Gegen Starrkrampf können nun auch die Zuger Apotheker impfen

Die Zuger Gesundheitsdirektion ermöglicht den Apotheken die Kombinationsimpfung gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis und Polio.

Carmen Rogenmoser
Drucken
Teilen
Martin Affentranger

Martin Affentranger

In Zuger Apotheken kann man sich nun auch gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis und Polio impfen lassen. Die kantonale Gesundheitsdirektion hat die notwendige Bewilligung für die kombinierte Impfung Mitte September erlassen. Dies sehr zur Freude von Martin Affentranger, Präsident des Vereins der Zuger Apotheken und Inhaber der Anklin Apotheke in Cham. «Bei einer tiefen, verschmutzten Verletzung, die wir in der Apotheke gut versorgen können, müssen wir den Patienten künftig nicht noch zur Tetanus-Impfung zusätzlich in den Spitalnotfall senden», erklärt er.

Zur Zielgruppe gehörten Personen mit geringem Komplikationsrisiko, so Affentranger. Der Schutz gegen Pertussis – Keuchhusten – komme hingegen vor allem jenen zugute, in deren Umfeld ein Baby erwartet wird. «Die Impf-Frage ist eine grosse Diskussion, vor allem in Zeiten von Corona», führt der Apotheker aus. Die neue Bewilligung erlaube es den Zuger Apothekerinnen und Apothekern, diejenigen zu unterstützen, die sich so schützen wollen.

Für die Zuger Apotheken ändert sich mit dem kantonalen Beschluss nicht viel. Bereits vorher war es ihnen erlaubt, Impfungen gegen Grippe, Hepatitis und FSME (Zecken) vor Ort zu machen.

Personen mit Impfrisiken müssen weiterhin zum Arzt

Die Umsetzung soll mittels eines spezifischen Triage-Fragebogens erfolgen, der einen systematischen Prozess mit Triage sowie Information und Dokumentation erlaube. Durch den Fragebogen würden Personen mit besonderen Impfrisiken erkannt. Jene mit einer Immunschwäche, einer Autoimmunkrankheit, mit einer vorliegenden Kontraindikation oder in der Schwangerschaft sollen wie bei allen anderen Impfungen durch behandelnde Ärzte geimpft werden. «Oft sehen wir lückenhafte Impfausweise, beispielsweise von Impfungen, die nicht nachgeholt wurden, oder die ganz vergessen gegangen sind», führt Affentranger aus.

An diesem Punkt können die Apotheker aushelfen. Der Impfausweis – so mancher muss wohl überlegen, wo dieser verstaut sein könnte. Auch das ein Szenario, das der Apotheker kennt. Er empfiehlt daher die Registrierung auf der Plattform www.meineimpfung.ch. Es kann ein Konto angelegt werden und die Impfungen lassen sich elektronisch erfassen und durch einen Arzt validieren. Die entsprechende App hat zudem eine Reminder-Funktion. «Die App hilft, im Dschungel der Impfungen den Durchblick zu behalten», so der Apotheker.

Die Zulassung von Impfungen in Apotheken wird kantonal geregelt. Es handle sich dabei um einen «Flickenteppich», wie Martin Affentranger sagt. Der Vereinspräsident hofft, dass die Zuger Gesundheitsdirektion den Apothekern weitere Zugeständnisse macht. «Die Erlaubnis für die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln etwa steht noch aus.»

Mehr zum Thema