Gastronomie
Mit dem Gipfeli in der Boxengasse – in Rotkreuz entstehen zwei Lokale in einem

Rennen in realitätsnahen Auto- und Töffsimulatoren boomen. Nachdem kürzlich in Steinhausen ein Anbieter seine Räumlichkeiten eröffnet hat, folgt der nächste im Sommer in der Gemeinde Risch.

Raphael Biermayr
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Motorsportanhänger können relativ bequem ihrer Leidenschaft frönen. In Auto- oder Töffsimulatoren sitzend liefern sie sich virtuelle Duelle auf den Rennstrecken dieser Welt; mit Kopfhörern und unter aktiver Betätigung von Lenkung, Schaltung, Gas und Bremse. In den letzten Jahren haben einige Lokale mit solchen Simulatoren eröffnet, vor kurzem auch im Industriegebiet zwischen Cham und Steinhausen. Gegen einen zeitabhängigen Preis kann man sich in der Gruppe oder mit der weltweiten Konkurrenz messen. Ab dem 7. August sollen Benzinblüter auch an der Riedstrasse in Rotkreuz auf ihre Kosten kommen, aber nicht nur. Denn der Stadtzuger Rennsportfan Christoph Weber hat dort ein Café geplant. Das Baugesuch liegt gegenwärtig auf und die Arbeiten laufen.

Christoph Weber (links) und sein Kumpel Roberto Zürcher bei der Arbeit.

Christoph Weber (links) und sein Kumpel Roberto Zürcher bei der Arbeit.

Bild: PD

Die Einrichtung spricht Motorsportfans an. So sind beispielsweise Originalteile von Autos des ehemaligen Schweizer Rennsportteams Brun zu sehen. Christoph Weber betont:

«Aber das Café richtet sich grundsätzlich an alle, auch an die Angestellten der umliegenden Firmen oder Spaziergänger.»

Das Lokal biete neben einem eigens dafür lokal gerösteten Kaffee auch Gipfeli und einfache, frische Gerichte an. Es soll vom frühen Morgen bis zum späten Abend geöffnet haben, «wahrscheinlich sechs oder sieben Tage in der Woche».

Die Bartheke ist am Entstehen. Zu sehen sind auch Originalteile von Autos des ehemaligen Schweizer Rennsportteams Brun.

Die Bartheke ist am Entstehen. Zu sehen sind auch Originalteile von Autos des ehemaligen Schweizer Rennsportteams Brun.

Bild: PD

Christoph Weber ist der Geschäftsführer, die gastronomische Leitung obliegt jedoch seinem Sohn Timo. Dieser beendet bald seine Ausbildung zum Detailhandelsangestellten in einer Bäckerei, er hat auch einen Barista-Kurs abgeschlossen. «Sein Traum ist seit jeher ein eigenes Café», sagt Christoph Weber. Und weil der Vater selbst schon länger den Wunsch hegte, in diesem Bereich etwas auf die Beine zu stellen, sei im vergangenen Februar die Entscheidung zum Sim Race Café gefallen.

Timo Weber wird die gastronomische Leitung innehaben.

Timo Weber wird die gastronomische Leitung innehaben.

Bild: PD

Technik interessiert den Chef auf allen Ebenen

Christoph Weber ist gelernter Automechaniker und wechselte später in den Aussendienst für Medizintechnik. Dank einer Idee löste er ein altes Problem im Zusammenhang mit Knieprothesen und verkaufte das Patent schliesslich einer Firma. Er lehnte sich danach nicht zurück, sondern arbeitet weiter auf der Branche. Überdies folgt er seinen nebenberuflichen Leidenschaften – wie dem Autofahren.

Weber entdeckte die Simulationsrennen, fand Gefallen daran und fuhr in Meisterschaften mit. «Im Gegensatz zu klassischen Games ist das Verhalten der Autos in diesen Rennen absolut realistisch», weiss der Zuger, der mit Sportwagen zum Plausch schon die echte legendäre Nordschleife auf dem deutschen Nürburgring oder den Elsassring meisterte. Weber kaufte mehrere Simulatoren für sein Café. Dort werde er zudem ein hierzulande seltenes Gerät installieren, auf dem man seinen eigenen Töff befestigen und darauf tatsächlich in die virtuellen Kurven liegen kann.

Der geschäftstüchtige Zuger wird Simulatoren nicht nur zur Benützung anbieten, sondern Interessierten auch verkaufen. Je nach Ausführungen kosten solche Geräte mehrere 10’000 Franken. Sim-Race-Lokale schliessen nach Möglichkeit Verträge mit Auto- und Töffherstellern ab, um einen Teil der Auslagen über Sponsoring aufzufangen. In der Schweizer Rennszene mischt auch Porsche mit einem eigenen Team mit. Da sich in Rotkreuz ein grosses Zentrum des deutschen Autoherstellers befindet, würde eine Zusammenarbeit mit dem künftigen Café naheliegen. «Im Moment ist seitens Porsche kein Interesse vorhanden», sagt Christoph Weber, «aber wir werden im Gespräch bleiben.»