffnete Mensa der Hochschule. Zudem wird das Restaurant Saporis in knapp zwei Monaten eröffnen.»