GEBURTEN: Der Kanton der Kaiserschnitte

Nirgends in der Schweiz entbinden so viele Frauen ihre Kinder per Kaiserschnitt wie in Zug. Mehr als 40 Prozent entscheiden sich für die Geburtsmethode per Operation.

Wolfgang Holz
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Ein Neugeborenes wird nach der Geburt durch Kasierschnitt untersucht. In Zug werden die meisten Kaiserschnitte ausgeführt. (Bild: Archiv/Neue LZ)

Ein Neugeborenes wird nach der Geburt durch Kasierschnitt untersucht. In Zug werden die meisten Kaiserschnitte ausgeführt. (Bild: Archiv/Neue LZ)

Wie Urs Karli, Spitaldirektor der Andreas-Klinik in Cham analysiert, spiegelt dieses Phänomen vor allem «die Veränderungen der Werthaltungen unserer Gesellschaft bezüglich Sicherheitsbedürfnis, Kontrollierbarkeit und Selbstbestimmungsanspruch der Frau wider.» Die Planbarkeit der Geburten, älter werdende Mütter, eine höhere Zahl an Zusatzversicherten und Urbanisierung sind weitere Gründe für die hohe Kaiserschnitt-Rate im reichen Zug. Doch der Schweizerische Hebammenverband warnt: Die Risiken für Folgeschäden von Mutter und Kind liegen bei Kaiserschnitten deutlich höher. Zudem belaste die teure Schnittentbindung das Gesundheitssystem. «Frauen mit Kaiserschnitt haben nach der Geburt öfter Probleme wie Schmerzen, Infektionen und die Gefahr von Plazentastörungen und Gebärmutterrissen bei folgenden Geburten», sagt Doris Güttinger. Und Kaiserschnitt-Kinder müssten doppelt so oft wegen Atemproblemen auf die Neugeborenen-Intensivstation verlegt werden und hätten langfristig ein schwächeres Immunsystem.

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