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Gebäudeversicherung mit mehr Gewinn

Im Jahr 2017 gab es deutlich mehr Feuer- und Elementarschäden als noch im Vorjahr. Die Gebäudeversicherung des Kantons Zug ist mit dem Jahresresultat aber zufrieden. Auch neben den Zahlen bewegte die Versicherung einiges im letzten Jahr.
Livio Brandenberg
In der Langrütistrasse in Hünenberg hat ein Wohnhaus gebrannt. Der Schaden beträgt laut der Zuger Gebäudeversicherung rund 1,5 Millionen Franken. (Werner Schelbert, Hünenberg, 17.November 2017)

In der Langrütistrasse in Hünenberg hat ein Wohnhaus gebrannt. Der Schaden beträgt laut der Zuger Gebäudeversicherung rund 1,5 Millionen Franken. (Werner Schelbert, Hünenberg, 17.November 2017)

Ein «moderates Schadenjahr» sei es gewesen, resümiert die Gebäudeversicherung des Kantons Zug in ihrem Jahresbericht 2017. Im längerfristigen Mittel mag dies stimmen, doch vergleicht man die Fallzahlen mit dem Vorjahr, ist ersichtlich, dass es deutlich mehr Schadensfälle gegeben hat. So gingen bei der Gebäudeversicherung im Berichtsjahr 1008 Schadenmeldungen ein; 2016 waren es noch 334 gewesen. Die Zahl der Elementarschäden – also sämtliche Schäden, die auf Sturm, Hagel, Hochwasser und Überschwemmung, Steinschlag, Lawinen, Schneerutsch etc. zurückzuführen sind – hat sich im Berichtsjahr mit 893 im Vergleich zu 2016 mehr als verdreifacht (250). Auch bei den Feuerschäden zeigt sich ein ähnliches Bild: Letztes Jahr gingen 115 Meldungen ein, während es 2016 noch 84 waren.

Die totalen Fallzahlen schlagen sich auf die Kosten nieder: Aus den 115 Brandfällen resultierten Kosten von 3,85 Millionen Franken, wie die Gebäudeversicherung schreibt. 2016 standen hier noch 1,78 Millionen in der Aufwandspalte. Somit fielen die Feuerschäden mehr als doppelt so hoch aus. Richtig teuer waren zwei Fälle: zum einen der Brand eines alten Mehrfamilienhauses in der Langrüti in Hünenberg See; der teuerste Brand des letzten Jahres kostet rund 1,5 Millionen Franken. Der zweite teure Brand war jener des Centro Español in Zug, welches komplett niederbrannte; hier rechnet die Gebäudeversicherung mit einem Schaden von 430000 Franken. Glücklicherweise seien aber bei keinem der insgesamt 115 Brände Menschen oder Tiere verletzt worden.

Prämieneinnahmen von 30 Millionen Franken

Auch die Kosten für die Elementarschäden haben sich beinahe verdreifacht: von 1,22 Millionen im 2016 auf 3,34 Millionen im vergangenen Jahr. Dennoch meldet die Gebäudeversicherung Zug mit gut 4,7 Millionen Franken einen höheren Jahresgewinn für das Berichtsjahr. 2016 resultierte ein Gewinn von knapp 3,7 Millionen. Dieser höhere Gewinn kam vor allem dank den Kapitalinvestitionen zu Stande, so stehen für das vergangene Jahr gut 8,9 Millionen Ertrag aus Kapitalanlagen in der Erfolgsrechnung. Im 2016 waren es noch 6 Millionen gewesen. Der erzielte Gewinn für 2017 wurde dem Eigenkapital zugewiesen, wodurch «die Haftungs- und Risikofähigkeit weiter gestärkt» werde. Per Ende Jahr versicherte die Gebäudeversicherung Zug fast 25000 Gebäude mit einem Versicherungswert von knapp 48 Milliarden Franken. Der Wertzuwachs gegenüber dem Vorjahr betrug rund 683 Millionen Franken. Dieser Zuwachs könne mit der Zunahme der durchgeführten Neubau- und Revisionsschätzungen erklärt werden. Den knapp 48 Milliarden Gebäudeversicherungswert stehen 1,4335‰ (Promille) an Eigenkapital gegenüber. Dieser Wert liege «unter dem Durchschnittswert der 19 kantonalen Gebäudeversicherungen», heisst es im Geschäftsbericht.

Unverändert blieb die Grundprämie von 60 Rappen pro 1000 Franken Versicherungskapital. Die Prämieneinnahmen beliefen sich laut der Gebäudeversicherung auf 30 Millionen Franken. Die Gelder seien auf die Abteilungen Versicherung (25,2 Millionen Franken) und Brandschutz inklusive Feuerwehr (4,8 Millionen) verteilt worden.

Geschäftsführer und sein Vertreter gehen in Pension

Ein zentrales Thema im Geschäftsbericht ist neben den Zahlen das neue, totalrevidierte Gesetz über die Gebäudeversicherung, welches vor einem Jahr vom Zuger Stimmvolk angenommen wurde und seit Anfang 2018 in Kraft ist. Weil das Gesetz vorsieht, dass sich die Gebäudeversicherung strategisch neu aufstellt und von einem Verwaltungsrat geführt wird, hat der Regierungsrat per Anfang Jahr ein fünfköpfiges VR-Gremium gewählt (wir berichteten). Präsident des Verwaltungsrats ist Sicherheitsdirektor Beat Villiger.

Praktisch gleichzeitig mit der Veröffentlichung des Geschäftsberichts sind die beiden Geschäftsleitungsmitglieder Max Uebelhart und Hans-Peter Spring in Pension gegangen. Nachfolger von Uebelhart als Geschäftsleiter ist seit dem 1. Mai Richard Schärer. Uebelhart – wie auch Spring – gehörten über zehn Jahre zum Kader der Gebäudeversicherung.

Uebelhart, der auch Verwaltungsratspräsident der Raiffeisenbank Zug ist, stand in den letzten Jahren in der Kritik. So wies die Finanzkontrolle des Kantons vor knapp einem Jahr auf Unregelmässigkeiten beim Personal und bei der Spesenabrechnung hin sowie darauf, dass die vorgegebene Anlagestrategie nicht eingehalten worden sei. Konkret ging es darum, dass die Geschäftsleitung für 1,5 Millionen Aktien einer Solothurner Immobilienfirma gekauft hatte, obwohl diese nicht an der Börse gehandelt werden, was vorgeschrieben wäre. Sicherheitsdirektor Villiger hat deswegen seinem Baarer Parteifreund (beide CVP) Uebelhart eine Rüge erteilt. Überdies wurden in der Folge der Kritik der Finanzkontrolle Uebelharts Spesenabrechnungen von Villiger persönlich kontrolliert.

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