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Was, wenn die Tigermücke über die Zuger Kantonsgrenze kommt?

Das exotische Insekt hat wohl in der Stadt Zürich überwintert, was nun die Frage nach der Vorbereitung des Kantons Zug aufwirft.
Zoe Gwerder
Eine Tigermücke mit der hier gut sichtbaren weissen Linie auf dem Rücken. (Bild:PD/Gabi Müller)

Eine Tigermücke mit der hier gut sichtbaren weissen Linie auf dem Rücken. (Bild:PD/Gabi Müller)

Die asiatische Tigermücke, die tropische Krankheiten verbreiten kann, ist in der Deutschschweiz weiter auf dem Vormarsch. Nachdem sie 2015 in Basel und im Herbst 2016 auf einem Carparkplatz in der Stadt Zürich entdeckt worden war, wurde nun auch im zürcherischen Wollishofen eine überwinternde Tigermückenpopulation nachgewiesen. Dies teilte die Stadt Zürich kürzlich mit.

Im Kanton Zug gab es bisher noch keine entsprechenden Meldungen. Gemeinsam mit den anderen Kantonen sei man aber seit Jahren dabei, sich auf die Mücke vorzubereiten, sagt der zuständige Regierungsrat, Florian Weber. «Der Kanton Zug stützt sich auf die Vorarbeiten des Kantons Zürich.» Dieser testete im Jahr 2017 in sechs verschiedenen Gemeinden, wie die Mücke am besten eingedämmt oder ausgerottet werden kann. Dies anhand der mit ihr verwandten Buschmücke.

Offene Gefässe
dienen als Brutstätte

«Die Buschmücke ist bereits im ganzen Mittelland verbreitet und benötigt in etwa dieselben Voraussetzungen wie die Tigermücke», erklärt Gabi Müller. Sie leitet die Abteilung Schädlingsprävention und -beratung der Stadt Zürich. Im Gegensatz zur Tigermücke könne die Buschmücke aber bei unseren Temperaturen eher keine Krankheiten übertragen. «Wichtig ist insbesondere, dass Regenfässer dicht verschlossen werden und man diese nur bei Regen öffnet.» Denn schon kleinste Ritzen dienen den Mücken als Brutstätte. Ansonsten ist auf dem Balkon und im Garten insbesondere stehendes Wasser in Gefässen und Giesskannen zu vermeiden oder wöchentlich vollständig zu leeren: «Die Mücken legen ihre Eier oberhalb der Wasserlinie am Rand solcher Gefässe ab. Sobald es regnet und der Wasserpegel über die Eier steigt, schlüpfen die Larven und brauchen im Hochsommer etwa eine Woche bis zur ausgewachsenen Mücke.» Hingegen sind Gewässer, in welchen sich auch andere Insekten entwickeln oder es gar Fische gibt, keine Brutstätten der Busch- und Tigermücken. «Dort werden ihre Larven gefressen.»

Hingegen sind Gewässer, in welchen sich auch andere Insekten entwickeln oder es gar Fische gibt, keine Brutstätten der Busch- und Tigermücken. «Dort werden ihre Larven gefressen.»

Zur Bekämpfung sind die Behörden auch auf die Hilfe der Bevölkerung angewiesen. Nicht nur, um die Wassergefässe auf privatem Grund zu entfernen oder zu verschliessen, sondern auch für Meldungen. Die exotischen Insekten könne man gut von den Einheimischen unterscheiden: Die hiesigen Mückenarten sind farblich alle gelb-braun – auch an den teilweise gestreiften Beinen. Wohingegen die Tiger- und Buschmücke an den Beinen deutlich schwarz-weiss gestreift sind. Die Tigermücke hat zudem eine weisse Linie über den Rücken. «Die exotischen Mücken leuchten neben normalen Mücken regelrecht», so Müller. Im Gegensatz zu den einheimischen Arten stechen die Exoten zudem auch tagsüber und die Stiche schmerzen stärker.

Wird ein entsprechendes Exemplar gesichtet, soll man dieses nach Möglichkeiten mit einem Gefäss fangen und unbeschadet einfrieren. Gabi Müller:

«Bei Temperaturen von minus 18 Grad mindestens eine Stunde – im Gefrierfach des Kühlschrankes deutlich länger, sonst leben sie weiter.»

Das tote Insekt soll dann am besten in Watte gepackt und in einem Gefäss oder Schachtel einer der vier Meldestellen für invasive Mücken zugesandt werden (siehe Hinweis). «Wichtig ist, dass die Mücke beim Transport nicht lose in einem Gefäss liegt», erklärt Müller das optimale Vorgehen.

Kanton Zug prüft 
weiteres Vorgehen

Würde auf Zuger Kantonsgebiet ein solcher Fund gemeldet werden, ginge diese Meldung weiter an das Amt für Umwelt des Kantons Zug. Gemäss dem stellvertretenden Leiter, Christoph Troxler, würden dann die Gemeindebehörden der betroffenen Gemeinde informiert, welche ihrerseits gemeinsam mit dem Grundeigentümer Massnahmen ergreifen würden.

Ein proaktives Vorgehen des Kantons prüfe man derzeit, so der Zuger Baudirektor Weber. Und Christoph Troxler präzisiert: «Falls das Interesse und die Rückmeldungen der Bevölkerung zunehmen, werden wir möglicherweise vor einer ersten Tigermücken-Meldung auf die Gemeinden zugehen und diese beten, ihre Einwohner zu informieren.»

Meldestelle Nordostschweiz:
Stadt Zürich, UGZ, Schädlingsprävention und –beratung, Gabi Müller, Walchestrasse 31, 8006 Zürich

Weitere Informationen zur Tigermücke

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