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Muri: Gegen das geplante Provisorium regt sich Widerstand

Nachdem der Gemeinderat seine Pläne für die provisorische Unterbringung eines Teils der Verwaltung bekanntgab, forderte die Parteileitung der FDP ihn schriftlich auf, seinen Entscheid detailliert zu begründen.
Cornelia Bisch
Auf dem Fremo-Areal soll der Neubau entstehen. (Bild: PD)

Auf dem Fremo-Areal soll der Neubau entstehen. (Bild: PD)

Kürzlich informierte die Gemeinde Muri darüber, dass sie einen Standort für die provisorische, zirka fünfjährige Unterbringung eines Teils der Gemeindeverwaltung gefunden habe (Bericht vom 9. Juni). Dies war nötig geworden, nachdem die Bevölkerung das Projekt für den Neubau des Verwaltungsgebäudes «Widmen» abgelehnt hatte. Bis ein neues Projekt aufgegleist und realisiert ist, rechnet die Gemeinde mit einer Zeitspanne von fünf Jahren. Die bereits provisorisch im Spital Muri einquartierten Abteilungen Finanzen, Steuern und Soziales müssen diese Räume im Herbst 2019 verlassen. Eine neue Lösung muss auch für die Regionalpolizei gefunden werden. Geplant ist nun, sämtliche Bereiche in einem Neubau auf dem Fremo-Areal in Nähe Bahnhof unterzubringen. Dies stellt laut Information der Gemeinde die beste, flexibelste und kostengünstigste aller geprüften Varianten dar.

Die FDP-Ortspartei unter Federführung von Präsident Tobias Knecht reagierte überrascht darüber, vor ein Fait accompli gestellt worden zu sein und wandte sich mit einem Brief an den Gemeinderat. Dieser habe im vergangenen Jahr bekundet, er wolle die Ortsparteien künftig aktiver in relevante Geschäfte einbeziehen, ein Versprechen, das er in dieser Sache vernachlässigt habe, so Knecht. Aufgrund «zahlreicher kritischer Reaktionen aus der Bevölkerung» bitte die Partei nun um weitergehende Aufklärung.

Noch keine Baubewilligung erteilt

«Unseres Wissens ist der Abbruch von drei Gebäuden auf dem Fremo-Areal bewilligt, für ein Neubauprojekt wurde bisher jedoch kein Baugesuch publiziert», wundert sich Knecht. «Was plant der Gemeinderat, falls der Bezug nicht fristgerecht sichergestellt werden kann», lautet eine weitere Frage. Die FDP will ausserdem wissen, wie man den Raumbedarf berechnet habe, wie die Verkehrserschliessung geplant sei, welche anderen Standorte wie eingehend geprüft worden seien, welche Gegenleistungen die Gemeinde der Firma Fremo für die flexible Gestaltung des Mietvertrages versprochen habe und wie der Neubau nach Ablauf der fünf Jahre genutzt werde. «Wir bitten ferner um gesonderten Ausweis der Kosten für Mieterausbauten, jährliche Miet- nd Betriebskosten, die Rückbaukosten bei Vertragsauflösung sowie die Umzugskosten», schreibt die FDP. Zudem verlangt die Partei Auskunft darüber, wie sich der einzelne Neubau auf die späteren raumplanerischen Gestaltungsmöglichkeiten im betroffenen Gebiet auswirke.

Der Gemeinderat wiederum zeigt sich in seinem Antwortschreiben überrascht darüber, dass nicht allgemein bekannt gewesen sein soll, dass nach der Rückweisung des Projekts Widmen nach Übergangslösungen gesucht werden würde. «Eine offene und transparente Informationspolitik war und ist dem Gemeinderat ein grosses Anliegen», schreibt Gemeindepräsident Hanspeter Budmiger.

Ein sportlicher Zeitplan

Er räumt indes ein, dass der Neubau auf dem Fremo-Areal noch nicht bewilligt wurde. Es handle sich um einen sportlichen Zeitplan, dessen Einhaltung jedoch realistisch sei, sollten im Bewilligungsverfahren keine Verzögerungen auftreten. Ein Mietvertrag werde aber erst dann abgeschlossen, wenn eine rechtskräftige Baubewilligung vorliege. Um eine Alternative will sich der Rat erst kümmern, wenn dies erforderlich sein sollte. «Es darf davon ausgegangen werden, dass innerhalb eines Jahres Büroräumlichkeiten gefunden werden können», schreibt der Gemeindepräsident. Alternative Standorte seien unter anderem im Zentrum Roos, in der Pflegimuri, im Haus am Kreisel und auf dem Wild-Areal geprüft worden, so Budmiger. Sämtliche Kosten seien berücksichtigt und dem Vermieter ausser dem Mietzins keinerlei Gegenleistungen zugestanden worden. «Die Zu- und Wegfahrt zum Neubau erfolgt über die bestehende Erschliessung», heisst es im Schreiben. Der Firma Fremo sei es zudem wichtig, einen «optisch schönen Dorfeingang» mitzugestalten.

«Leider wurden einige unserer Fragen nur oberflächlich oder überhaupt nicht beantwortet», teilt FDP-Präsident Tobias Knecht auf Anfrage mit. «So wurde zum Beispiel auf das Thema einer transparenten Gegenüberstellung der Kosten der angeblich geprüften Standorte nicht eingegangen.» Von einem der genannten, geprüften Standorte wisse er, dass nur ein einziges Telefonat geführt worden sei. «Unter einer detaillierten Prüfung stelle ich mir etwas anderes vor.»

Die Ortspartei will nun die Eingabe des Baugesuchs durch die Bauherrschaft abwarten. «Danach liegt das Projekt ja öffentlich auf. Wir hoffen, die Antworten dann zu erhalten», so Knecht.

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