Gefährdet die Crypto-Affäre den Crypto-Standort Zug?

Die Alternative – die Grünen wollen Auskunft zu einem allfälligen Reputationsrisiko.

Harry Ziegler
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Der Hauptsitz des Chiffriergeräte-Herstellers Crypto.

Der Hauptsitz des Chiffriergeräte-Herstellers Crypto.

Bild: Alexandra Wey / Keystone (Steinhausen, 11. Februar 2020)

Die Fraktion der Alternative – die Grünen (ALG) im Zuger Kantonsrat beschäftigt sich mit den jüngst bekannt gewordenen Verstrickungen der Steinhauser Crypto AG mit den Nachrichtendiensten Deutschlands und der USA. Dazu stellen sie dem Regierungsrat in einer Interpellation Fragen.

Sie wollen Auskunft darüber, was die aktuelle und die damalige Regierung über die Verstrickungen der Crypto AG mit dem Bundesnachrichtendienst (BND) Deutschlands und der amerikanischen Nationalen Sicherheitsbehörde (National Security Agency, NSA) wussten.

Wissen will die ALG-Fraktion auch, wie der Regierungsrat mit der Tatsache umgehe, «dass Zuger Politiker im Verwaltungsrat der ehemaligen Crypto AG und einer der Nachfolgefirmen Cy One AG sassen und sitzen und damit – mindestens als Verwaltungsratspräsidenten – von den entsprechenden Fakten wussten?» Zur Sprache kommt des Weiteren ein allfälliges Reputationsrisiko für die Schweiz als neutrales Land und den Kanton Zug.

Im Kanton und in der Stadt Zug haben sich in den letzten Jahren verschiedene Kryptofirmen angesiedelt, was Kanton und Stadt den Ruf des «Crypto Valley» eingetragen hat. Die ALG möchte vom Regierungsrat eine Einschätzung erhalten, welche Auswirkungen die aktuelle Crypto-Affäre auf den Crypto-Standort Zug und die entsprechenden Strategien des Regierungsrats haben könnte. Zudem möchten sie wissen, ob die Marke «Crypto Valley» unter diesen Voraussetzungen überhaupt noch haltbar sei.

Die Regierung soll weiter signalisieren, ob sie bereit sei, unbürokratisch mit Bundesanwaltschaft, Staatsanwaltschaft oder allfälligen Parlamentarischen Untersuchungskommissionen zusammenzuarbeiten. Zudem soll der Regierungsrat aufzeigen, ob Massnahmen geplant seien, um Zug aus den wiederkehrenden negativen Schlagzeilen wie Luanda-Leaks, Panama oder Paradise Papers herauszuhalten.