Kommentar

Gegenwehr lohnt sich

Es ist nicht immer jeder Entscheid, jedes Reglement einer Behörde zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger. Gegenwehr ist in solchen Fällen durchaus angezeigt, ist Harry Ziegler, Chefredaktor der «Zuger Zeitung» überzeugt.

Harry Ziegler
Drucken
Teilen
Harry Ziegler.

Harry Ziegler.

Wenn der Amtsschimmel wiehert, kann sich Gegenwehr lohnen. Beispielsweise in der Gemeinde Risch. Dort war es auf der Holzhäusernstrasse im März plötzlich zappenduster. Die Laternen entlang der Strasse wurden ausserorts gelöscht – und nicht mehr angestellt. Grund: Das kantonale Beleuchtungsreglement sieht vor, dass ausserorts keine Strassenbeleuchtungen mehr betrieben werden. Das trifft auch auf die Verbindungsstrasse zwischen Buonas und Holzhäusern zu. Die Gemeinde Risch hat dem übergeordneten Reglement zwar Nachachtung verschafft, aber dieses damit höher gewichtet, als den Nutzen für die Gemeindebürger.

Die ab März herrschende Dunkelheit sowie die mangelnde Anwohnerinformation durch die Gemeinde sorgte dafür, dass sich die Anwohner organisierten, Unterschriften sammelten, auf Facebook aktiv waren und sich für den Erhalt der Strassenlaternen einsetzten. Auf diesen sanften Druck hin fanden Gespräche zwischen Gemeinde, Kanton und Anwohnern statt. Wobei die Anwohner einräumten, wohl ausserorts zu wohnen, das Trottoir entlang der Strasse sei aber ein Schulweg und könne der Sicherheit der Kinder wegen nicht dunkel bleiben. Das Argument passte. Nun kommen zwar nicht die alten Strassenlaternen zurück, stattdessen wird auf dem Trottoir eine dynamische Beleuchtung installiert. Womit bewiesen wäre: Widerstand kann sich lohnen. Das kantonale Reglement wird eingehalten, die Anwohner sind zufrieden und die Schulkinder sicher.