Steigende Geburtenzahlen: Die Zuger Spitäler sind gewappnet

Immer mehr Neugeborene erblicken in den Zuger Frauenkliniken das Licht der Welt. Im Kantonsspital wird wohl bald die 1000er-Marke geknackt. Die immer neuen Rekorde an Babys bringen aber auch Herausforderungen mit sich.

Laura Sibold
Drucken
Teilen
Geburten sind Teamwork: Heimo Magg, der leitende Arzt der Frauenklinik, und Pflegefachfrau Fabienne Erzinger mit einem Mädchen, das am 5. Januar das Licht der Welt erblickt hat. (Bild: Patrick Hürlimann (Baar, 5. Januar 2019))

Geburten sind Teamwork: Heimo Magg, der leitende Arzt der Frauenklinik, und Pflegefachfrau Fabienne Erzinger mit einem Mädchen, das am 5. Januar das Licht der Welt erblickt hat. (Bild: Patrick Hürlimann (Baar, 5. Januar 2019))

Es sind eindrückliche Zahlen, die das Zuger Kantonsspital Jahr für Jahr präsentiert. 947 Kinder wurden im vergangenen Jahr in Baar geboren. Das sind so viele wie noch nie. Noch 2011 kamen «nur» 728 Kinder im Zuger Kantonsspital zur Welt. 2012 waren es bereits 784 Babys und 2015 schon 894 Neugeborene. Im vergangenen Jahr verzeichnete das Kantonsspital zum dritten Mal in Folge über 900 Geburten. Das sei sehr erfreulich, auch wenn es nicht um das Erreichen immer neuer Rekorde gehe, betont Heimo Magg, leitender Arzt der Frauenklinik.

Die steigenden Geburtenzahlen sind für den Arzt primär auf zwei Gründe zurückzuführen. Sie seien einerseits Ausdruck des guten Rufes des Zuger Kantonsspitals. Zudem bekommen Herr und Frau Schweizer seit 2016 wieder mehr Kinder. «Wir stellen uns auch in Zukunft auf noch mehr Geburten ein und werden die 1000er-Marke wohl in einigen Jahren knacken», bestätigt Magg.

Die Kapazitätsgrenze ist noch nicht erreicht

Auf die Frage, ob die steigenden Geburtenzahlen das Zuger Kantonsspital künftig an seine Kapazitätsgrenzen bringen könnten, winkt Heimo Magg ab: «Selbst wenn weiterhin so viele Babys geboren werden, sollte es auf absehbare Zeit keine Probleme geben, die nicht zeitnah gelöst werden können.» Engpässe kann es in Spitälern grundsätzlich bei der Anzahl Gebärsäle, der Grösse der Wochenbettabteilung oder beim Personal geben.

Laut Magg ist man diesbezüglich sehr gut aufgestellt – auch wenn dereinst über 1000 Babys geboren werden. Die Frauenklinik im Zuger Kantonsspital verfügt über drei ausgestattete Gebärsäle, zwei Vorbereitungszimmer und eine grosse Wochenbettabteilung. Hinsichtlich Betreuung hat man in Baar in den vergangenen Jahren ebenfalls kontinuierlich aufgestockt und wird dies bei Bedarf weiterhin tun. «Natürlich bedeuten mehr Geburten auch zusätzliche Arbeit für unser Team. Ich erlebe aber eine zusätzliche Motivation durch die steigende Anzahl Babys», verrät der Arzt.

Allgemeinversicherte Mütter werden in Baar seit Jahren durchgehend in Zweibettzimmern betreut. Diese Betreuung sei auch bei steigenden Geburtenzahlen sichergestellt. «Es ist selbstredend, dass es bei einem deutlichen Geburtenanstieg von mehr als 100 Babys eine personelle Aufstockung bräuchte, um die jetzige hohe Qualität zu sichern. Ein solcher Anstieg ist jedoch nicht von heute auf morgen zu erwarten», erklärt der leitende Arzt der Frauenklinik.

Wegen der steigenden Geburtenzahlen vermehrt von stationären auf ambulante Geburten umzustellen, ist kein Thema. «Wir bieten die Möglichkeit einer ambulanten Geburt zwar an. Dies geschieht aber immer nur auf ausdrücklichen Wunsch der Frau und nur, wenn die medizinischen Umstände es erlauben», versichert Heimo Magg. Alle Geburten ambulant durchzuführen, sei weder möglich noch zielführend.

Auch Andreas-Klinik verzeichnet mehr Geburten

Mit einer steigenden Anzahl Geburten in den kommenden Jahren rechnet man auch in der Andreas-Klinik Cham Zug. In der Hirslanden-Klinik kamen im vergangenen Jahr 481 Babys zur Welt – das sind zehn mehr als 2017. Ab Frühling liegen die allgemeinversicherten Wöchnerinnen in Cham nicht mehr in Vierbett-, sondern nur noch in Zweibettzimmern. «Wir gehen davon aus, dass die Geburtenzahl dadurch zusätzlich steigen wird und wir im 2019 über 500 Geburten begleiten dürfen», bestätigt Marietta Werder von der Andreas-Klinik in Cham. Das entspricht dem Durchschnitt der Anzahl Geburten in den letzten fünf Jahren.

Bezüglich Kapazität macht man sich in Cham ebenso wenig Sorgen wie in Baar. Die Geburtenabteilung der Andreas-Klinik verfügt über drei moderne Gebärzimmer mit entsprechender Ausrüstung, weitere Behandlungsräume und Fachpersonal. Mit der aktuellen Ausstattung könne man die Geburtenzahlen gut bewältigen, so Werder.

Das erste Zuger Baby im neuen Jahr hat sich übrigens Zeit gelassen und kam erst am 2. Januar im Zuger Kantonsspital in Baar zur Welt. Die kleine Lina Elly wurde um 11.19 Uhr geboren und ist 3010 Gramm schwer und 47 Zentimeter gross.